Ostritz · Leuba · St. MarienthalAugust — September 2010
Chronik · August & September 2010

Das Fluttagebuch.

Die damaligen Meldungen in zeitlicher Reihenfolge. Berichte, Hilfsangebote und persönliche Einschätzungen bleiben als historische Dokumente lesbar.

Archiv von 2010. Historisches Dokument aus dem Jahr 2010. Warnungen, Termine, Kontakte, Spendenkonten und Hilfsprogramme geben den damaligen Stand wieder und sind keine aktuellen Handlungs- oder Spendenhinweise.

Katastrophenalarm im Dreieck Zittau – Löbau – Hagenwerder

Wegen der Hochwasserlage aufgrund der starken Regenfälle der letzten Stunden hat Landrat Bernd Lange am späten Nachmittag Katastrophenalarm für Teile des Landkreises Görlitz ausgerufen. Es …

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Stand Samstag 18.00 Uhr

Wegen der Hochwasserlage aufgrund der starken Regenfälle der letzten Stunden hat Landrat Bernd Lange am späten Nachmittag Katastrophenalarm für Teile des Landkreises Görlitz ausgerufen. Es betrifft das Dreieck Zittau – Löbau – Hagenwerder. Der Katastrophenstab des Landkreises wurde einberufen.

Gegen 12 Uhr sind die Pegel von Neiße und Mandau so stark angestiegen, dass Teile von Zittau unter Wasser stehen und evakuiert werden mussten. Das betrifft Zittau Ost und Teile der Äußeren Oybiner Straße. Alle verfügbaren Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei, Sanitäts- und Betreuungszüge, THW sind im Einsatz.

In Kürze mehr.

Quelle: Zeitgenössisches Dokument aus der Sammlung Sven Scholz (2010).

Datum 07.08.2010 aus dem im Tagesarchiv vom 08.08.2010 enthaltenen Bericht „Stand Samstag 18.00 Uhr“ erschlossen.

Dramatische Hochwasserlage in Sachsen

Dramatische Lage in Sachsen: In der Nacht zu Sonntag ist die Neiße in Görlitz binnen drei Stunden um vier Meter angestiegen. Mehrere Menschen kamen in den Fluten ums Leben.

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Dramatische Lage in Sachsen: In der Nacht zu Sonntag ist die Neiße in Görlitz binnen drei Stunden um vier Meter angestiegen. Mehrere Menschen kamen in den Fluten ums Leben.

Die Hochwassersituation an der Grenze zu Polen hat sich in der Nacht zum Sonntag weiter zugespitzt. Die Neiße im sächsischen Görlitz stieg dramatisch an. Binnen drei Stunden schwoll der Fluss um vier Meter an, wie Uwe Höhne vom sächsischen Landeshochwasserzentrum in Dresden sagte. „Katastrophal“ nannte er die Lage.

In den sächsischen Hochwassergebieten laufen die Rettungsarbeiten weiter auf Hochtouren. Bis zum Morgen brachten Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk mit Booten, Bussen und Hubschraubern im Landkreis Görlitz 1450 Menschen vor den Fluten in Sicherheit, wie eine Sprecherin des Katastrophenstabes sagte. Die Evakuierungen liefen weiter. Die Bundespolizei sei mit fünf Hubschraubern im Einsatz, um durch das Neiße-Hochwasser eingeschlossene Menschen auszufliegen.

In Ostritz an der Neiße stürzte am Sonnabendabend ein Haus ein, nähere Informationen lagen zunächst nicht vor.

In Görlitz war der Pegelstand der Neiße nach heftigen Regenfällen und dem Bruch einer Staumauer am Witka-See im polnischen Grenzgebiet am Sonnabend sprunghaft auf über sieben Meter gestiegen. Am Morgen habe der Pegel praktisch unverändert bei 7,07 Metern gelegen. Die höchste Marke seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1912. In Zwickau war der Wasserstand leicht zurückgegangen.

Quelle: Zeitgenössisches Dokument aus der Sammlung Sven Scholz (2010).

Zeitgenössischer Pressebericht ohne eigenen Quellenhinweis im bereitgestellten Dokument.

Rettungen, Evakuierungen und hohe Pegelstände

In den Ortslagen entlang der Lausitzer Neiße bleibt der Katastrophenalarm aufrecht erhalten.

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Stand Sonntag 8.00 Uhr

In den Ortslagen entlang der Lausitzer Neiße bleibt der Katastrophenalarm aufrecht erhalten.

Pegelstände Lausitzer Neiße um 06:00 Uhr:

Zittau: 406 leicht fallend

Görlitz: 705 schwach steigend

Die Wasserstände am Pegel Zittau sind in den letzten 6 Std. um 54 cm gefallen, d. h. im Mittel pro Std. ca. 9 cm. Diese Tendenz wird sich auch in den Vormittagsstunden fortsetzen. Am Pegel Görlitz stellt sich seit ca. 2 Uhr ein relativ gleichbleibender Wasserstand von 6,98 m ein. Seit 6 Uhr ist ein schwacher Anstieg auf 7,05 m erkennbar.

Diese hohen Wasserstände werden voraussichtlich bis in die Mittagsstunden am Pegel Görlitz anhalten.

Der Anstieg der Wasserstände in den Ortslagen unterhalb von Görlitz erfolgt entgegen der vorhergehenden Meldung langsamer.

In der Ortslage Deschka wurde heute Morgen ein Wasserstand ca. 70 cm über dem des Hochwassers von 1981 durch die örtlichen Einsatzkräfte gemeldet.

Oberste Priorität hat die Rettung von Menschen. 1444 Personen wurden in Rothenburg, Bad Muskau, Oberneundorf, Zodel und Deschka evakuiert. Derzeit ist bekannt, das eine Person verletzt ist.

Ca. 1300 Rettungskräfte sind im Katastrophengebiet im Einsatz. Momentan sind 2 Hubschrauber der Bundespolizei im Einsatz, 14 Boote sind zur Aufklärung und evt. Rettung unterwegs.

Quelle: Zeitgenössisches Dokument aus der Sammlung Sven Scholz (2010).

Die Flutwelle zieht weiter nach Norden

In den Ortslagen entlang der Lausitzer Neiße bleibt der Katastrophenalarm aufrecht erhalten.

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Aktuelles: Stand Sonntag 14.00 Uhr

Dramatisches Hochwasser in der Oberlausitz

In den Ortslagen entlang der Lausitzer Neiße bleibt der Katastrophenalarm aufrecht erhalten.

Pegelstände Lausitzer Neiße um 12 Uhr:

Zittau: 3,51 m fallend, unter Hochwasserpegel A4, der bei 3,60 m liegt

Görlitz: 6,90 m leicht fallend

Die Wasserstände von Zittau bis Görlitz sinken weiterhin leicht. Der Anstieg der Wasserstände in den Ortslagen nördlich von Görlitz erfolgt entgegen der vorhergehenden Meldung langsamer. In der Ortslage Deschka wurde heute Morgen ein Wasserstand ca. 70 cm über dem des Hochwassers von 1981 durch die örtlichen Einsatzkräfte gemeldet.

Der Hochwasserscheitel wird gegenwärtig in Rothenburg erreicht, ab 16 Uhr in Bad Muskau erwartet. Voraussichtlich muss die B 115 zwischen Krauschwitz und Bad Muskau gesperrt werden. Es muss auch damit gerechnet werden, dass Park, Schloss und Marktplatz Bad Muskau überflutet werden. Die Doppelbrücke im Muskauer Park wurde abgebaut.

An der Brückenbaustelle Krauschwitz ist die polnische Seite dabei, den Eingriff in den Damm aufgrund der Bauarbeiten zu beheben.

Oberste Priorität hat die Rettung von Menschen. 1444 Personen wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt evakuiert. Eine weitere Evakuierungen in Köbeln steht bevor. Einzelne Betroffene haben sich aber geweigert, sich evakuieren zu lassen. Die Rettungskräfte fordern ausdrücklich dazu auf, den Anweisungen der Rettungskräfte Folge zu leisten. Drei Rettungen aus der Luft sind erfolgt.

Ein unbewohntes Haus in Ostritz ist eingestürzt.

Von der Neiße gibt es drei Durchbruchstellen zum Berzdorfer See. 5 Mio. m³ Wasser gelangten so in den See, Reserve waren 45 Mio. m³. Der Pegelstand im See stieg um 45 cm. Dieser Abfluss hat aber auch zur Entlastung beigetragen.

Die Stadtwerke Görlitz informierten, dass das Wasserwerks Görlitz auf Grund des Hochwassers außer Betrieb gegangen ist. Die Wasserreserve reicht für knapp einen Tag. Wann die Wiederinbetriebnahme erfolgen kann, ist momentan nicht abschätzbar, wird aber ein bis zwei Tage dauern. Verwenden Sie in Görlitz das Trinkwasser äußerst sparsam!

In einzelnen Gebieten der Stadt Görlitz ist auch die Energieversorgung ausgefallen. Die notwendigen Reparaturen können bis zu zwei Wochen dauern.

Es sind ca. 1700 Rettungskräfte im Katastrophengebiet im Einsatz und 40 Kräfte arbeiten im Katastrophenstab. Momentan sind sechs Hubschrauber der Bundespolizei und zwei der Landespolizei im Einsatz, 14 Boote sind zur Aufklärung und evt. Rettung unterwegs. Eine erste Schadensermittlung wurde eingeleitet.

Momentan sind Katastrophentouristen ein Problem für die Rettungskräfte. Die Schaulustigen begeben sich nur selbst in Gefahr und behindern die Rettungskräfte!

Quelle: Zeitgenössisches Dokument aus der Sammlung Sven Scholz (2010).

Katastrophenalarm bleibt bestehen

In den Ortslagen des Landkreises Görlitz entlang der Lausitzer Neiße bleibt der Katastrophenalarm aufrecht erhalten.

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Aktuelles: Stand 08.08.2010 - Sonntag 20.00 Uhr

In den Ortslagen des Landkreises Görlitz entlang der Lausitzer Neiße bleibt der Katastrophenalarm aufrecht erhalten.

Pegelstände Lausitzer Neiße um 20 Uhr:

Zittau: 3,07 m fallend (Alarmstufe 3)

Görlitz: 6,47 m fallend (Alarmstufe 4)

Podrosche 6,29 m steigend

Der Hochwasserscheitel hat Rothenburg gegen 14.30 Uhr erreicht, derzeit wird weiterhin verstärkt an der Dammbefestigung gearbeitet . Der Rothenburger Pegel ist leicht sinkend. Der Scheitel wird für 19-20 Uhr in Bad Muskau erwartet. Die B 115 zwischen Krauschwitz und Bad Muskau ist gesperrt. Der Schutz der B 115 mit Sandsäcken wurde abgebrochen Der Grenzübergang in der Stadt wird derzeit gesperrt. Es muss damit gerechnet werden, das Park, Schloss und Marktplatz Bad Muskau überflutet werden. Die Doppelbrücke im Muskauer Park wurde abgebaut.

Oberste Priorität hat die Rettung von Menschen. 1444 Personen wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt evakuiert, die zum Teil bereits wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. In Bad Muskau wurden am Nachmittag noch einmal 40 Personen evakuiert.

Probleme bereitet das derzeit massenhaft anfallende Treibgut, ganze Bäume werden angeschwemmt. Die Firma Nadebor hat in Bad Muskau einen Kran positioniert, um Treibgut zu entfernen.

Die Stadtwerke Görlitz informierten, dass das Wasserwerk Görlitz auf Grund des Hochwassers außer Betrieb gegangen ist. 5000 Görlitzer haben derzeit keinen Strom. Über die Situation der Stromversorgung, und der Wasserver- und Entsorgung informiert der Katastrophenstab Görlitz separat!

In allen Görlitzer Schulen findet morgen kein Unterricht statt!Es sind derzeit noch ca. insgesamt 1700 Rettungskräfte im Katastrophengebiet im Einsatz.

Momentan sind Katastrophentouristen ein Problem für die Rettungskräfte. Die Schaulustige begeben sich nicht nur selbst in Gefahr und behindern die Rettungskräfte!

Quelle: Zeitgenössisches Dokument aus der Sammlung Sven Scholz (2010).

Katastrophenalarm für Ostritz aufgehoben

In den Ortslagen des Landkreises Görlitz entlang der Lausitzer Neiße wurde der Katastrophenalarm um 17 Uhr für die Stadt Görlitz, Ostritz, Zittau, die Gemeinde Großschönau und Olbersdorf durch …

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Aktuelles: Stand 09.08.2010 - Montag 18.00 Uhr

In den Ortslagen des Landkreises Görlitz entlang der Lausitzer Neiße wurde der Katastrophenalarm um 17 Uhr für die Stadt Görlitz, Ostritz, Zittau, die Gemeinde Großschönau und Olbersdorf durch den Katastrophenstab aufgehoben.

Pegelstände Lausitzer Neiße um 19 Uhr:

Zittau: 2,30 m fallend (Alarmstufe 1)

Görlitz: 4,77 m fallend (Alarmstufe 3)

Podrosche: 5,40 m fallend (Alarmstufe 4)

Durch Einrichtung einer Umleitung am Ortsausgang Hagenwerder ist die Bundesstraße B 99 ab heute 20 Uhr wieder durchgängig befahrbar. Die Umleitung ist ausgeschildert.

Auch der Marktplatz Ostritz ist wieder für Kraftfahrzeuge aller Art befahrbar.

Voraussichtlich wird ab Mittwoch ein Schienenersatzverkehr für die Bahnstrecke Zittau-Görlitz eingerichtet.

Die Grenzübergänge über die Neiße zu Polen und Tschechien sind weiterhin gesperrt.

Alle Schulen, Kindertagesstätten und Horte in Görlitz nehmen morgen wieder ihren normalen Betrieb auf.

Eine Ausnahme bildet die Grundschule in Schöpstal. Der Schulbetrieb wird nach Aussage von Bürgermeister Kalkbrenner am Mittwoch, den 11. August wieder aufgenommen.

Bei den Kitas bildet der ASB-Kindergarten Zwergenland in Hagenwerder die Ausnahme. Hier ist die Nutzung für mindestens zwei Wochen nicht möglich.

Bei den anstehenden Aufräumungsarbeiten bitten wir die Bürger, den Containerdienst eigenständig zu bestellen. Die Firmen werden von den zuständigen Entsorgern informiert.

Die Öffnungszeiten der Annahmestellen werden erweitert.

Die gute Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte vor Ort hat größeren Schaden verhindert.

Dafür spricht Landrat Bernd Lange seinen besonderen Dank aus.

Quelle: Zeitgenössisches Dokument aus der Sammlung Sven Scholz (2010).

Die Überschrift nennt 18.00 Uhr; der Text enthält bereits Pegelstände von 19 Uhr und die angekündigte Freigabe der B 99 um 20 Uhr. Angaben unverändert als historischer Bearbeitungsstand.

Sinkende Pegel, gesperrte Verkehrswege und Versorgungsprobleme

In den Ortslagen des Landkreises Görlitz entlang der Lausitzer Neiße bleibt der Katastrophenalarm aufrecht erhalten.

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Aktuelles: Stand Montag vormittag

In den Ortslagen des Landkreises Görlitz entlang der Lausitzer Neiße bleibt der Katastrophenalarm aufrecht erhalten.

Die B 99 ist nur zwischen Zittau und Ortsausgang Ostritz befahrbar. Ab Leuba in Richtung Görlitz werden aufgrund von Brückenzerstörungen und gebrochenen Fahrbahndecken längerfristige Bauarbeiten erforderlich. Der Bahnverkehr zwischen Zittau und Görlitz ist bis auf Weiteres ebenfalls nicht möglich.

Die Stromversorgung ist in Teilen von Görlitz und Ostritz gegenwärtig nicht gewährleistet. Die Trinkwasserversorgung in Görlitz wird mit Ersatzmaßnahmen gesichert. Das Wasser sollte unbedingt abgekocht werden soweit es für den Verzehr genutzt wird.

In allen Görlitzer Schulen findet heute kein Unterricht statt, in der Freien Schule Ostritz ebenfalls nicht.

Pegelstände Lausitzer Neiße um 3 Uhr:

Zittau: 2,59 m fallend (Alarmstufe 2)

Görlitz: 5,63 m fallend (Alarmstufe 4)

Rothenburg: Wasserspiegel weiter fallend

Hochwasserscheitel befindet sich zwischen Klein Priebus und Sagar

Die Hochwassersituation entspannt sich weiter ab Zittau in Richtung Görlitz. Der Scheitel bewegt sich Richtung Bad Muskau und wird dort in ca. zwei Stunden erwartet.

In Rothenburg sind während der Nachtstunden keine Maßnahmen der Deichverteidigung vorgenommen worden. Von der Abdichtung mit Folie wurde aus Sicherheitsgründen zunächst abgesehen. In Krauschwitz an der Brückenbaustelle wurden Sicherungsmaßnahmen zur Verstärkung des Deiches mit Folie und Sandsäcken vorgenommen.

Die B 115 zwischen Krauschwitz und Bad Muskau ist gesperrt. Der Grenzübergang in Bad Muskau ist gesperrt. Es muss damit gerechnet werden, dass Park, Schloss und Marktplatz Bad Muskau überflutet werden.

Derzeit sind noch ca. 550 Personen evakuiert, ein Teil der Evakuierten in Zittau und Görlitz konnte bereits wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. In Bad Muskau wurden in den späten Abendstunden noch einmal 20 Personen vom Neißedamm evakuiert. In Sagar ist die Evakuierung abgeschlossen. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Dämme nicht halten werden. In Sagar und Podrosche ließen sich einige Personen aus ihren bereits umströmter Häuser nicht evakuieren.

Es sind derzeit noch ca. insgesamt 1027 Rettungskräfte im Katastrophengebiet im Einsatz.

Wichtige Information durch die Stadt Görlitz

In Görlitz ist die Trinkwasserversorgung wiederhergestellt. Laut Katastrophenschutzstab ist das Pumpwerk wieder in Betrieb.

Schulbetreuung und Kinderbetreuung in Schule, Kindertagesstätten und Hort

Im Laufe des Vormittags entscheidet sich, ob am Dienstag Schulbetrieb, sowie Kita-Betreung wie gewohnt stattfinden, oder ob es weiterhin Ausnahmeregelungen gibt.

Heute findet aufgrund mangelnder Trinkwasserversorgung kein Schulunterricht statt. Die Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten und Horten kann nur äußerst eingeschränkt abgesichert werden. Alle Schüler, Kindergarten- und Krippenkinder sollen möglichst zu Hause bleiben.

Sollte dies unter keinen Umständen möglich sein, sollen sich Grundschüler in den jeweiligen Schulen melden, sie werden dort betreut. Reine Horte bleiben geschlossen, die Hortbetreuung findet dann ebenfalls in der Schule statt. Schulbusse nach Weinhübel fahren, wie gewohnt, ab Diesterwegplatz.

Auch Kindergarten- und Krippenkinder können, wenn keine andere Möglichkeit gefunden wird, in die jeweiligen Einrichtungen gebracht werden.

Bei Fragen der Eltern stehen Mitarbeiter des Amtes für Schule, Sport, Soziales und Jugend unter der Nummer 67 21 51 zur Verfügung.

Gestern Nachmittag wurde die Einsatzleitung in Görlitz durch Lutz Neumann von den Stadtwerken Görlitz im Auftrag des Vorstandes informiert. Es ergibt sich folgende Lage bei der Versorgung der Bevölkerung:

Wasser

Am Sonnabend wurde das Wasserwerk in Weinhübel gegen 22 Uhr außer Betrieb genommen. Die Versorgung erfolgt gegenwärtig noch über die Hochbehälter in der Pomologischen Gartenstraße und die Behälter an der Landeskrone.

Die Bevölkerung wird gebeten, bitte dringend mit äußerster Sparsamkeit mit Trinkwasser umzugehen. In Abhängigkeit vom Verbrauch wird es voraussichtlich einen Druckabfall der Trinkwasserleitungen geben!

Bitte versorgen Sie sich über Wasserwagen und in der Stadt befindliche Brunnen mit Wasser.

Wasserwagen zur Trinkwasserversorgung:

- Wichernhaus

- Obermarkt

- Untermarkt

- Emmerichstraße/ Aldi

- Parkplatz Arbeitsamt

- Lutherplatz

- Löbauer/ Ecke Landskronstraße

- Wilhelmsplatz

Behältnisse sind bitte mitzubringen.

Aus folgenden Brunnen kann mittels vorhandener Handpumpen Wasser entnommen werden:

- Büttnerstraße – ab sofort

- Marienplatz – in Vorbereitung

- Brunnenstraße 5/6 – ab sofort

Behältnisse sind bitte mitzubringen.

Es werden noch weitere Wasserwagen aufgestellt und Brunnen aktiviert – die Standorte werden bekanntgegeben.

Abwasser

Die Situation an der Kläranlage ist momentan sehr angespannt. Im Moment ist die Anlage aber noch voll funktionsfähig. Das Technische Hilfswerk ist vor Ort.

Fernwärme

Für die Bevölkerung gibt es keine nennenswerten Ausfälle. Einziger Totalausfall ist hier die Vierradenmühle.

Strom

14 Umspannstationen an der Neiße wurden auf Grund der Hochwasserlage vom Netz genommen. Damit sind momentan ca. 5000 Bürger ohne Strom. Die Eigentümer sind gehalten, die elektrischen Anlagen vor Wiederinbetriebnahme durch eine Fachfirma prüfen zu lassen.

Alle Entscheidungen werden über die Einsatzleitung des Landkreises in Niesky getroffen.

Gas

Hier gibt es momentan keine nennenswerten Probleme. Eine Gasleitung in Hagenwerder wurde freigespült. Die Situation wird aber nicht als bedenklich eingestuft.

Allerdings sind Probleme bei der Wiederinbetriebnahme der Gasheizungen zu erwarten, da eventuell Wasser in die Anlagen eingetreten ist.

Alle Entscheidungen werden über die Einsatzleitung in Niesky getroffen.

Vor Ort sind gegenwärtig ca. 70 Fahrzeuge mit 200 Einsatzkräften. Der Stab vor Ort wird u. a. unterstützt durch:

- die Berufsfeuerwehr mit 4 Fahrzeugen (23 Kameraden)

- die Freiwillige Feuerwehr mit 11 Fahrzeugen (60 Kameraden)

- die Freiwillige Feuerwehr Meißen mit 6 Fahrzeugen (50 Kameraden)

- die Berufsfeuerwehr Dresden mit 4 Fahrzeugen (13 Kameraden)

- ein Fahrzeug der Werksfeuerwehr Vattenfall mit 3 Personen

- dem THW Ortsverband Görlitz

- dem THW Ortsverband Suhl

- die Polizei Sachsen-Anhalt mit 4 Fahrzeugen und Boot

- die Bereitschaftspolizei Leipzig mit 2 Booten

- die Wasserrettung Riesa

- die DLRG Görlitz

- den Malteser Hilfsdienst mit 20 Mann

- die Freiwillige Feuerwehr des Landkreises mit 16 Fahrzeugen (63 Kameraden)

Presseinformation Deutsches Rotes Kreuz

Suche nach betroffenen Angehörigen

Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Görlitz Stadt und Land e.V. gibt, soweit möglich, Informationen und Hinweise zum Verbleib von Angehörigen, die von den Evakuierungsmaßnahmen in und um Görlitz betroffen waren, unter der Rufnummer 03581 - 36 24 10.

Rot Kreuz Laden am Montag zur Hilfe für Betroffene des Hochwassers geöffnet

Heute öffnet der Rot Kreuz Laden zusätzlich zur Versorgung von Betroffenen des Hochwassers mit Bekleidung und Haushaltswäsche.

In der Zeit von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr steht Frau Eveline Schulze im Rot Kreuz Laden in der Hospitalstraße (Görlitz) zur Hilfe und Unterstützung für Betroffene bereit.

Grundsätzlich ist der DRK Kreisverband Görlitz darauf vorbereitet, in den nächsten Tagen Unterstützung für Betroffene mit Bekleidung und Haushaltswäsche zu leisten.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Rüdiger Neumann im DRK Kreisverband unter der Rufnummer 03581 / 362420 gern zur Verfügung.

Hinweise zum Hochwasser

Straßen im direkten Uferbereich der Neiße sind derzeit nicht passierbar bzw. gesperrt.

85 Einsatzkräfte der Feuerwehr zuzüglich Rettungsdienst, DLRG und THW sind an den Einsatzstellen vor Ort. Des Weiteren sind der Betreuungszug des Malteser Hilfsdienstes und der Sanitätszug des DRK aus der Stadt Görlitz im Raum Zittau im Einsatz.

Bürger, die vom Hochwasser betroffen sind und für diese Zeit keine Unterkunft bei Familie, Freunden oder Bekannten nehmen können, finden Aufnahme im Beruflichen Schulzentrum Carl-von-Ossietzky-Straße. Hier werden sie durch den Malteser Hilfsdienst betreut.

Achtung, wichtiger Hinweis: Die Einwohner werden dringend aufgefordert, Ruhe und Besonnenheit zu bewahren und weitere Informationen abzuwarten.

Gegenseitige Hilfe innerhalb der Nachbarschaft sollte oberstes Gebot sein. Weiterhin wird die Bevölkerung dringend gebeten, sich aus den hochwassergefährdeten Gebieten und besonders von den Neißebrücken fernzuhalten, um zu vermeiden, dass die Arbeit der Einsatzkräfte behindert wird.

Quelle: Archivierte Lageberichte sowie Informationen der Stadt Görlitz und des Deutschen Roten Kreuzes, 09.08.2010.

Ostritz nach der Flut: Hilfen und erste Bestandsaufnahme

Ostritz ist von einem Hochwasser ungesehenen Ausmaßes betroffen. Mehr als 72 Stunden befüllten wir Sandsäcke, retten eingeschlossene Mitbürger, evakuierten Gäste, brachten jahrhundertealte …

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Ostritz ächzt unter einem Jahrhunderthochwasser (Quelle: www.ostritz.de)

Ostritz ist von einem Hochwasser ungesehenen Ausmaßes betroffen. Mehr als 72 Stunden befüllten wir Sandsäcke, retten eingeschlossene Mitbürger, evakuierten Gäste, brachten jahrhundertealte Kunstschätze in Sicherheit und kämpfen noch immer gegen das Wasser und das Chaos welches es nach seinem langsamen Rückzug hinterlässt.

Trotz unseres für eine hundertjährige Flut ausgelegten Hochwasserschutzes und guten Vorbereitungen hat uns das unverhältnismäßig starke, hohe und schnelle Wasser übermannt. Dämme wurden trotz eines ausgelegten Hochwasserschutzes für ein 100-jähriges Hochwasser überflutet, installierte Pumpen versagten aufgrund des Zusammenbrechens der Stromversorgung.

Das wuchtig eindringende Wasser unterspülte Fundamente. Ostritz glich einem gigantischen See. Der Bruch zweier Staudämme an der nahegelegenen Wittka verschlimmerte die Lage und führte uns die ungeheure Kraft der Natur vor Auge.

Seit Sonntagmorgen sehen wir den Folgen der nächtlichen blitzartigen Entwicklungen ins Auge.

Die Marke des in den letzten Stunden erreichten Hochwassers liegt stellenweise doppelt so hoch wie die des verheerenden Wassers von 1981, -51 und 20 Zentimeter über dem höchstgemessenen Stand von 1897. Die Schäden in privaten Haushalten, städtischen Gebäuden und der Infrastruktur sowie bei unseren Gewerbetreibenden sind immer noch nicht überschaubar.

Unsere Stadt, die noch auf der EXPO 2000 Deutschland als energieökologischen Modellstadt vertrat, ist nicht mehr wiederzuerkennen. Die Schäden an unserem Stolz - dem frisch sanierte Kloster St. Marienthal - stehen symptomatisch für die vergangenen Stunden.

An jener Stelle, an der sich noch vor wenigen Monaten unser ehem. Bundespräsident Horst Köhler in das goldene Buch unser Stadt eingetragen hat, bedeckt eine dicke Schlammschicht den Boden und die meterhohe schwarze Wandlinie vermittelt eine ungefähre Vorstellung. Um sich in etwa eine Vorstellung vom Ausmaß des Hochwassers machen zu können, stelle man sich vor, dass alle Flächen vom Kloster St. Marienthal bis Ortsausgang Ostritz Richtung Görlitz sowie fast der gesamte Ortsteil Leuba zu Spitzenzeiten unter Wasser standen. Aber wir konnten Menschenleben retten und Menschen in Sicherheit bringen und damit konnte für unsere Stadt das Schlimmste verhindert werden.

Der anfängliche Blick in bestürzte- und ratlose Gesichter hat sich unterdessen in Zuversicht gewandelt. Zuversicht angesichts einer unbeschreiblichen und tatkräftigen Hilfsbereitschaft. Trotz anhaltendem Strom- und einsetzenden Wasserausfall stemmen sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Einsatzkräfte der technischen Dienste, der Freiwilligen bzw. beruflichen Wehren und viele Helfer gegen die Fluten und sind derzeit unter enormen physisch und psychischem Einsatz mit dem Räumen der Schäden beschäftigt.

Wir freuen uns über ihre Anteilnahme, ihr Interesse und ihre Hilfsbereitschaft. Eine genaue Bezifferung der Schäden und Benennung nötiger Hilfsbedürfnisse ist uns in der jetzigen Situation noch nicht möglich. Dennoch freuen wir uns über jegliche Unterstützung und verweisen auf unser Spendenkonto, welches wir für die Bewältigung der Folgeschäden und den Wiederaufbau einsetzen wollen.

Stellvertretend für die Bürgerinnen und Bürger von Ostritz Ihre Marion Prange - Bürgermeisterin

Als Bürgermeisterin von Ostritz und Leuba wende ich mich persönlich und im Namen der Verwaltung an alle Bürger. Ostritz hat in der Nacht vom 07. zum 08. August 2010 eine der größten Katastrophen der Stadtgeschichte durchleben müssen. Uns hat ein Hochwasser ereilt, was weit die magische Hochwassergrenze von 1981 überschritten hat.

Wir sprechen allen Betroffenen unser tiefes Mitgefühl aus und danken für Ihre bisherige und auch künftige Standhaftigkeit und Ausdauer. Darüber hinaus bedanke ich mich für alle Hilfsangebote und für bereits erfolgte Hilfeleistungen!

Hiermit stellen wir Ihnen die wichtigsten Hilfen und Informationen in aller Kürze zusammen:

- Das Bürgertelefon und Krisenzentrum befindet sich im Rathaus,

Telefon: 035823/884-14

- Alle Mitarbeiter stehen für Bürgeranfragen zur Verfügung

- Gegenwärtig laufen alle Bemühungen mit der ENSO zur Stromzuschaltung, ein genauer Zeitpunkt konnte jedoch noch nicht benannt werden

- Das Leitungswasser ist zur Zeit KEIN Trinkwasser

- Die Müllentsorgung wird mit der Firma Eifler laufend organisiert, bitte den Müll soweit wie möglich an der Straße bereitstellen

- WICHTIG: Container für Tierkadaver

Standorte: Schulstraße Ostritz, Dienstag 07.00 Uhr bis Mittwoch 12.00 Uhr

Offenstall Leuba, Dienstag 07.00 Uhr bis Mittwoch 12.00 Uhr

- Markttag am Mittwoch wird zur Verbesserung der Versorgung durchgeführt

- Die ärztliche Versorgung wird über die Arztpraxis Dr. Mrosek abgesichert, Telefon: 035823/86298

- Handwerkerbedarf wird geregelt über:

Bauen & Wohnen GmbH, Telefon: 035823/86593 und

Stadtverwaltung Ostritz, Telefon: 035823/884-14

- WICHTIG:

1. alle Schäden (egal ob mit oder ohne Versicherung) sind so schnell wie möglich der Stadtverwaltung Ostritz anzuzeigen (abschätzbare Gesamthöhe, keine Einzelaufstellung)

2. Mitteilung über Hilfebedarf

3. Bedarf einer Ersatzwohnung

4. Bedarf nach Seelsorge

5. Bedarf nach Verpflegung (auch Trinkwasser) oder sonstiges

- Wir bitten alle Bürger, wenn möglich, Nachbarschaftshilfe für die Betroffenen zu organisieren

Vielen Dank für Ihre Unterstützung im Namen der gesamten Stadt!

Ihre Marion Prange

Bürgermeisterin

Spendenkonto der Hochwasserhilfe für Leuba und Ostritz

Stadt Ostritz

Kto: 3400000000

BLZ: 85050100

Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Verwendungszweck:

Einwohner spenden für Leuba und Ostritz

Quelle: Stadt Ostritz, Mitteilung von Bürgermeisterin Marion Prange; Tagesarchiv vom 10.08.2010.

Datierung aus der ursprünglichen Tagesnavigation. Der HTML-Seitentitel lautet abweichend „11.08.“; die im Text enthaltenen Bürgerinformationen erscheinen auf der Folgeseite ausdrücklich unter 10.08.2010.

Die historische Darstellung des Dammbruchs wird als damalige Aussage übernommen, nicht als nachträgliche Ursachenanalyse.

Trocknungsgeräte, Abfallentsorgung und Hilfsangebote

Wir sind bemüht, möglichst alle vom Hochwasser betroffenen Bürger mit aktuellen Informationen zu versorgen. Uns erreichen zunehmend mehr Hilfsangebote von anderen Kommunen, Betrieben und …

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Off. Information der Stadt Ostritz – Mittwoch, 11.08.2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

Wir sind bemüht, möglichst alle vom Hochwasser betroffenen Bürger mit aktuellen Informationen zu versorgen. Uns erreichen zunehmend mehr Hilfsangebote von anderen Kommunen, Betrieben und Handwerkern, die wir gern vermitteln wollen. Deshalb sind wir auch auf ihre Meldungen angewiesen, d. h., bitte melden Sie uns ihren notwendigen Bedarf an.

1. Anfang nächster Woche werden der Stadt Ostritz zahlreiche Trocknungsgeräte leihweise zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen dazu folgen.

2. Das Altenheim bietet an, dass Wäsche gewaschen werden kann.

Täglich : 15.00 - 20.00 Uhr

3. Der Bedarf an Hilfeleistungen sowie Handwerkern ist nur an die Stadtverwaltung zu melden.

Telefon: 035823/884-18

4. Die Abfallentsorgung aus den Hochwasserschäden erfolgt kostenfrei.

Ausnahme:

Werden die Schäden an den Gebäuden und Möbeln ..... von der Versicherung anerkannt, dann sollte von der Entsorgungsfirma eine separate Rechnung gefordert werden, die dann der Versicherung vorzulegen ist.

5. Die Möglichkeit der Entsorgung von Speiseresten besteht beim Bauhof-Kirchstraße

Täglich 13.00 - 15.00 Uhr

6. Das DRK wird in der Turnhalle, Lessingstraße einen DRK-Stützpunkt für Kleidersammlung, Möbel usw. organisieren.

Tel.-Nr. 03581-362410

Weitere Informationen folgen.

7. Der Bedarf an Möbeln kann bei der Stadtverwaltung angezeigt werden.

8. Der Freistaat hat eine Richtlinie zur Förderung der Betroffenen beschlossen.

Sobald wir diese erhalten haben, werden weitere Informationen folgen.

Informationen können unter: www.sab.sachsen.de abgerufen werden.

9. Für Seelsorge steht allen Betroffenen auch Herr Pfarrer Pertzsch gern zur Verfügung.

Aktuelle Pegelstände erfragen sie bitte unter der Rufnummer: 03583-704344

Es liegt die Information vor, dass zum Wochenende mit erheblichen Niederschlägen zu rechnen ist. Bitte verfolgen Sie die Nachrichten aus Presse und in den Medien.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung im Namen der gesamten Stadt!

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 11.08.2010.

Die auf derselben Ursprungsseite erneut abgedruckten Informationen vom 10.08. wurden nicht doppelt aufgenommen; sie stehen im Eintrag des Vortags.

Beräumung, Trinkwasser und Ersatzwohnungen

Wieder sind wir bemüht, möglichst alle vom Hochwasser betroffenen Bürger mit aktuellen Informationen zu versorgen.

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Off. Information der Stadt Ostritz – Freitag, 13.08.2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

Wieder sind wir bemüht, möglichst alle vom Hochwasser betroffenen Bürger mit aktuellen Informationen zu versorgen.

1. Um die gesundheitsgefährdende Situation durch zusätzliche Müll-ablagerungen auszuschließen, wurde durch mich die sofortige Gesamtberäumung der Stadt Ostritz von jeglichem Müll angeordnet!

Die Hinweise der Versicherungen spielen ab sofort eine untergeordnete Rolle.

2. Nach ärztlichen Hinweisen sollte jeder Einwohner den Zeitpunkt seiner letzten Tetanusimpfung überprüfen lassen. Im Bedarfsfall ist ausreichend Impfstoff in der Arztpraxis von Dr. Mrosek vorhanden.

3. Als Vorsichtsmaßnahme sollten Einwohner, die mit der Beräumung von Hochwasserschäden beschäftigt sind, zur Reinigung von Händen und Füßen auch Desinfektionsmittel verwenden.

4. Das Leitungswasser wird bis auf Weiteres nur Brauchwasser und

kein Trinkwasser sein! Das Abkochen des Leitungswassers ist erforderlich!

Trinkwasser in kleineren Mengen steht beim ehemaligen EDEKA bereit.

5. Das Heizwerk der Stadt Ostritz ist seit 11.08.2010 wieder in der Lage, Warmwasser zu liefern.

Die Mitarbeiter des Heizwerkes sind bemüht, die Hausstationen so zügig wie möglich und straßenweise wieder einsatzfähig zu machen.

6. Die Bauen und Wohnen GmbH bietet vom Hochwasser betroffenen Einwohnern nach wie vor Ersatzwohnungen an.

Zur besseren Koordinierung mit Wohnungsübergabe und -ausstattung sollte umgehend der Bedarf angemeldet werden.

Termin: Dienstag, 17.08.2010

7. Die Richtlinien zur Förderung der Betroffenen ist abzurufen unter:

www.sab.sachsen.de/de/foerderung/index.html

bzw. unter der Homepage der Stadt Ostritz www.ostritz.de

Weitere Informationen folgen!

8. Wir möchten wiederholt alle Betroffenen bitten (Grundstückseigentümer, Mieter, Gewerbetreibende, Unternehmen, Einrichtungen und Vereine) ihre geschätzte Schadenshöhe der Stadtverwaltung anzuzeigen.

Es besteht auch die Möglichkeit einer telefonischen Meldung unter 035823-88417

Vielen Dank für Ihre Unterstützung im Namen der gesamten Stadt!

Ihre Marion Prange

Bürgermeisterin

Spendenkonto der Hochwasserhilfe für Leuba und Ostritz

Stadt Ostritz

Kto: 3400000000

BLZ: 85050100

Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Verwendungszweck:

Einwohner spenden für Leuba und Ostritz

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 13.08.2010.

DRK-Stützpunkt und Anträge auf Soforthilfe

Die heutigen aktuellen Informationen erfolgen letztmalig in der Form der Handzettel, die täglich zur Verteilung kamen.

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Off. Information der Stadt Ostritz – Samstag, 14.08.2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

Die heutigen aktuellen Informationen erfolgen letztmalig in der Form der Handzettel, die täglich zur Verteilung kamen.

Ab Montag, den 16.08.2010 werden die wichtigen Mitteilungen über die Aushänge an den bekannten Tafeln und über die Internetadresse bekannt gegeben. ( www.ostritz.de )

Des Weiteren stehen wir Ihnen weiterhin telefonisch gern zur Verfügung. Telefon 035823/884-14

1. In der Turnhalle Lessingstraße ist ab Freitag, 13.08.2010 ein DRK Stützpunkt eigerichtet. Dort erfolgt die Annahme und Ausgabe von Kleidung, Möbeln und sonstiger Hilfsgüter.

Öffnungszeit: täglich von 9.00 Uhr - 18.00 Uhr, Telefon: 0170-7997054

Bitte Kleidung und alle anderen Hilfsgüter nur in einem brauchbaren Zustand abgeben!

2. Ab Sonnabend, 14.08.2010, wird das DRK in Ostritz unterwegs sein und

Anträge auf Haushaltshilfe bereit halten. Eine weitere Anlaufstelle wird die DRK Kindertagesstätte auf der Lessingstraße sein.

3. Anträge auf Soforthilfe stehen über das Diakonie Hilfswerk Löbau - Zittau zur Verfügung. Anlaufstelle ist Herr Pfarrer Pertzsch im evang. Pfarramt, Julius-Rolle-Str. 16 in Ostritz.

4. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Görlitz bittet alle betroffenen Denkmaleigentümer sich schnellst möglich mit ihnen in Verbindung zu setzen.

Telefon: 03583-79672724

E-Mail: sven.ruediger@kreis-gr.de

5. Für betroffene Handwerksbetriebe wurde durch die Handwerkskammer Dresden eine Hotline eingerichtet:

Telefon: 0351 - 4640935

weitere Kontakte: 03581-407171 / 03581-877450, 03583-512407

6. Aktueller Wetterbericht: Am Wochenende wird mit teilweisen heftigen Niederschlägen gerechnet und wir möchten die Bürger bitten, die Berichte der Medien zu verfolgen.

Abruf der Pegelstände in Zittau, Telefon: 03583-704344

7. Wir möchten uns hiermit bei allen Einwohnern, Helfern aus Nah und Fern für die zahlreiche Hilfe und Unterstützung sowie das Verständnis bedanken und möchten gleichzeitig Allen Mut, Kraft und die nötige Zuversicht wünschen.

Ihre Marion Prange

Bürgermeisterin

Spendenkonto der Hochwasserhilfe für Leuba und Ostritz

Stadt Ostritz

Kto: 3400000000

BLZ: 85050100

Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Verwendungszweck:

Einwohner spenden für Leuba und Ostritz

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 14.08.2010.

Beratungsstellen und Hinweise für Betroffene

1. Die Entsorgungsfirma Eifler war und ist weiterhin bemüht, alle Straßen bzw. Grundstücke schnellstmöglich vom hochwassergeschädigten Hausmüll (Sperrmüll) zu beräumen. Nachträgliche …

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Off. Information der Stadt Ostritz – Dienstag, 17.08.2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

1. Die Entsorgungsfirma Eifler war und ist weiterhin bemüht, alle Straßen bzw. Grundstücke schnellstmöglich vom hochwassergeschädigten Hausmüll (Sperrmüll) zu beräumen. Nachträgliche Ablagerungen von Bauschutt und jeglichem Schlamm sind vom Eigentümer selbst der Entsorgungsfirma anzuzeigen.

2. Nach einer Pressemitteilung der SAB (Sächsischen Aufbaubank) stehen folgende Beratungsstellen zur Verfügung:

a) SAB-Regionalbüro Görlitz - Landratsamt

Hugo-Keller-Str. 14

02826 Görlitz

Tel.: 03581 - 663-9090 Mo.- Fr.: 10:00 - 18:00 Uhr

b) Landratsamt Görlitz - Außenstelle Zittau

Hochwaldstr. 29

02763 Zittau

Tel.: 038583 - 721333 Mittwoch: 9:00 - 12:00 und 13:30 - 18:00 Uhr

3. Die Angaben aus der SZ vom 12.08.2010 - Ausgabe Görlitz über Prüfingenieure und Statiker liegen bei der Stadt Ostritz in Kopie zur Mitnahme bereit.

4. Wir möchten alle Einwohner und Bürger der Stadt Ostritz warnen, voreilige Entscheidungen bei der Vertragsunterzeichnung für Dienstleistungen aller Art zu treffen. Es ist nicht auszuschließen, dass unseriöse Firmen die Notlage der Geschädigten ausnutzen.

5. Sollten sich im Hochwassergebiet Stellen mit Kinderspielsand befinden, dann sollte dieser unbedingt ausgewechselt werden, da eine Belastung mit Schadstoffen nicht auszuschließen ist.

6. Die Stadtverwaltung ist vorübergehend zu folgenden Sprechzeiten zu erreichen:

Montag: 9:00 - 12:00 Uhr

Dienstag: 9:00 - 12:00 und 14:00 - 17:00 Uhr

Mittwoch: 9:00 - 12:00 Uhr

Donnerstag: 9.00 - 12:00 und 14:00 - 18:00 Uhr

Freitag: 9:00 - 12:00 Uhr

In dringenden Fällen ist eine Terminvereinbarung möglich.

7. Die Sitzung des Stadtrates wird auf Donnerstag, d. 26.08.2010 - 19.30 Uhr verschoben.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Ihre Marion Prange

Bürgermeisterin

Spendenkonto der Hochwasserhilfe für Leuba und Ostritz

Stadt Ostritz

Kto: 3400000000

BLZ: 85050100

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Einwohner spenden für Leuba und Ostritz

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 17.08.2010.

Soforthilfemittel, Helfer aus Dietlikon und Filmdokumentation

Der Freistaat Sachsen hat heute die fünf Millionen Euro aus dem Soforthilfeprogramm „Augusthochwasser 2010“ an die betroffenen Landkreise und Gemeinden überwiesen.

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Aktuelle Mitteilungen - 20.08.2010

Der Freistaat Sachsen hat heute die fünf Millionen Euro aus dem Soforthilfeprogramm „Augusthochwasser 2010“ an die betroffenen Landkreise und Gemeinden überwiesen.

Mit ca. 1000 betroffenen Haushalten erhielt dabei der Landkreis Bautzen rund 860.000 Euro und der Landkreis Görlitz ungefähr 2,6 Millionen Euro (ca. 3.000 betroffene Haushalte). Die Verteilung der Gelder erfolgte nach einem Schlüssel, der nach den von den Kommunen über die Landratsämter gemeldeten betroffenen Haushalten berechnet wurde. Von den o.g. Beträgen erhalten die Landkreise sowie die betroffenen Gemeinden je 50 Prozent.

In der kommenden Woche tagen die Spendenbeiräte, um über die Verteilung der Gelder zu entscheiden. Konkret in Bautzen am Dienstagnachmittag und in Görlitz am Mittwochnachmittag. Die von der Landesregierung geforderten Vertreter der IHK, Handwerkskammern sowie DRK bzw. Diakonie und des Sächsischen Städte und Gemeindetages (als Vertretung der Bürgermeister) sind geladen.

Die Verwendung und Verteilung der Gelder wird in den Landkreisen so schnell wie möglich erfolgen. „Dennoch ist eine gründliche Prüfung geboten um zu erreichen, dass die im Focus stehende Zielgruppe erreicht wird“ so Sprecher des Landrätekonvents OL-NS Herr Landrat Harig. „ Es geht insbesondere um Familien und Unternehmen die durch die Folgen des Hochwassers existenzgefährdet sind und keine anderen Hilfen erhalten können. Gründlichkeit geht vor Aktionismus. Denn noch heute werden Prozesse wegen mehrfacher oder nicht richtig eingesetzter Hilfsgelder im Jahr 2002 geführt.“

Sehr geehrte Damen und Herren,

vom 13.08. zum 16.08.2010 war ein Team von Freiwilligen, welches sich aus Mitgliedern der Feuerwehr und des Zivilschutzes Dietlikon/Schweiz

rekrutierte, in Ostritz unterwegs.

Nach Einweisung durch die Behörden und die Feuerwehr von Ostritz wurden an diversen Schadenplätzen v.a. Keller, welche auch 1 Woche nach dem

Hochwasser noch voll Wasser waren, leergepumpt.

Wir hoffen, dass wir mit unserer Präsenz an diesen Tagen helfen und den

Einwohnern von Ostritz unsere Solidaridät zeigen konnten.

Der Film zur Hilfsaktion dokumentiert die Situation am 13.08.2010 sowie einen Teil der Arbeit des Helferteams.

Die beiden regionalen TV-Sender euroregional TV und Oberlausitz TV fassen in einer 75-minütigen Dokumentation die Ereignisse des "Hochwassers 2010" filmisch zusammen - bewegte und bewegende Bilder aus unser Heimat (inkl. einer 20-minütigen Zusammenfassung eines Rundfluges über das Katastrophengebiet).

2,50 Euro aus dem Verkauf jeder DVD werden dabei dem Spendenkonto "Hochwasser" der IHK Dresden zu gehen. Die IHK garantiert uns, dass die Spenden ausschließlich für vom Hochwasser geschädigte Unternehmen in den Landkreisen Görlitz und Bautzen verwendet werden.

IHK-Präsident Dr. Günter Bruntsch zum neuen Spendenkonto: "Jetzt gilt es, rasch einen Verteilungsmodus für eingehende Gelder festzulegen, welcher möglichst viele der Betroffenen einbezieht, aber auch abwägt, welche Beträge im Einzelfall ernsthaft helfen."

Erwerben Sie mit dieser DVD ein Dokument der jüngsten Zeitgeschichte in unserer Heimat und unterstützen Sie Unternehmen der Oberlausitz bei Ihrem Kampf gegen die Folgen der Fluten und um den Erhalt von Arbeitsplätzen in unserer Region.

Bestellen Sie jetzt die DVD "Hochwasser 2010" - die Dokumentation wird voraussichtlich ab 25. August ausgeliefert

Spendenkonto der Hochwasserhilfe für Leuba und Ostritz

Stadt Ostritz

Kto: 3400000000

BLZ: 85050100

Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Verwendungszweck:

Einwohner spenden für Leuba und Ostritz

Quelle: Archivierte Mitteilungen vom 20.08.2010; Informationen zur Soforthilfe, Bericht aus Dietlikon und Ankündigung von euroregional TV/Oberlausitz TV.

Ein veralteter Hinweis auf die linke Navigationsleiste wurde durch einen sachgleichen Satz zum Film ersetzt.

Hilfsaktion aus Dietlikon in der Schweiz

Auf Grund des schlimmsten Hochwassers an der Neisse bildeten wir ein Team Freiwilliger von Feuerwehr und Zivilschutz aus Dietlikon / Schweiz und kamen meiner Heimatstadt Ostritz / Deutschland …

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Aktuelle Informationen - 23.08.2010

Hilfsaktion aus Dietlikon CH

Auf Grund des schlimmsten Hochwassers an der Neisse bildeten wir ein Team Freiwilliger von Feuerwehr und Zivilschutz aus Dietlikon / Schweiz und kamen meiner Heimatstadt Ostritz / Deutschland vom 13.08.-16.08.2010 zur Hilfe. Wir führten alles benötigte Material mit uns um an den Einsatzstellen selbstständig arbeiten zu können und die örtliche Feuerwehr Ostritz wo immer möglich zu entlasten.

Am 12.08.2010 fuhren wir gegen 19:00 von Dietlikon-CH Richtung Deutschland und kamen am 13.08.2010 früh 5:00 in Ostritz an. Nach ein paar Stunden Schlaf und Einweisung durch den Krisenstab im Rathaus und Ortswehr übernahmen wir gegen 09:00 unseren ersten Einsatzposten.

Was wir am Freitagmorgen in Ostritz zu Gesicht bekamen war sehr bedrückend!

Trotz der neuen Hochwasserschutzanlagen hatte die Flut enorme Schäden und Verwüstungen hinterlassen und die Fluthöhe war weit höher als je zuvor.

Ganze Erdgeschosse und Keller mussten völlig leer geräumt werden. Selbst Sanitäranlagen wie eingebaute und geflieste Badewannen hat das Wasser zerstört.

Wie in den Bildern erkennbar, fanden wir auch ein Haus / Keller mit einer hochgehobenen und gerissenen Bodenplatte. Das Grundwasser sprudelte wie eine Quelle durch die Risse ins Haus.

Für unsere Einsätze hatten wir 2 grosse Saugpumpen, 4 grosse + kleine Tauchpumpen, 3 Genera-toren, 4 Beleuchtungseinheiten und 2 Wasser-Industriesauger sowie rund 600m Schläuche dabei.

Ca. 16 Keller wurden von uns in diesen Tagen leer gepumpt, teilweise mehrmals, damit die Bewohner das zerstörte Mobiliar und den angeschwemmten Unrat beseitigen konnten. Wenn notwendig halfen wir auch die Räume von Schlamm zu befreien. Eine etwa 500-800qm grosse Wiese direkt an Einfamilienhäusern gelegen, befreiten wir vom Schmutzwasser. Dies drückte immer wieder in die anliegenden Keller nach und war ausserdem ein möglicher Seuchenherd.

Am Samstag, den 14.08.2010 halfen wir der Ostritzer Feuerwehr beim Stellen der Spundwand nach erneutem Auslösen von Hochwasseralarm.

Nach dem wir unser Material gereinigt und überprüft hatten ging es am Montag, den 16.08.2010 um ca. 12:00 wieder Richtung Schweiz.

Wir hoffen durch unseren Einsatz den Ostritzer Einwohnern unsere Verbundenheit zeigen zu können und das Wissen das sie nicht allein sind.

Der Feuerwehr Ostritz danken wir für Ihre Gastfreundschaft, der guten Tagesverpflegung und der Hilfe beim Reinigen unseres Materials. Die Einladung zum Spritzenfest in 2011 nehmen wir dankend an.

Dank unserer Sponsoren konnten wir teilweise Einsatzmaterial der Stadt Ostritz als Spende überlassen. Dafür ein grosses Dankeschön.

Folgende Institutionen und Firmen haben uns bei diesem Einsatz materiell und / oder finanziell unterstütz:

Gemeinde Dietlikon / Schweiz

Keller Frei Tiefbau AG, Zürich / Schweiz

Baumarkt Obi, Volketswil / Schweiz

Gebäudeversicherung Kanton Zürich / Schweiz

Stützpunktfeuerwehr Wallisellen / Schweiz

Bauamt Opfikon / Schweiz

Brandschutz P. Keller, Dietlikon / Schweiz

sowie für Unterkunft und Verpflegung:

Familie Kretschmer und Schurig, Apfelweg, Ostritz / Deutschland

Wer etwas mehr über unsere Feuerwehr und den Ort Dietlikon im Kanton Zürich wissen möchte kann folgende Adresse unserer Homepage benutzen http://www.dietlikon.ch/ . Der Einsatz ist auch auf unserer Homepage hinterlegt. Gleich direkt zur Feuerwehr geht es unter folgender Adresse hier.

Quelle: Bericht des freiwilligen Helferteams aus Feuerwehr und Zivilschutz Dietlikon; archiviert am 23.08.2010.

Spenden, Hilfsgüter und der Neustart der Betriebe

Die Benefizveranstaltung am Wochenende zu Gunsten der Ostritzer und Leubaer Hochwasseropfer erbrachte 1000 Euro. Darüber informierte Stephanie Bergemann von der Ostritzer Jugend, die das …

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Aktuelle Informationen - 24.08.2010

Benefizveranstaltung erbringt 1000 Euro

Die Benefizveranstaltung am Wochenende zu Gunsten der Ostritzer und Leubaer Hochwasseropfer erbrachte 1000 Euro. Darüber informierte Stephanie Bergemann von der Ostritzer Jugend, die das Spendenfest an der Viebigstraße organisiert hatte. Die Spendensumme wurde gestern der Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange übergeben. Die Organisatoren und die Stadt danken allen Spendern.

DRK stellt Ostritz Lüfter zur Verfügung

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat für die Hochwasseropfer in der Stadt Ostritz 30 Lüfter zur Verfügung gestellt. Weitere Lüfter erhielten die Neißestädter über die Aktion „Mensch hilft“. „Wir hatten sogar noch einige übrig, die wir dann an die Stadt Zittau abgegeben haben“, berichtet die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange.

Autohaus Oderwitz hilft Ostritzer Flutopfern

Das Autohaus Körner hat jetzt in der Ostritzer Turnhalle einen Lkw mit Sachspenden für Flutopfer abgegeben. Von Waschmaschinen, Elektroherden über Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Geschirr, Besteck und Kochgeschirr bis hin zu Decken, Schuhen und Kinderspielzeug war alles vertreten.

Ranko Balog (r.) aus Grimma entlädt mit Lothar Schmidt vom Ostritzer Bauhof den Transporter mit Hilfsgütern. Foto: Matthias Weber

Grimma unterstützt Ostritzer Hochwasseropfer mit 15000 Euro

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger übergab am Freitag an die Stadt Ostritz eine Spende von 15000 Euro für die Opfer der jüngsten Hochwasserkatastrophe. Außerdem übergaben die Westsachsen einen Transporter voller Sachspenden, darunter mehrere Kühlschränke, Waschmaschinen, Doppelherde, Handschuhe, Gummistiefel, Schaufeln und Besen.

Das Geld und die Sachspenden wurden von Einwohnern, Händlern und Unternehmern aus Grimma sowie der Stadt Grimma zusammengetragen. Die Initiative ging vom Hotelier Fred Urban aus, dessen Frau aus der Neißestadt stammt. Urban stellt der Stadtverwaltung auch sein Auto leihweise zur Verfügung.

Berger bot der Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange weitere Sachspenden an. So könnte Grimma zahlreiche Kiefernmöbel an die Neißestädter abgeben. „Das ist wie im Märchen“, freut sich Marion Prange.

Die Stadt Ostritz will für betroffene Hausbesitzer eine Versammlung organisieren, bei der darüber informiert werden soll, was bei der notwendigen Haussanierung nach der Flut zu beachten ist. Auch hier wollen die Grimmaer Unterstützung leisten. Die Stadt Grimma wurde im Jahr 2002 selbst schwer vom Hochwasser getroffen, der damalige Schaden belief sich auf rund 250 Millionen Euro.

Erst jüngst hatte Grimma eine größere Geldspende an die Stadt Zittau übergeben. „Uns wurde damals massiv geholfen“, erklärt der Grimmaer Oberbürgermeister. „Für uns stand danach fest, wenn so etwas wieder passiert, wollen wir nun anderen helfen.“

Bürgermeisterin dankt Nachbarwehr

Die Ostritzer Rathauschefin Marion Prange hat die Feier zum 130-jährigen Bestehen der Bernstädter Feuerwehr besucht. Dort hat sie sich für die tatkräftige Unterstützung nach dem Hochwasser bedankt. Neben der Bernstädter halfen auch die Wehren aus Kiesdorf, Kemnitz und Herrnhut nach dem Hochwasser in Ostritz.

Unternehmer wollen nach Flut weitermachen

Robert Fuchs (l.) und sein Mitarbeiter Rene Wache. Die Fensterbaufirma wurde durch die Flut ebenfalls stark beschädigt.

Bäckermeister Jörg Geißler blickt wieder optimistisch in die Zukunft. „Wir wollen weitermachen“, sagt der Ostritzer. Vor einigen Tagen war er sich da nicht so sicher. Ruinierte ihm die Flut doch gerade den Betrieb, und das gleich an zwei Standorten. Der Laden in der Klosterstraße wurde komplett verwüstet, das Wasser stand hier bis 1,70 Meter hoch. „Das ist ganz traurig, weil hier sämtliche Bestellungen und Lieferungen für unsere sechs Filialen zusammenlaufen“, erklärt der 50-Jährige. Viele wichtige Dokumente riss die Flut mit sich. Geißler hofft, dass der Rechner wieder in Gang gebracht werden kann. Der Laden selbst bleibt noch einige Monate geschlossen.

Knetmaschine leihweise

Im Betrieb an der Bahnhofstraße wird dagegen wieder gebacken – zumindest Brot und Semmeln. Monteure waren in den vergangenen Tagen intensiv damit beschäftigt, die Backöfen zu reparieren. Alle anderen Maschinen werden derzeit in Dresden instandgesetzt. „In der nächsten Woche bekommen wir hoffentlich die ersten zurück“, sagt Geißler. Vom Fachgrosshandel Bäko erhielt die Ostritzer Bäckerei leihweise eine Knetmaschine sowie eine alte Semmelpresse.

Unterstützung kommt auch von anderen Bäckern. So beliefert die Bäckerei Kolbe aus Oberseifersdorf seit dem Hochwasser die Geißler-Filialen in Ostritz und Bernstadt, die Niederschlesische Bäckerei produziert ihrerseits für den Laden in Löbau mit. Das Geschäft in Berthelsdorf ist vorübergehend geschlossen, die Filiale in Görlitz soll nächste Woche wieder anlaufen.

An einen so schnellen Neustart ist bei der Fleischerei Volkmann nicht zu denken. Die Flut sorgte für einen technischen Totalschaden, der Verlust beläuft sich auf gut 175000 Euro. Christa Volkmann, die die Fleischerei seit 1992 leitet, will das Geschäft dennoch wieder aufbauen. Auch wenn sie bald 61 Jahre wird und nicht mehr so lange arbeiten muss.

Auch Ina Kerkhoff kämpft um ihren „Eisgarten Hellwig“. In diesem Jahr sei an eine Wiedereröffnung aber nicht mehr zu denken, erklärt die 36-Jährige. Der komplette Eisgarten stand unter Wasser, der Schaden liegt bei rund 100000 Euro. Allein eine neue Eismaschine kostet 25000 Euro. Aus eigener Kraft kann Ina Kerkhoff dies nicht stemmen. Sie hofft auf schnelle Hilfe vom Staat. „Darlehen kommen nicht in Frage, es müssen nicht zurückzahlbare Hilfen sein“, sagt sie. Und auch die müssten sehr schnell ausgezahlt werden, damit die Schäden noch vor dem Winter behoben werden können. Nur dann kann der Eisgarten pünktlich zur nächsten Saison öffnen.

Kein Geld für neue Maschinen

Kaum anders ist die Situation bei Bernd Hoffmann. Ohne staatliche Hilfe wird sein „Ostritzer Krug“ wohl nie mehr öffnen. Bernd Hoffmann, der die Gaststätte seit 1985 betreibt, hat die Hoffnung aber noch nicht verloren. Die gereinigten Maschinen und Geräte sollen wieder zum Laufen gebracht werden. Neue kann sich der Gastronom keine leisten.

Die Maschinen bei „Fenster Fuchs“ sind nach der Flut fast alle unbrauchbar. Auf mehrere Hunderttausend Euro schätzt Robert Fuchs den Schaden. Er will dennoch versuchen, die Firma neu aufzubauen. Und das am bisherigen Standort an der Bahnhofstraße.

Fotos: SZ, Matthias Weber

Quelle: Zeitgenössische Presseschau vom 24.08.2010; im Original Bildnachweise SZ / Matthias Weber.

Entsorgung, Trinkwasser und staatliche Hilfsprogramme

Der Abtransport von anfallendem Bauschutt ist mittels Container vom Eigentümer selbst über die Entsorgungsfirma zu beauftragen. Durch diese werden nur die Transportkosten in Rechnung gestellt.

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Off. Information der Stadt Ostritz – Donnerstag, 26.08.2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

1. Müll und Kosten

Der Abtransport von anfallendem Bauschutt ist mittels Container vom Eigentümer selbst über die Entsorgungsfirma zu beauftragen. Durch diese werden nur die Transportkosten in Rechnung gestellt.

Betroffene, welche eine Versicherung für Hochwasser abgeschlossen haben, können diese Rechnungen bei dem Versicherungsunternehmen geltend machen.

Betroffene ohne Versicherungsschutz reichen die Rechnungen in der Stadtverwaltung ein. Diese werden gebündelt an den Landkreis weitergeleitet, welcher die Rechnungen an die Entsorgungsfirma begleicht. Somit entstehen dem Betroffenen keine Kosten.

2. Trinkwasser

Mittlerweile wurde von mehreren Durchfall-Fällen berichtet, bei denen verschiedene Krankheitserreger nachgewiesen sind. Das soll nochmal zum Anlass genommen werden, um über die Qualität des Trinkwassers zu informieren. Nach Aussage der Stadtwerke Görlitz hat dies weiterhin keine Trinkwasserqualität, was auch bis auf Weiteres so bleiben wird.

Bitte kochen Sie bis zur Normalisierung weiterhin das Wasser mindestens 3 Minuten ab. Zum Auswaschen von Wunden verwenden Sie bitte auch nur abgekochtes Wasser, da es sonst zu akuten Wundentzündungen (Vereiterungen) kommen kann.

Sobald das Wasser wieder Trinkwasserqualität hat, werden wir entsprechend darüber informieren. Bitte beachten Sie dazu auch die Informationen in Presse und Rundfunk.

3. Schadensmeldung

Noch nicht alle Betroffenen haben die etwaige Schadenshöhe an die Stadtverwaltung gemeldet. Wir möchten Sie bitten, dies bei Frau Golde durch Vorsprache im Rathaus (Zimmer 7) oder telefonisch unter 884-20 unbedingt nachzuholen.

4. Stromgutschrift

Alle betroffenen Privatkunden erhalten zum Trocknen von Häusern oder Wohnungen bzw. zum Betreiben von Pumpen einen Preisvorteil im Wert von 50 Euro. Die Gutschrift erfolgt mit der nächsten Rechnung. Dazu genügt ein formloser Antrag, per Brief (ENSO, 01064 Dresden, Kundenservice) oder E-Mail (service@enso.de).

Betroffenen Gewerbekunden will die ENSO individuell helfen. Deshalb werden sie gebeten, unter der kostenfreien Service-Telefonnummer 0800 6686868 mit der ENSO Kontakt aufzunehmen.

5. Sachspendenkoordination DRK

Nach wie vor werden die Sachspenden im DRK-Stützpunkt Lessingstraße (Turnhalle) koordiniert, entgegengenommen und ausgegeben.

Wir bitten, alle Spender und Betroffenen, sich direkt mit Ihren Anfragen und Angeboten an das DRK zu wenden. Tel. 0170/799 70 54

Die Angebote wurden bisher leider nur zögerlich angenommen. Wir bitten daher alle Betroffenen noch einmal, die Möglichkeit des Empfanges einer Sachspende wirklich zu nutzen und auch beim DRK den Bedarf an weiterer sachlicher Hilfe anzugeben.

Öffnungszeiten bis auf weiteres: täglich 9.00 Uhr – 18.00 Uhr

Ihre Marion Prange

Bürgermeisterin

Spendenkonto der Hochwasserhilfe für Leuba und Ostritz

Stadt Ostritz

Kto: 3400000000

BLZ: 85050100

Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Verwendungszweck:

Einwohner spenden für Leuba und Ostritz

Für Spenden, welche direkt an eine Einzelperson / Familie / Unternehmen / Organisation / Einrichtung weitergeleitet werden sollen, verwenden Sie bitte dieses Beiblatt. Bitte nicht im Verwendungszweck angeben!

Außerdem steht hier ein Merkblatt zur Verfahrensweise bei den Spenden im Hochwasserfall bereit (Spendebescheinigungen ect.).

Hochwasser in Sachsen 2010 - Der Freistaat informiert

Soforthilfepauschale überwiesen

Das sächsische Finanzministerium hat am 20.08.2010 die Soforthilfepauschale für Hochwassergeschädigte an die betroffenen Landkreise und Kommunen überwiesen. Die Verteilung der insgesamt 5 Millionen Euro Soforthilfemittel erfolgte nach einem Schlüssel, der nach den von den Kommunen über die Landratsämter gemeldeten betroffenen Haushalten berechnet wurde. Auf die einzelnen Landkreise entfallen somit:

Gebietskörperschaft / Soforthilfepauschale

Erzgebirgskreis: 177.182 €

Landkreis Zwickau: 21.608 €

Stadt Chemnitz: 59.637 €

Landkreis Bautzen: 861.711 €

Landkreis Görlitz: 2.633.535 €

Landkreis Sächs. Schweiz/Osterzgebirge: 1.246.327 €

Die Landkreise und Kommunen können mit der Soforthilfepauschale eigenverantwortlich Mittel zur Linderung von Not in konkreten Einzelfällen bereitstellen. Insbesondere für Geschädigte, die keine Leistungen aus anderen Hilfsprogrammen erhalten können. Weiterhin können die Mittel auch für kommunale Notmaßnahmen eingesetzt werden, z.B. zur Beräumung, Beseitigung von Schlamm und erste Instandsetzungsarbeiten.

Staatssekretär Wolfgang Voß: »Diese Soforthilfe soll dort ankommen, wo die Not am größten ist. Wir vertrauen dabei auf die Landkreise und Kommunen, weil sie die Situation vor Ort am besten einschätzen können.«»Jetzt haben wir ein Gesamthilfspaket geschnürt, das Niemanden in seiner Not im Stich lässt«, betonte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich am Dienstag nach der Kabinettssitzung. »Wir sind mit allen Hilfsprogrammen in der Lage, schnell und unkompliziert zu helfen.«

Weiter sagte Tillich: »Bereits in der Sitzung am 10. August hat das Kabinett umfangreiche Hilfsmaßnahmen auf Darlehensbasis beschlossen. Damit können Hauseigentümer, Unternehmer und Kommunen unkompliziert auf Kredite zu Vorzugskonditionen für den Wiederaufbau zugreifen. Die Kredite können als Eigenmittel bei weiteren Förderprogrammen eingesetzt werden. Für Versicherte und diesen Gleichgestellten, die nachweislich keine Versicherung erhalten haben, stehen damit ab sofort finanzielle Mittel bereit.Zusammen mit Landkreisen und Kommunen stellt der Freistaat Sachsen jetzt weitere fünf Millionen Euro an Soforthilfen für Hochwassergeschädigte zur Verfügung. Damit rundet die Staatsregierung das staatliche Hilfspaket ab.« Mit der Soforthilfepauschale stehe auch ein Instrument für Fälle echter Not zur Verfügung. Das kann die Familie mit geringem Einkommen sein, der Handwerker, der als Einzelunternehmer seine Familie ernährt oder Notmaßnahmen in Kommunen.

Über die Gelder aus der Soforthilfepauschale wird in einem Gremium, in dem Kommunen; Landkreise, Landesdirektionen und die Wohlfahrtsorganisationen zusammenarbeiten, entschieden. Die Einzelfälle werden genau geprüft und unkompliziert und schnell bearbeitet. »Es geht jetzt darum, sich auf den Wiederaufbau zu konzentrieren und aus allen Hilfen schnell Taten werden zu lassen«, betonte der Ministerpräsident. In diesem Zusammenhang dankte er den vielen freiwilligen Helfern vor Ort, die bereits Großes geleistet hätten.

»Mit den passenden Lösungen kann auch in schwierigen Einzelfällen der Wiederaufbau zügig beginnen«, betonte der Ministerpräsident.

Hilfsangebote der Sächsischen Staatsregierung

Wichtig: die Schäden bei den zuständigen Stellen (Gemeinden, Landkreisämtern) melden. Je früher dies geschieht, desto schneller kann das Sonderprogramm greifen und der Wiederaufbau beginnen.

Die Sächsische Aufbaubank (SAB) berät individuell jeden Geschädigten. Nähere Informationen über die Lage der Beratungsstellen und Öffnungszeiten, finden Sie auf der folgenden Seite: Hochwasserberatung der SAB .

Damit der Wiederaufbau zügig begonnen werden kann, hat die Staatsregierung eine Reihe von Maßnahmen zur Minderung und Beseitigung von Hochwasserschäden ergriffen, darunter Soforthilfen und Förderprogramme. Die Betroffenen können dabei die Soforthilfen dabei als Eigenkapital für Förderprogramme einsetzen, aus denen Zuschüsse gewährt werden.

Vereinfacht dargestellt ergibt sich folgender Überblick:

1. Privatpersonen

Vorfinanzierungsdarlehen helfen Eigentümern bei der Instandsetzung versicherter oder nicht versicherungsfähiger Grundstücke und Gebäude.

Für bewohnte Wohngebäude einschließlich Rohbauten und in Rekonstruktion befindlichen Gebäuden können Eigentümer spezielle Darlehen beantragen.

Schließlich gibt es für neue (energiesparende) Heizkessel in vom Hochwasser betroffenen Objekten ein Zuschuss von 1.250 Euro.

2. Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Verkehrsunternehmen

Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Angehörige der freien Berufe und Vermieter gewerblich genutzter Immobilien erhalten Darlehen zur Beseitigung von Schäden am Anlage- und Umlaufvermögen.

Liquiditätshilfedarlehen sollen indirekte Schäden (Umsatzausfall, allgemeine Betriebsmittel) bei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Angehörigen der freien Berufe ausgleichen helfen.

Nahverkehrsunternehmen, Schieneninfrastrukturunternehmen, Kommunen und Verkehrsverbünde erhalten Zuschüsse bis zu 90 % für Schäden an Fahrzeugen und Infrastruktur (Zuschuss für Baunebenkosten bis zu 15 %).

Liquiditätszuschüsse sichern die Wiederherstellung und Weiterführung des Betriebs von Land-, Forst- und Fischwirten.

Investieren die Maßnahmen in die wertschöpfungs- und beschäftigungsorientierte Betriebsausrichtung in der Landwirtschaft, können sie gefördert werden, wenn die Betriebe Waren des Anhang I des EG-Vertrages produzieren.

Für Waldbesitzer können entsprechende Maßnahmen des Waldumbaus und des forstlichen Wege- und Brückenbaus gefördert werden.

3. Kommunen

Gemeinden, Landkreise, Zweckverbände, Anstalten des öffentlichen Rechts und Körperschaften nach Sächsischem Kirchengesetz erhalten zur Behebung von Schäden an öffentlichen Einrichtungen und kommunaler Infrastruktur Kommunaldarlehen.

Für unmittelbare Flutschäden an der Infrastruktur können Landkreise, kreisfreie Städte und, Gemeinden als kommunaler Straßenbaulastträger bei Straßen- und Brückenbauvorhaben einen Zuschuss bis zu 90 % (10 % für Baunebenkosten) erhalten.

Die Beseitigung von Schäden an der Grundversorgung, im Landtourismus, am ländlichen Kulturerbe und der kleinen touristischen oder soziokulturellen Infrastruktur kann im Rahmen der Ländlichen Entwicklung gefördert werden.

Abwasserzweckverbände können hochwasserbedingte Sofort- sowie Instandsetzungs- und Ersatzmaßnahmen an Wasserversorgungs- beziehungsweise Abwasseranlagen Zuschüsse bis zu 90 % beantragen.

Für Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr sowie Instandsetzungs- und Ersatzmaßnahmen an Gewässern und wasserbaulichen Anlagen der Kommunen sind Zuschüsse bis zu 90 % möglich.

4. Kommunale Einzelfallpauschale für besondere Fälle

Mit der sogenannten Einzelfallpauschale können Landkreise und Gemeinden direkt vor Ort eigenverantwortlich und unkompliziert dort helfen, wo die oben beschriebenen Hilfen nicht greifen.

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 26.08.2010; Informationen des Freistaates Sachsen.

Arbeitsgruppe für Fluthilfe und Härtefallanträge

Am Donnerstag, den 26.8.2010 wurde im Stadtrat eine Arbeitsgruppe Fluthilfeopfer aufgestellt, die sich aus Vertretern des Stadtrates, nicht betroffenen Bürgern, dem Ältestenrat, den beteiligten …

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Off. Information der Stadt Ostritz - Dienstag 31.08.2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

Soforthilfepauschale für Härtefälle

Am Donnerstag, den 26.8.2010 wurde im Stadtrat eine Arbeitsgruppe Fluthilfeopfer aufgestellt, die sich aus Vertretern des Stadtrates, nicht betroffenen Bürgern, dem Ältestenrat, den beteiligten Hilfsorganisationen und Vertretern der beiden Kirchgemeinden, sowie einem bestellten Obhutsmann/frau(nicht aus Ostritz) zusammensetzt (ohne Bürgermeisterin und ohne Stadtverwaltung).

Diese soll in den nächsten Tagen die vom Land bereitgestellten, sowie die anderen eingegangenen privaten Spendengelder an Hilfsbedürftige und Härtefälle verteilen. Für eine weitestgehend gerechte Verteilung der Gelder, sollen die am Freitag, den 27.8. einheitlich vom und für den Landkreis Görlitz vorgegebenen Kriterien und Richtlinien für stark Betroffene, in den Kommunen dienen.

Leider lassen die geringen Gelder, welche zur Verteilung kommen können, keine, wie ausdrücklich gewünscht, unkomplizierte Handhabung zu.

Vielmehr wird jeder betroffene Haushalt in den nächsten Tagen einen Fragebogen erhalten (auch im Rathaus erhältlich), in dem um bestimmte Angaben gebeten wird, die eine Bewertung möglich machen. Bitte versuchen Sie diesen Fragebogen unbedingt bis zum 08.09.2010 im Rathaus abzugeben.

Richtlinie Antrag Private Antrag Gewerbe

Ihre Marion Prange

Bürgermeisterin

Spendenkonto der Hochwasserhilfe für Leuba und Ostritz

Stadt Ostritz

Kto: 3400000000

BLZ: 85050100

Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Verwendungszweck:

Einwohner spenden für Leuba und Ostritz

Für Spenden, welche direkt an eine Einzelperson / Familie / Unternehmen / Organisation / Einrichtung weitergeleitet werden sollen, verwenden Sie bitte dieses Beiblatt. Bitte nicht im Verwendungszweck angeben!

Außerdem steht hier ein Merkblatt zur Verfahrensweise bei den Spenden im Hochwasserfall bereit (Spendebescheinigungen ect.).

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 31.08.2010.

Bürgerversammlung, Trinkwasser und Hochwassergeschichten

Unter dem Motto „Was ist geschehen – Wie kann es weiter gehen?", möchten wir mit den Betroffenen in ein sachliches Gespräch kommen.

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Informationen Anschlagtafel Teil 7 der Stadt Ostritz

1. Bürgerversammlung zum Thema Neißeflut 2010

Am Dienstag, den 14.9.2010 um 19.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Leuba

Unter dem Motto „Was ist geschehen – Wie kann es weiter gehen?", möchten wir mit den Betroffenen in ein sachliches Gespräch kommen.

Wir werden aktuelle Informationen geben und freuen uns auf hilfreiche Gäste aus der Stadt Grimma, welche uns gern als „ehemals selbst Flutbetroffene" wertvolle Tipps und Hinweise zur Bewältigung der Flutfolgen geben und uns unterstützen möchten.

Zu dieser Veranstaltung wird es einen Shuttlebus zwischen Ostritz und Leuba geben.

Wir bitten diese Möglichkeit unseren älteren Bürgern, welche nicht selbst mit dem PKW fahren können, vorzubehalten. Nähere Informationen folgen in den nächsten Tagen über einen Aushang, in der Presse-SZ und auf unserer Homepage (www.ostritz.de).

2. Zusammenkunft der vom Hochwasser betroffenen Gewerbetreibenden und Unternehmen der Stadt Ostritz am Dienstag, den 7.9.2010 um 18.00 Uhr im „Ostritzer Krug"

Unter dem Motto, „Unternehmer fordern sofortige und wirksame Hilfe", sollen klare Forderungen an die Politik erarbeitet und einheitlich zusammengefasst werden. Dazu werden die Unternehmen gebeten, 2-3 aussagekräftige Fotos der von der Flut zerstörten Betriebsstätte im Vorfeld an folgende Mailadresse zu senden:

info@ds-werbung.de

Ansprechpartner für dieses Treffen ist Herr Schulze, Holger - DS Werbung Ostritz. Wir werden versuchen, zu dieser Veranstaltung einen Vertreter aus der Politik und der Presse einzuladen.

3. Sprechstunde der Sächsischen Aufbaubank im Rathaus am Dienstag, den 14.9.2010

In der Zeit von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr bietet die SAB persönliche Beratungen für Unternehmen und Betriebe an. In der Zeit von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr können Privatpersonen die Beratungsleistungen in einem persönlichen Gespräch in Anspruch nehmen.

4. Trinkwasser

Wie Sie kurzfristig durch die Stadtwerke Görlitz bereits informiert wurden, hat das Leitungswasser in Ostritz ab sofort wieder Trinkwasserqualität und braucht nicht mehr abgekocht zu werden.

5. Hochwassergeschichten

Das Wasser der Neiße hat vielen unserer Einwohner ihre Existenz gewaltsam entrissen. Andere sind von den Fluten weniger berührt. Die Menschen sind in Zeiten der Not zusammen gerückt, aber es gab auch nicht nur trautes Miteinander. Vieles ist geschehen, das nicht in Vergessenheit geraten darf… So entstand die Idee, diese Erlebnisse zu sammeln, sei es als aufgeschriebene Geschichte, als Datei, Foto, Videobeitrag oder als eine mit dem Mikrophon aufgenommene Erzählung.

Im Ergebnis wollen wir eine Flut dokumentieren, die von vielen so unterschiedlich erlebt wurde, mit all ihrer Trauer, Zweifeln, Wut und Angst, aber auch Hoffnung, Zuversicht und Liebe.

Später werden wir gemeinsam mit Ihnen entscheiden, wie diese Dokumentation aussehen wird. Senden Sie uns Ihr Material, Bilder oder Daten zur Flut, schreiben Sie uns oder mailen Sie, wie es Ihnen in diesen schweren Tagen ergangen ist und welche Erfahrungen Sie gemacht haben, die Sie anderen mitteilen möchten, wir freuen uns auf Ihre Post!

Ihre Marion Prange

Bürgermeisterin

Spendenkonto der Hochwasserhilfe für Leuba und Ostritz

Stadt Ostritz

Kto: 3400000000

BLZ: 85050100

Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Verwendungszweck:

Einwohner spenden für Leuba und Ostritz

Für Spenden, welche direkt an eine Einzelperson / Familie / Unternehmen / Organisation / Einrichtung weitergeleitet werden sollen, verwenden Sie bitte dieses Beiblatt. Bitte nicht im Verwendungszweck angeben!

Außerdem steht hier ein Merkblatt zur Verfahrensweise bei den Spenden im Hochwasserfall bereit (Spendebescheinigungen ect.).

Quelle: Stadt Ostritz, Informationen Anschlagtafel Teil 7; Tagesnavigation und HTML-Titel vom 01.09.2010.

Datierung nach Tagesnavigation und HTML-Titel; im eigentlichen Mitteilungstext kein Veröffentlichungsdatum genannt.

Unternehmer fordern wirksame Soforthilfe

In einem offenen Brief wenden sich nun die Unternehmer des Allgemeinen Unternehmerverbandes Zittau an den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU).

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Unternehmer laufen Sturm - Druck auf den sächsischen Ministerpräsidenten nimmt zu

In einem offenen Brief wenden sich nun die Unternehmer des Allgemeinen Unternehmerverbandes Zittau an den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU).

Sie bemängeln die staatliche Hilfe für die vom Hochwasser betroffenen Betriebe und Unternehmen. Hier der Brief in ungekürzter Fassung:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

noch betroffen und geschockt sehen wir auf die Folgen des August-Hochwassers 2010. Die zwischenzeitliche Berichterstattung und Diskussion über materielle Schäden und Einzelschicksale war sehr ausgiebig.

Ihrerseits und auch von Seiten anderer Verantwortlicher wurde unbürokratische und schnelle Hilfe für die Betroffenen zugesagt und gleichzeitig das Vertrauen in den Zukunftswillen der Bürger und Unternehmen bei der Beseitigung der Flutschäden und der Wiederherstellung normaler Lebensbedingungen in den betroffenen Gebieten entlang der Neiße zum Ausdruck gebracht.

Die Menschen und Unternehmen in der Region entwickeln tatsächlich größte Anstrengungen und vielfältige Aktivitäten bei der Flutschadensbeseitigung und dem Wiederaufbau. Alle erdenklichen Möglichkeiten der gegenseitigen und auch der kommunalen Hilfe werden zur Unterstützung herangezogen.

Mit großem Engagement wurde 2002 durch den Bundestag mit dem Fluthilfesolidaritätsgesetz u.a. ein Fonds „Aufbauhilfe“ mit einem Ausgabevolumen von 7,1 Milliarden Euro eingerichtet , so dass damals die Schadensbehebung schnell und wirksam angegangen werden konnte.

Wo aber bleibt die konkrete, wirksame Soforthilfe des Landes Sachsen und des Bundes heute?

Nach bisherigen Angaben belaufen sich die Schäden im Bereich des Landkreises Görlitz auf ca. 425 Millionen Euro. Dabei sind sicher aber lediglich unmittelbare materielle Direktschäden enthalten und Schäden im Rahmen von Betriebsunterbrechungen sowie andere Folgeschäden nicht erfasst.

Wir erlauben uns den Hinweis, dass die Klein-und Mittelstandsunternehmen in unserem Landkreis geringe Eigenkapitalquoten aufweisen. Unter derartigen Bedingungen sind allein zusätzliche Kredite, egal mit welchem Zinssatz, keine wirkliche Hilfe! Eher führen zusätzliche Kreditaufnahmen dann um so schneller direkt in die Insolvenz. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen hier gegen fast alles, aber eben nicht gegen Hochwasserschäden versichert waren. Ursache ist aus unserer Sicht,daß die Versicherungswirtschaft heute in erster Linie offenbar nicht mehr auf die Versicherung von möglichen Schäden, sondern eher auf die Erwirtschaftung von Renditen ausgerichtet ist!

Warum gibt es keine umgehenden finanziellen Hilfen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen, um den betroffenen Unternehmen die möglichst zeitnahe Wiederaufnahme der Produktion und damit auch die Sicherung der Arbeitsplätze zu ermöglichen?

Bisher wurden durch das Land Sachsen Sofortmittel in Höhe von 5 Millionen Euro bereitgestellt. In Anbetracht des tatsächlich eingetretenen Schadens sind diese Mittel nicht nur unzureichend; für uns stellt sich eher die Frage ob die Menschen und Unternehmen in der Region dies als „aktive Sterbehilfe“ ansehen sollen.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland (Gleichbehandlungsgrundsatz) und betrachten es als Unrecht, die Opfer einer zurückliegenden Katastrophe, wie bei der Flut 2002, besser zu stellen, als die Opfer der Flut 2010.

Viele Bürger und Unternehmen in der Region sind durch die Flutschäden ernsthaft in ihrer Existenz bedroht. Eine hohe Anzahl von Arbeitsplätzen steht auf dem Spiel. Wir erwarten, daß Sie Ihre Verantwortung als Ministerpräsident dieses Landes wahrnehmen und Ihren Amtsschwur, nämlich Schaden von den Bürgern und Bürgerinnen Sachsens abzuwenden, auch erfüllen.

Wir fordern Sie auf, unverzüglich wirksame Hilfe zu leisten und mit Ihrer Regierung in Sachsen, wie auch auf Bundesebene für den Aufbau eines angemessenen Hilfsfonds nach dem Vorbild aus dem Jahr 2002 zu kämpfen."

Zittau, 27.08.2010 - Vorstand des Allgemeinen Unternehmerverbandes Zittau und Umgebung

Quelle: Offener Brief des Allgemeinen Unternehmerverbandes Zittau und Umgebung vom 27.08.2010; im Tagesarchiv unter 04.09.2010 abgelegt.

04.09.2010 ist das Datum der Archivnavigation; der vollständig abgedruckte offene Brief ist auf 27.08.2010 datiert.

Schadensbilanzen und die Debatte um weitere Hilfen

Die sächsische Landesregierung schätzt bislang, dass das Hochwasser im August Schäden in Höhe von 800 Millionen Euro verursacht hat. Die Soforthilfe beläuft sich hingegen auf fünf Millionen …

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Informationen und erste Bilanzen – Montag 06.09.2010

Sachsen schätzt Flutschäden auf 800 Millionen Euro

Die sächsische Landesregierung schätzt bislang, dass das Hochwasser im August Schäden in Höhe von 800 Millionen Euro verursacht hat. Die Soforthilfe beläuft sich hingegen auf fünf Millionen Euro. Und dabei wird es auch bleiben, betonte Innenminister Ulbrig bei einem Treffen mit den Bürgermeistern betroffener Kommunen. Die sind mit dieser Summe weiter unzufrieden.

Das jüngste Hochwasser in Sachsen hat nach ersten Regierungsschätzungen Schäden von rund 800 Millionen Euro verursacht. Diese Summe nannte Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Mittwoch in Dresden bei einem Treffen mit Bürgermeistern und Landräten der vom Hochwasser betroffenen Kommunen. Dennoch wird das Land seine Soforthilfe von fünf Millionen Euro nicht aufstocken. Innenminister Ulbrig sagte, es sei unangebracht, jetzt schon zu sagen, dass das Geld nicht reiche, "obwohl in vielen Fällen noch nicht ein Euro ausgezahlt ist". Viele der am Treffen beteiligten Kommunen hatten zuvor kritisiert, dass die Soforthilfe für Härtefälle nicht ausreiche.

Bürgermeister fordern Nachschlag

Der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulik (parteilos) zeigte sich vom Ergebnis des Treffens "enttäuscht". Die zugesagte Soforthilfe sei "viel, viel zu wenig". Dem MDR sagte Paulick, noch immer seien zahlreiche Fragen offen. So sei weiter unklar, wer die Soforthilfe erhalten kann. Ebenso gebe es noch immer keine Definition, wer ein sogenannter Schwerstbetroffener des Hochwassers vom August sei. Genau an diese Gruppe solle aber die Soforthilfe verteilt werden.

Ursprünglich Treffen mit Tillich gefordert

Paulick schätzt die Schäden in Privathaushalten allein für das Stadtgebiet Görlitz auf mehr als 40 Millionen Euro. Aus dem Soforthilfepaket des Landes soll die Stadt 540.000 Euro erhalten. Es könne nicht sein, dass die ohnehin klammen Kommunen bis zu 50 Prozent für die Bewältigung der Schäden nach dem Hochwasser zahlen müssten, sagte Paulick. Die Bürgermeister der betroffenen Kommunen hatten ursprünglich ein Gespräch mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich gefordert - an diesem halten sie trotz des heutigen Treffens mit Innenminister Ulbrig weiter fest.

Der Innenminister hatte am Mittwoch den Gemeindevertretern 16 Förderrichtlinien vorgestellt, die Zuschüsse, Darlehen und das Soforthilfeprogramm betreffen. Auch teilte das Innenministerium mit, die Landräte der Landkreise Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge - alle CDU-Mitglieder - seien mit den Förderrichtlinien des Freistaates zufrieden.

Landkreis Görlitz legt Schadensbilanz vor

Unterdessen legte am Mittwoch auch der Görlitzer Landrat Bernd Lange eine erste Schadensbilanz vor. Danach sind durch die Flut im Landkreis Görlitz Schäden von rund 425 Millionen Euro enstanden. In der Summe seien noch nicht einmal die Schäden auf der Bahnlinie zwischen Görlitz und Zittau berechnet. Lange forderte den Bund auf, sich mit Vetretern der Bahn und des Freitstaats so schnell wie möglich an einen Tisch zu setzen, damit die Verbindung im kommenden Jahr wieder in Betrieb gehen kann.

Laut Lange wurden durch die Flut vor allem Strassen, Brücken sowie Trinkwasser- sowie Abwasseranlagen beschädigt oder zerstört. Betroffen seien vor allem die Gemeinden Bertsdorf-Hörnitz, Waltersdorf und Großschönau. In privaten Haushalten belaufe sich der Schaden auf 126 Millionen Euro, bei Firmen auf rund 70 Millionen Euro. Der Rest verteile sich auf öffentliche Einrichtungen.

Mittel aus Flutfonds von 2002?

Die Kritiker der Hilfsmaßnahmen verlangen unterdessen, Mittel aus dem Fonds für Opfer der Jahrhundertflut 2002 bereitzustellen. Dieser Forderung hat sich am Mittwoch auch die sächsische SPD angeschlossen. Die Staatsregierung verwies darauf, dass sie nicht alleine über diese Gelder verfügen könne und die Mittel ortsgebunden seien. Görlitz etwa sei damals nicht betroffen gewesen und hätte demnach keinen Anspruch auf Hilfe aus diesem Topf. OB Paulick will dennoch seine Forderungen nach mehr Hilfe vom Freistaat aufrecht erhalten. Das sei er den Flutopfern schuldig. Für viele sei ein Darlehen keine Lösung. Sie seien in ihrer Existenz bedroht und benötigten unbürokratische Soforthilfe.

Tillich fordert mehr Eigenvorsorge vor Naturkatastrophen

Über die Hilfe für die Opfer des Hochwassers bleiben die politischen Lager in Sachsen uneinig. Während die Opposition auf deutlich mehr Geld vom Staat pocht, sieht die Landesregierung die Bürger in der Verantwortung. Ministerpräsident Stanislaw Tillich rief die Sachsen zu mehr Vorsorge gegen Unwetterschäden auf. In einer Regierungserklärung vor dem Landtag sagte Tillich, das Land müsse sich künftig auf mehr Wetterkapriolen wie Sturm, Starkregen, Hochwasser oder Dürre einstellen. Dies erfordere, dass sowohl Privatleute als auch Unternehmen und Kommunen sich ausreichend versicherten. "Deshalb steht auch jetzt wie 2002 und bei vergleichbaren Ereignissen an erster Stelle die Frage nach der Eigenvorsorge, nicht die nach staatlicher Hilfe", sagte Tillich.

Keine weiteren Zusagen

Tillich kritisierte insbesondere vom Hochwasser 2010 betroffene Kommunen ohne ausreichenden Versicherungsschutz. "Keine Versicherung für öffentliches Eigentum abzuschließen, ist nahezu unverantwortlich, wenn die Gemeinde nicht in der Lage ist, den entstandenen Schaden selbst zu schultern." Mehr finanzielle Hilfen für die Betroffenen kündigte Tillich nicht an. Bei der diesjährigen Flut habe es sich, im Gegensatz zur Jahrhundertflut 2002, nicht um eine nationale Katastrophe gehandelt, sagte er. Er hob stattdessen nochmals das Hilfsprogramm der Landesregierung hervor, das neben fünf Millionen Euro Soforthilfe zinsvergünstigte Darlehen und geänderte Förderprogramme umfasst. Tillich sicherte allen Betroffenen umfangreiche Hilfe zu. Genaueres sagte er nicht.

Acht-Punkte-Programm für besseren Hochwasserschutz

Für den künftigen Hochwasserschutz präsentierte der Regierungschef ein Acht-Punkte-Programm. In diesem ist unter anderem festgelegt, dass die Meldesystem überprüft werden, die Zusammenarbeit mit den polnischen und tschechischen Behörden ausgebaut und eine gemeinsame Hochwasserschutzstrategie für die Lausitzer Neiße entwickelt wird und dass solche Großeinsätze künftig einmal im Jahr trainiert werden. Tillich kündigte außerdem einen Versicherungsgipfel an. Bei diesem solle ausgelotet werden, wo eine bessere Absicherung möglich ist.

Grüne fordern naturnahen Hochwasserschutz

In der anschließenden Landtagsdebatte warfen die Grünen Tillich Ratlosigkeit vor. Fraktionschefin Antje Hermenau sagte: "Es ist einfach frech, demokratisch vorgebrachte Vorschläge anderer, wie zum Beispiel den zur Eigenvorsorge, mit lächelnder Chuzpe als eigenen auszugeben." Sie kritisierte die Schuldzuweisung zwischen kommunalen und Landesbehörden und forderte stattdessen Maßnahmen, die den Menschen künftig ein solches Leid ersparen. Hermenau brachte unter anderem die Idee eines sächsischen Hochwasserschutzfonds, mehr Sirenen und Rückhalteflächen ins Spiel.

Außerdem mahnte Hermenau eine bessere Klimapolitik an. Der Klimawandel sei nicht "Gottes Wille", sondern das Ergebnis veränderter Lebensbedingungen, sagte die Grünen-Politikerin. Notwendig seien nicht nur technische Maßnahmen, sondern auch ein naturnaher Hochwasserschutz.

SPD und Linke fordern 100 Millionen Euro Hilfe

Auch Linke und SPD kritisierten die Haltung der Landesregierung gegenüber den Betroffenen des Hochwassers. SPD-Fraktionschef Martin Dulig sagte, die fünf Millionen Euro seien lächerlich angesichts der geschätzten Schäden in Höhe von 800 Millionen Euro. Linke-Fraktionschef André Hahn forderte zusätzliche Mittel von mindestens 100 Millionen Euro zur Schadensbeseitigung. Hahn verlangte zudem, dass sich Sachsen im Bundesrat für eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden stark macht.

"Wenn es um Gerechtigkeit geht, dann muss den jetzt vom Hochwasser Betroffenen in vergleichbarer Weise geholfen werden wie bei der Flut vor acht Jahren, auch wenn diesmal keine Wahlen vor der Tür stehen." -André Hahn, Chef der Linksfraktion

Enttäuschung bei Görlitzer Oberbürgermeister

Der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick ist enttäuscht. Er sagte, er wisse nicht, was er den Betroffenen zu Hause sagen soll. "Die Botschaft heute lautet, es gibt keine weiteren Hilfen mehr." Darauf aber warteten die Flutopfer. Die Betroffenen brauchten Bares, das nicht zurückgezahlt werden muss: "5.000 Euro pro Haushalt oder Unternehmen." Der parteilose Paulick fordert gemeinsam mit Stadtchefs aus anderen Kommunen seit der Naturkatastrophe mehr Soforthilfe vom Freistaat. Ministerpräsident Tillich lehnt ein Gespräch mit den Kritikern der Fluthilfe bisher ab. Paulick hofft unterdessen weiter, dass Tillich sich in Görlitz ein Bild von den Hochwasserschäden macht

Fast zehn Millionen Euro Schaden im Kloster Ostritz

Das vom Hochwasser der Neiße überschwemmte Kloster St. Marienthal in Ostritz wird mit der Beseitigung der Schäden voraussichtlich bis 2013 beschäftigt sein. Schwester Elisabeth Vaterodt vom Klostervorstand sagte, rund sieben Millionen Euro müssten investiert werden. Hinzu kämen etwa 2,9 Millionen Euro Kosten für Schäden, die an Gebäuden und Technik des Internationalen Begegnungszentrums auf dem Klostergelände entstanden seien. Nach Angaben von Stiftungsdirektor Michael Schlitt rechnet das Kloster mit Einnahmeausfällen von rund 600.000 Euro.

Schwerstes Hochwasser in der Klostergeschichte

Die 1234 gegründete Zisterzienserinnenabtei hat nach Schlitts Angaben das schlimmste Hochwasser aller Zeiten erlebt. Etwa zwei Meter hoch habe das Wasser in der Klosterkirche gestanden und damit rund 20 Zentimeter höher als bei der letzten großen Überschwemmung 1897. Bis auf das Beamtenhaus habe die Flut alle Gebäude im Gelände getroffen. Etwa 250.000 Euro müsse das Kloster sofort investieren, um den wirtschaftlichen Betrieb schnell wieder aufzunehmen. Dazu gehöre die Küche, die Wäscherei und die Bäckerei. Das Ausmaß der Schäden in der Kirche werde derzeit mit Experten der Denkmalschutzbehörde analysiert.

Gästebetreuung nur eingeschränkt möglich

Der Gästebetrieb im Kloster konnte in der vergangenen Woche wieder aufgenommen werden. Ein Teil der rund 200 Übernachtungs-Möglichkeiten kann jedoch noch immer nicht wieder an Besucher vermietet werden. Die Arbeit der Stiftung läuft ebenfalls nur eingeschränkt, da sämtliche Arbeitsplätze im Erdgeschoss dem Hochwasser zum Opfer fielen.

In St. Marienthal leben 14 Schwestern und eine Novizin im Alter zwischen 25 und 87 Jahren. Das seit 1992 bestehende Begegnungszentrum hatte die Wirtschaftsgebäude des Klosters übernommen und inzwischen größtenteils saniert.

Quelle: Archivierte Zusammenstellung von Informationen und ersten Bilanzen, 06.09.2010; der parallele Startseitenauszug nennt MDR als Quelle.

Hochwasseropfer demonstrieren in Zittau

Mit einem Aufruf an alle Hochwasser- und Flutgeschädigte hat sich jetzt eine Gruppe von Bürgern an die Öffentlichkeit gewandt und um Unterstützung und rege Teilnahme für eine Demo gebeten. Dort …

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Informationen vom Mittwoch 08.09.2010

Hochwasseropfer haben heute 17.00 Uhr vor dem Zittauer Rathaus demonstriert

Mit einem Aufruf an alle Hochwasser- und Flutgeschädigte hat sich jetzt eine Gruppe von Bürgern an die Öffentlichkeit gewandt und um Unterstützung und rege Teilnahme für eine Demo gebeten. Dort sollen auch eine Unterschriftensammlung und ein Brief an den sächsischen Ministerpräsidenten, der ab 17.30 Uhr zu einen Treffen mit den Bürgermeistern der Region im Zittauer Rathaus vereinbart ist, übergeben werden.

In dem Brief heißt es wörtlich:

"Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Tillich,

in Ihrer Regierungserklärung vom 01.09.2010 haben Sie die Hochwassergeschädigten in erster Linie auf die Eigenvorsorge durch Versicherung verwiesen.Wir, die Unterzeichner der Unterschriftensammlung haben entweder keine Hochwasserversicherung bekommen oder eine solche wurde uns nach dem Elbehochwasser 2002 gekündigt, obwohl es keinen eigenen Schadensfall gab, wobei intensive Bemühungen um einen anderweitigen Versicherungsschutz erfolglos blieben.

Sie haben in Ihrer Regierungserklärung versprochen, dass Sie sich um jeden Einzelnen kümmern werden, dass niemand am Ende alleine dasteht und niemand wegen des Hochwassers in Existenznot geraten soll.

Sie sprechen immer von einem Hochwasser, das wir jedes Jahr im Frühjahr und Herbst haben. In diesem Fall sprechen wir aber von einer Flutkatastrophe, deren Einzelschicksale durchaus vergleichbar mit dem Elbehochwasser 2002 sind.

Bitte lassen Sie Ihren schönen Worten auch die entsprechenden Taten folgen, bitte helfen Sie uns!

Wenn im Vergleich zu 2002 wesentlich weniger Menschen betroffen sind, kostet die Gleichbehandlung der Geschädigten im Vergleich zu 2002 auch wesentlich weniger Geld. Wir dürfen nicht dafür bestraft werden, daß damals bei der Verteilung der Spendengelder Fehler gemacht wurden.

Wir wollen keine Sachsen 2. Klasse sein.

Wir, die Unterzeichner sind nur ein Teil der Geschädigten der Flutkatastrophe, die keinen Versicherungsschutz erhalten.

Hochachtungsvoll die Verfasser Volker Hofmann, Mike Reiche, Henry Liebe."

Tillich mit Pfiffen empfangen

Der Zorn der Hochwasseropfer organisiert sich - Demonstration am Zittauer Rathaus

Es waren knapp 200 Demonstranten, die am Mittwochabend ihren Frust über unzureichende Soforthilfen für die Hochwasseropfer auf dem Zittauer Markt zum Ausdruck brachten. Sehen Sie hier die spontane Ansprache des sächsischen Ministerpräsidenten und die Reaktionen der Demonstranten.

Tillich enttäuscht Flutopfer in Zittau

Stanislaw Tillich stellte sich vor der Tagung im Zittauer Rathaus den Demonstranten auf dem Markt.Foto: Thomas Knorr

Geduldig warteten gestern Drausendorfer, Großschönauer, Hirschfelder, Bertsdorfer und andere Hochwassergeschädigte auf ihren – Sachsens – Ministerpräsidenten. Stanislaw Tillich kam auch zu ihnen und trat auf das Rednerpult am Markt vor dem Zittauer Rathaus. Ganze acht Minuten nahm er sich Zeit, um ihnen zuzuhören und ein paar Fragen zu beantworten. Er redete von den fünf Millionen Euro Soforthilfe, die das Land Sachsen schon nach wenigen Tagen bereitstellte. Das Geld soll nun schnell ausgezahlt werden. Auf die Zwischenrufe, dass das doch bei Weitem nicht reicht, antwortete Tillich nicht.

„Es bleibt so wie es ist, wir stehen mit allem alleine da“, ärgerten sich darum Antje und Thomas Schmidt aus Großschönau. Ihre Erdgeschosswohnung ist wie so viele im Ort total abgesoffen. „Niemand ist gekommen und hat gefragt, ob und was wir für Hilfe brauchen“, erzählt die 38-Jährige. Mit Freunden und als Nachbarn untereinander habe man sich gegenseitig geholfen. Die junge Familie hat eine Elementarschadenversicherung, etwa die Hälfte des Schadens, den damals der Gutachter ermittelte, haben sie ersetzt bekommen. „Wer hilft aber den vielen alten Leuten, die mit diesen Angelegenheiten einfach überfordert sind“, fragt Antje Schmidt.

„Um die seelischen Belastungen kümmert sich kein Mensch. Nach die Leute alles rausreißen mussten, sind sie jetzt an dem Punkt angekommen, wo sie loslegen wollen. Aber dazu gibt man ihnen keine Chance“, schildert Petra Hönicke. Die 46-Jährige hilft ihrem Ex-Mann in Großschönau, weil er dringend Hilfe braucht.

„Die einzige Hilfe, die ich bisher bekam, sind 300 Euro vom DRK“, berichtet Kornelia Prasse aus Drausendorf. Ihre Augen sind wässrig beim Erzählen. „Mutti, müssen wir wegziehen“, fragt sie ihr neunjähriger Sohn. Sie hat keine Antwort auf diese Frage. Und doch käme ein Aufgeben des Hauses für die 48-Jährige gar nicht in Frage. Alles, was sich im Erdgeschoss und im Keller bei Prasses in Drausendorf befand, ist hin. Wie viele andere hat sie zig Fragen, auf die sie gern vom Ministerpräsidenten eine Antwort bekommen hätte. „Was wird mit dem Neißedamm? Hat es überhaupt Sinn, am Haus etwas zu machen, bevor der Damm nicht repariert ist?“

„Wir erfahren gar nichts. Es hat nicht mal eine Einwohnerversammlung gegeben. Alle fragen sich, wann der Damm gemacht wird“, erzählt Hiltrud Schupp, die ebenfalls in Drausendorf wohnt. Aufmerksam lauscht sie den Erzählungen von Hochwasseropfern. Immer mehr fassen sich Mut und treten vor das Mikrofon auf der kleinen improvisierten „Bühne“ am Zittauer Rathaus. Es sind Geschichten, die sich wie die ihren anhören. Gespickt mit der gleichen Wut im Bauch, die auch sie verspürt.

Sachsens Ministerpräsident ist längst in der Gesprächsrunde bei den Bürgermeistern im Zittauer Rathaus und hört die Erzählungen der Bürger nicht mehr. Trotzdem machen diese ihrem Ärger Luft. Sie sind auch enttäuscht, dass nur so wenigen von ihnen hier sind, um Druck auf den Ministerpräsidenten auszuüben. Mögen es Hundert Hochwasseropfer gewesen, mehr waren es nicht.

Gespannt werden sie heute wieder die Zeitung lesen: Haben die Bürgermeister etwas in der Gesprächsrunde erreicht? Zuvor hatte Tillich ja immerhin bei der IHK auf der Wirtschaftskonferenz Tschechien verkündet, dass er gestern in Berlin von den Staatsministern für Kultur und Verkehr die Zusage auf Hilfe für die Flutregion bekam.

Quelle: Archivierte Lage- und Presseberichte vom 08.09.2010; im Original Foto Thomas Knorr.

Datierung nach dem ausdrücklichen Textkopf „Mittwoch 08.09.2010“. Die alte Navigation nennt abweichend Dienstag 07.09.

Kritik am Besuch und Fragen zur Verteilung der Soforthilfe

Gestern hat Stanislaw Tillich viele Sympathien in Zittau verspielt. Mit Buh-Rufen, Pfiffen und nur sehr vereinzeltem Beifall begrüßten ihn die Hochwasseropfer. Doch schon nach der Begrüßung war …

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Informationen vom Donnerstag 09.09.2010

Keine Zeit für die Flutopfer - Über einen enttäuschenden Besuch

Gestern hat Stanislaw Tillich viele Sympathien in Zittau verspielt. Mit Buh-Rufen, Pfiffen und nur sehr vereinzeltem Beifall begrüßten ihn die Hochwasseropfer. Doch schon nach der Begrüßung war für sie klar: Er bringt ihnen nicht die Botschaft, auf die sie so warten. Stattdessen schenkt er ihnen acht Minuten Zeit für ein paar Sätze, die die Hochwasseropfer noch wütender macht, als sie eh schon sind. Fast fünf Wochen nach der Katastrophe von Soforthilfe zu sprechen, die wenn sie endlich ausgezahlt wird, eh nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, verhöhnt die Leidtragenden.

Wenn er ihnen gestern schon nicht mehr Geld versprechen konnte, so hätte er ihnen wenigstens das Gefühl geben könne, dass er ihnen zuhört, extra für sie nach Zittau kam. Auch wenn im Anschluss eine Gesprächsrunde mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der Hochwassergebiete anstand, die Zeit hätte er sich nehmen müssen. So fühlen sich die Leute noch mehr im Stich gelassen. Hochwassers in Existenznot geraten soll.

So wird die Soforthilfe an Flutopfer verteilt

Gestern Mittag saß Zittaus Oberbürgermeister Arnd Voigt für eine Stunde an der Kasse des Zittauer dm-Marktes und kassierte die Kunden ab, hier Roswitha Lehmann aus Friedersdorf (li.). Unterstützung erhielt er von der Filialleiterin Eva Noack (re.). Dahinter steckt eine Aktion, bei der in dieser Woche Geld für Hochwasseropfer gesammelt wurde. Dazu hatte die Drogeriekette auch die Oberbürgermeister von Görlitz und Bautzen zum Kassieren an die Kasse gebeten. OB Voigt hat 1225Euro eingenommen, die dm auf 3000 Euro aufstockte

Wie hoch ist die Fluthilfe?

Fünf Millionen Euro stellt das Land Sachsen aus Steuermitteln bereit. Die Kommunen mussten in den ersten Tagen nach dem Hochwasser vom 7. August an die Landesregierung melden, wie viele Wohneinheiten bei ihnen im Ort zeitweise und gar nicht mehr bewohnbar sind. Die fünf Millionen Euro wurden durch die gemeldeten Schadensfälle geteilt. Das ergab rund 432Euro je betroffener Wohneinheit. Für 107 Schadensmeldungen aus Zittau bekommt die Stadt somit 46240,28 Euro Soforthilfe vom Freistaat, alle Städte und Gemeinden im Landkreis insgesamt 1316767,50 Euro. Die gleiche Summe erhält auch der Landkreis vom Freistaat, die er als Soforthilfe verwenden soll. Über eine Million Euro werden außerdem an Flutopfer aus dem Spendentopf der Sparkassenstiftung verteilt. Diese Summe ist allerdings nicht nur für den Kreis Görlitz, sondern auch für Bautzen bestimmt. Jede Kommune für sich vergibt zudem die Spendengelder, die bei ihr eingingen.

Nach welchen Kriterien wird das Geld an wen verteilt?

Hierfür gibt es von der Landesregierung Vorgaben. So dient das Geld in Einzelfällen zur Linderung von Not, insbesondere für Flutopfer, die keine Leistungen aus anderen Hilfsprogrammen beziehungsweise Versicherungen erhalten. Außerdem soll das Geld zur Müllberäumung, zum Beseitigen von Schlamm und Instandsetzen von wichtigen, durch die Flut beschädigten Einrichtungen verwendet werden. Am 1. September hat der Runde Tisch des Landkreises über erste Anträge von Flutopfern beraten und entschieden. Für die Vergabe der Spendengelder gelten diese Kriterien nicht. Die Spenden können auch an Hochwasseropfer vergeben werden, die Versicherungsleistungen oder andere Hilfe erhalten.

Wer zählt als Härtefall mit besonderer Berücksichtung?

Das wird in den Vergabegremien – meist sind es Sozialausschüsse oder „runde Tische“ wie beim Landratsamt – in den Städten und Gemeinden individuell entschieden.

Wann wird das Geld ausgezahlt?

Das ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bis spätestens 14. September haben die Kommunen entschieden, wer wieviel Geld von ihrer Soforthilfe erhält. Die von ihnen ausgewählten Flutopfer reichen sie auch als Vorschläge beim „Runden Tisch“ des Landkreises Görlitz ein. Dieser entscheidet am 15. September anhand der Bewertungs- und Entscheidungsvorschläge aus den Kommunen, ob er die Hilfe für den Geschädigten verdoppelt. „Wir werden diese Härtefälle zügig entscheiden, damit die Bürger zu ihrer so dringend benötigten Unterstützung kommen“, versprach gestern Landrat Bernd Lange. Bei der Vergabe von Spendengeldern will sich das Gremium an den Richtlinien für die Soforthilfegelder orientieren. Bei Hilfen aus Spendenmitteln können nach Aussage von Bernd Lange schon Schäden von unter 5000 Euro berücksichtigt werden. Anlaufpunkt für Antragsteller ist auf jeden Fall die jeweilige Kommune. Danach soll das Geld sofort überwiesen werden. Einige Gemeinden, wie Eibau, haben aber bereits ihre Soforthilfe an Flutopfer ausgezahlt.

Das wenige Geld schnell verteilen - Über die Verteilung der Soforthilfe

Soforthilfe kann man das Geld jetzt nicht mehr nennen, über das nun in der nächsten Woche in den Städten, Gemeinden und am „Runden Tisch“ im Landkreis entschieden werden soll. Das einzig Gute für die vom Hochwasser Geschädigten ist wohl, dass sie endlich Geld bekommen. Wenn es für sie auch nur wie ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Letztendlich werden weder die, die Geld erhalten, noch die, die darüber entscheiden sollen, glücklich sein. Die einen bekommen gar nichts, die anderen viel zu wenig. Im Wissen um diese Tatsache hat die Landesregierung die Vergabe der Gelder den Kommunen überlassen. Sie haben den „Schwarzen Peter“ in der Hand. Sie werden sich anhören müssen, warum Meier Geld bekam und Lehmann nicht. Damit werden die Verwaltungen in den nächsten Wochen noch reichlich zu tun bekommen. Helfen wird es niemandem. Denn mehr Geld hat der Freistaat für die Hochwasseropfer an Neiße und Mandau nicht übrig.

Unternehmer fordern sofortige Hilfe

Der Görlitzer CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer erwartet in den nächsten Tagen viele E-Mails. Und zwar von den von der Flut betroffenen Handwerkern und Gewerbetreibenden mit ihrem Namen, Adresse und der Erreichbarkeit. „Ich möchte nicht, dass Unternehmen unter- und damit Arbeitsplätze verlorengehen und werde mich für sie einsetzen“, sagte er am Dienstagabend im Ostritzer Krug.

Dort waren rund 30 Betroffene aus der Stadt zusammengekommen, um gemeinsam klare Forderungen an die Politik zu stellen. Mit dem Bundestagsmitglied und Generalsekretär der Sächsischen Union hatten sie sich „jemanden mit einer gewissen Kompetenz eingeladen“. Denn: „Wenn nicht bald und unkompliziert finanzielle Hilfe kommt, können wir den Betrieb nicht mehr halten“, bringt es Bäckermeister Jörg Geißler für alle auf den Punkt.

Kleinere Unternehmen erhalten Zuschüsse

Michael Kretschmer kam auch mit einer brandneuen Entscheidung zur Unterstützung von Handwerkern, Gewerbetreibenden, Gastronomen aus Dresden. Der Ministerpräsident habe angeordnet, dass unter Leitung des Wirtschaftsministeriums gemeinsam mit Vertretern des Finanz- und des Innenministeriums eine Arbeitsgruppe gebildet wird. Sie soll über Zuschüsse für Härtefälle befinden. Voraussetzung ist, dass ein Antrag bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gestellt wird. Kretschmer möchte, dass die Unternehmen in eine schnelle Überprüfung für einen Zuschuss mit individueller Beratung kommen. Er werde den SAB-Vorstand schriftlich davon unterrichten, dass er sich persönlich dafür einsetzt. „Bitte geben Sie mir auch eine Rückmeldung, ob es klappt oder nicht“, forderte er die Anwesenden auf. Denn die SAB habe bisher immer gesagt, es laufe alles gut und gebe keine Probleme. Aber einige der Anwesenden waren sehr enttäuscht von der bisherigen Beratung und „Bürokratie ohne Ende“, wie Carmen Ebermann von der Tischlerei Ebermann sagte.

"Wir haben einen Gesamtschaden von rund 380000 Euro. In den letzten vier Wochen sind durch das ganze Dilemma noch etwa 20 000 Euro aufgelaufen. Dreimal mussten wir immer wieder ein neues Formular für den Kreditantrag bei der SAB ausfüllen. Wenn er jetzt nicht zügig bearbeitet wird, ist Feierabend" berichten Carmen und Peter Ebermann von der Tischlerei "Ebermann"

„Wir hatten Glück im Unglück durch unsere Finanzberaterin. Haben gleich und mit kompletten Unterlagen einen Kreditantrag bei der SAB eingereicht.“ Doch mittlerweile mussten Ebermanns zum dritten Mal ein Antragsformular ausfüllen. „Die Regierung sollte aus der August-Flut 2010 lernen und für solche Ereignisse in Zukunft gleich einen Krisenplan haben“, so die Tischlersfrau.

Versicherungsbedingungen sollten geändert werden

„Selbst wenn wir uns jetzt wieder auf die Füße stellen – egal wie – wer sagt uns, was beim nächsten Hochwasser wird?“, bemerkte jemand aus der Runde. „Wir können doch nichts dafür, dass wir keine Versicherung für Hochwasserschäden bekommen“, sagte Steinmetzmeister Hans-Joachim Herbig, der derzeit in einem Wohnwagen lebt. „Der Staat billigt die Versicherungsbedingungen, da muss er auch für die Schäden geradestehen, und nicht durch Kredite.“

Da immer mehr mit solchen extremen Wettersituationen zu rechnen sei, müsste eine Versicherung für solche Katastrophen her oder die Bedingungen für Elementarversicherungen aktualisiert werden“, regte Ina Kerkhoff vom „Eisgarten Hellwig“ an.

Unser Redaktionstagebuch

Der Kommentar zur Ohnmacht der Mächtigen

Das wird ein heißer Tag - als wir uns mit der Kamera auf dem Weg nach Zittau machen, ahnen wir nur, dass es ein besonderer Nachmittag werden könnte: Der sächsische Ministerpräsident hat sich angekündigt und die Hochwasseropfer wollen demonstrieren.

Aufwärmprogramm für den MP bei der Industrie- und Handelskammer: Er soll ein Grußwort sprechen - hier punktet der geschmeidige Erfolgspolitiker - die Sicherheitskräfte reagieren aber spürbar gereizt - wir wollen unsere Kameratasche vor dem Eingang postieren: "Hier bleibt die nicht stehen..." - mein Kameramann wirkt genervt: "Dann nehme ich sie mit in den Tagungsraum..." - die Sicherheit dreht auf: "Das geht ja gleich gar nicht..." - ich schalte mich ein und sage dem angespannten Beamten, dass ich mich um die Tasche kümmere... - vor der Damentoilette darf ich Sie abstellen. Wirtschaftstreffen sind eben meist reine Männerveranstaltungen... - da wird sich die Gefahr an diesem Ort wohl auch in Grenzen halten.

Wir fahren zum Marktplatz - dort wollen sich gegen 17.00 Uhr die Demonstranten versammeln - wir hatten mit mehr Teilnehmern gerechnet, vielleicht auch darauf gehofft - o.k. die ca. 200 Demonstranten veranstalten trotzdem ein gewaltiges Pfeifkonzert als Tillich zu ihnen sprechen will - immerhin, er will zu Ihnen sprechen - doch seine Botschaft bleibt blass, bürokratisch - ohne Emotionen. Der Volkszorn ist gewaltig...- Tillich scheint ihm nicht gewachsen zu sein. Als der Druck zu groß wird, tritt er ab...!

Bis dahin hatte Tillich alles richtig gemacht, er sprach mit den Verfassern eines offenen Briefes aus Großschönau, er ging zu den Demonstranten und scheute nicht die Auseinandersetzung, aber als er einfach nur zuhören sollte, die Menschen ernst nehmen, da trat er ab - ein kapitaler PR-Fehler, von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet.

Und er hat den Platz anderen überlassen, z.B. der NPD-Stadträtin Hiekisch, die populistisch ihre Forderungen in das Mikrofon schrie - ein überforderter Moderator überschüttete die Stadträtin mit Lob - entweder er wußte nicht, wer da gerade zu den Demonstranten sprach oder es war wohlfein einkalkuliert - ich bin mir nicht sicher, was schlimmer ist.

Die NPD scheint wohl kalkuliert aus der Not der Leute ihr Kapital zu schlagen: In einer Oberlausitzer Kleingemeinde rückte jüngst ein Kleinbus aus Leipzig mit wohlgenährten Männern an, die einen ganz Tag in einer Firma anpackten und bei der Beseitigung der schlimmsten Schäden halfen, wortlos bis zum Schluß - am Ende gab`s das obligatorische NPD-Flugblatt - die Firma war dankbar und zweifelte an allem bisher Gedachten.

Das Augusthochwasser ist keine nationale Katastrophe - aber eine Regionale - die Staatskrise, die jetzt, folgt ist keine Nationale, aber eine Regionale. Menschen in unserer Region haben alles verloren, auch den Glauben an den Freistaat - jegliches Vertrauen ist mit der Flut weggespült worden.

Und dann fällt mir nur noch ein Liedtext des deutschen Liedermachers Konstantin Wecker ein: "Freunde rücken wir zusammen, denn es zügeln schon die Flammen und die Dummheit macht sich wieder einmal breit. Lasst uns miteinander reden und umarmen wir jetzt jeden, der uns braucht in dieser bitterkalten Zeit."

Seid umarmt.

Quelle: www.oberlausitztv.de

Quelle: Zeitgenössische Presseschau vom 09.09.2010; abschließender Kommentar: Oberlausitz TV.

Polen zeigen, wie Fluthilfe funktioniert

Wie die Soforthilfe für die Hochwasseropfer funktionieren kann – nämlich sofort –, machen uns unsere polnischen Nachbarn vor. Alle Betroffenen haben bereits Geld bekommen – das Dreifache von …

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Polen zeigen, wie Fluthilfefunktioniert

Wie die Soforthilfe für die Hochwasseropfer funktionieren kann – nämlich sofort –, machen uns unsere polnischen Nachbarn vor. Alle Betroffenen haben bereits Geld bekommen – das Dreifache von dem, was im reichen Deutschland als Durchschnittswert angesetzt ist. Zudem greift der bei Weitem nicht so reiche polnische Staat, auch wenn das Augusthochwasser keine nationale Katastrophe ist, den am schlimmsten Betroffenen großzügig unter die Arme.

Mit 25000 Euro könnte auch jeder Hausbesitzer in Rosenthal, Drausendorf, Ostritz und den anderen gebeutelten Orten viel anfangen. Aber das in der Oberlausitz aussterbende Wahlvolk scheint der Landesregierung keiner nennenswerten Hilfe wert zu sein.

(SZ am 13.09.2010)

Quelle: SZ, 13.09.2010; zeitgenössischer Kommentar.

Kommentar und politische Bewertung des damaligen Autors; keine neutrale nachträgliche Tatsachenbewertung.

Härtefallanträge und weitere Hilfe vor Ort

Bis Mittwoch, 08.09.2010 bestand die Möglichkeit, die Soforthilfeanträge bei der Stadtverwaltung Ostritz abzugeben.

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Off. Information der Stadt Ostritz – Montag, den 13.09.2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

Soforthilfepauschale für Härtefälle

Bis Mittwoch, 08.09.2010 bestand die Möglichkeit, die Soforthilfeanträge bei der Stadtverwaltung Ostritz abzugeben.

Am Donnerstag, 09.09.2010 und am Montag, 13.09.2010 tagt(e) das Gremium zur Verteilung des Anteiles der Stadt Ostritz an den Hochwasserhilfen.

Bis Mittwoch, 15.09.2010 werden die geprüften Anträge dem Landkreis übergeben, welcher über die Verwendung der Landkreismittel entscheidet. Nach dessen Entscheidung werden durch die Stadt Ostritz an die Antragsteller die Zuwendungsbescheide und die schnellstmöglich finanziellen Mittel ausgereicht.

Teil 8 - Aktuelle Informationen Anschlagtafel der Stadt Ostritz

1. Müll und Kosten

Durch den Landkreis wurde uns kurzfristig mitgeteilt, dass ab sofort die zentrale Abfuhr von Sperrmüll eingestellt wird. Eine punktuelle Entsorgung von begründeten Ausnahmefällen (z.B. bisher nicht zugängliches Gelände) ist nur in Abstimmung mit dem Landratsamt möglich.

Zur Beantragung wenden Sie sich bitte an die Stadtverwaltung, Zimmer 4/5.

Der Abtransport von anfallendem Bauschutt ist mittels Container vom Eigentümer selbst über eine Entsorgungsfirma zu beauftragen. Die Kosten dafür sind nunmehr selbst zu tragen.

2. Sachspendenkoordination DRK

Nach wie vor werden die Sachspenden im DRK-Stützpunkt Lessingstraße (Turnhalle) koordiniert, entgegengenommen und ausgegeben.

Aktuelle Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9.00 Uhr – 18.00 Uhr und Sonnabend 9.00 Uhr – 14.00 Uhr

3. Bürgerversammlung Hochwasser

Bürgerversammlung zum Thema Neißeflut 2010 am Dienstag, 14.9.2010 um 19.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Leuba

Unter dem Motto „Was ist geschehen - Wie kann es weiter gehen?", möchten wir mit den Betroffenen in ein sachliches Gespräch kommen.

Wir werden aktuelle Informationen geben und freuen uns auf hilfreiche Gäste aus der Stadt Grimma, welche uns gern als „ehemals selbst Flutbetroffene" wertvolle Tipps und Hinweise zur Bewältigung der Flutfolgen geben und uns unterstützen möchten.

Zu dieser Veranstaltung wird es einen Shuttlebus zwischen Ostritz und Leuba geben. Wir bitten diese Möglichkeit unseren älteren Bürgern, welche nicht selbst mit dem PKW fahren können, vorzubehalten. Dazu werden folgende Haltestellen angefahren: Klosterschenke; Altstadt; Park; Markt; Stadt Dresden; Nordring (wie die Buslinie 44). Um den Bedarf planen und organisieren zu können, melden Sie sich bitte bis Montag, 13.09.2010, 12.00 Uhr im Kulturbüro, Markt 2 (Tel. 88424).

4. SAB-Beratungstermin

Für Dienstag, den 14.09.2010 ist es gelungen, einen Sprechtag der SAB in Ostritz einzurichten. Dieser findet von

10.00 Uhr bis 14.00 Uhr für Gewerbetreibende und 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr für Privatpersonen im Ratssaal des Rathauses Ostritz statt.

Spendenkonto für Ostritzer Spielräume

Ostritzer Spielräume wiederbeleben - eine Stimme für die Ostritzer Kinder!

An 4 Standorten in Ostritz sind Kindereinrichtungen durch das Wasser zerstört worden. Diese können bis auf Weiteres durch die kleinsten Ostritzer nicht genutzt werden. Hiermit soll ein Aufruf zur Wiederbelebung der Spielräume für Kinder und ihre Familien erfolgen. www.ostritzer-spielräume.de

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 13.09.2010.

Runder Tisch, Spielplätze und Hochwasserschutz

Löbau. Landrat Bernd Lange ist bereit noch einmal das Finanzministerium um Hilfe zu bitten, wenn die bislang zugesagten Finanzhilfen für Fluthilfe nicht ausreichen. Allerdings werde er das erst …

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Aktuelle Informationen - 15.09.2010 (Quelle: sz-online.de)

Runder Tisch vergibt jetzt Geld für Härtefälle

Löbau. Landrat Bernd Lange ist bereit noch einmal das Finanzministerium um Hilfe zu bitten, wenn die bislang zugesagten Finanzhilfen für Fluthilfe nicht ausreichen. Allerdings werde er das erst tun, wenn die 1,3Millionen ausgereicht sind und auch andere Spendentöpfe, wie der der Kreissparkasse nicht für die Unterstützung aller Härtefälle ausreichen, sagte Lange gestern bei der Sitzung des Hauptausschusses des Landkreises in Löbau.

Insgesamt belaufe sich der Hochwasserschaden von diesem August im gesamten Kreis auf 425 Millionen Euro. Damit sei der Kreishaushalt eines Jahres hinweggespült worden, sagte der Landrat.

Die vom Hochwasser betroffenen Kommunen hatten dem Kreis bis gestern über 200 Härtefälle gemeldet. Das Ende der Fahnenstange sei damit noch nicht erreicht. Trotzdem wird sich ab heute der Runde Tisch des Kreises zunächst mit diesen Fällen beschäftigen: „Damit die rund 1,3Millionen Euro Soforthilfe des Kreises endlich an den Mann kommen“, sagte Lange.

Hilfe beim Wiederaufbau des Schkola-Spielplatzes

Die Mitarbeiter der Deutschen Bank in Zittau unterstützen heute im Rahmen des „sozialen Tages“ den Wiederaufbau des Spielplatzes an der Grundschule Ostritz. Ab acht Uhr werden sie den Holzspielplatz schleifen und lackieren, den Sandkasten mit neuem Sand befüllen und bei der Reparatur der Heizung helfen. Außerdem übergeben die Bankmitarbeiter eine Spende in Höhe von 2000 Euro. „Wir engagieren uns gerne ehrenamtlich für die Schule, da aufgrund der Flutkatastrophe im August der Spielplatz ‚Biberburg‘ stark beschädigt und zerstört wurde“, sagt Carola Beier, Expertin Zukunftsvorsorge der Deutschen Bank Zittau. Die Grundschule Ostritz erlitt bei den Überschwemmungen einen Gesamtschaden von 20000 Euro. Diverse Gegenstände wurden von der Flut mitgerissen oder zerstört. Auch der Fußballplatz und der Sandkasten wurden unterspült. Mit der Spende der Deutschen Bank sollen neue Gartenbänke, Spielgeräte und ein Rasenmäher angeschafft werden.

Der „soziale Tag“ („Social Day“) ist ein konzernweites Programm der Deutschen Bank zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements ihrer Mitarbeiter.

Arbeitsgruppe trifft sich heute im Café Giersch

Die Arbeitsgruppe Lebensqualität trifft sich heute um 19 Uhr im Café Giersch. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Ostritz mittelfristig zu einem attraktiven Standort für Familien und Gewerbe zu entwickeln. Dafür sollen verschiedene Projekte entwickelt werden. In der heutigen Sitzung soll in Folge des Augusthochwassers die Priorität einzelner Aufgaben neu festgelegt werden.

Hochwasserschäden beschäftigen Stadtrat

Morgen kommt der Stadtrat Ostritz zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Es sollen verschiedene Planungsleistungen für die Beseitigung der Flutschäden – unter anderem an Sportplatz, Turnhalle und Altstädter Dorfbach – vergeben werden. Beginn ist 19.30 Uhr.

Heute Beratung zu Flutfolgen und -förderung

Am heutigen Mittwoch bietet die Verbraucherzentrale Sachsen in der Zeit von 14 bis 17 Uhr eine Energieberatung auf dem Ostritzer Markt an. Hochwassergeschädigte können sich zu Trockenlegung, Beseitigung baulicher Schäden und Schäden an Heizung und Heizanlagen und zur Förderung von Sanierung und Modernisierung kostenlos beraten lassen

Hochwasser: Grüne werfen Land Fehler vor

Der Kreisverband Görlitz fordert die Überarbeitung der Hochwasserpläne und Verbesserungen im Bereich der Alarmierung.

Der Kreisverband der Grünen wirft der Landesregierung im Zusammenhang mit dem Hochwasser vor, nicht auf die Klimaveränderungen und damit auf solche extremen Ereignisse vorbereitet gewesen zu sein. „Bei der Auswertung der Hochwasser 2002 haben die Behörden wohl übersehen, dass sich die klimapolitische Realität verändert hat“, teilte Horst Schiermeyer, Energie- und klimapolitischer Sprecher des Verbandes und Verwaltungsjurist, mit. „Jetzt einfach auf die dummen Kommunen und Hauseigentümer zu verweisen, die außerhalb der HQ-100-Überschwemmungsbereiche weder eine Versicherung gegen Hochwasser noch gegen Erdbebenschäden haben, ist schon ein starkes Stück.“ Das Vorgehen des Freistaates, einfach darauf zu vertrauen, dass die alten Hochwasserwerte schon noch stimmen werden, wäre zumindest fahrlässig gewesen.

Schiermeyer bezieht seine Kritik auf die Aussagen von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), nach denen sich Bürger und Kommunen hätten gegen die Flut versichern müssen. Natürlich sei jeder auch ein Stück selbst verantwortlich, so Schiermeyer, „erwartbar war aber nur ein Jahrhunderthochwasser (HQ 100). Vor dem waren die meisten Neißeanrainer geschützt.“ Die Wassermassen lagen aber in dem Bereich, der als HQ 200 bis 500 definiert ist. Dieses Extrem konnte niemand vorausahnen, geschweige denn, sich dagegen versichern.

Die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten, in denen nicht oder nur eingeschränkt gebaut werden darf, richtet sich nach dem „HQ 100“. Für die Festsetzung ist der Freistaat verantwortlich.

Schiermeyer hält die Wiederholung der Flut oder schlimmere Hochwasserlagen an der Neiße angesichts der weltweit zunehmenden Wetterextreme für möglich. Er fordert die schnelle Überarbeitung derHochwasserpläne, Verbesserungen im Bereich von Alarmierung und Hochwasserschutz, die bessere Zusammenarbeit mit den Nachbarländern und großzügigere Ausweisung von Überschwemmungsflächen. „Auch die Tagebaurestseen sollten einbezogen werden, am besten auch die Grube Turow, die das ganze Neißehochwasser hätte aufnehmen können.“ Schließlich sei der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß der Kraftwerksbetreiber mit Schuld am Klimawandel.

Krippenausstellung fällt Flutschäden zum Opfer

Sie ist jedes Jahr einer der Höhepunkte im Ostritzer Heimatmuseum: die Krippenausstellung. Dutzende verschiedene Weihnachtskrippen aus aller Welt können dann in dem Umgebindehaus an der Klosterstraße bestaunt werden. Jedoch nicht dieses Jahr. Denn die traditionelle Krippenschau fällt aus. Das Augusthochwasser richtete so großen Schaden an, dass vorerst keine Ausstellungen im Heimatmuseum möglich sind, wie Tilo und Marita Böhmer erklären. „Bis zum nächsten Frühjahr werden wir die Räume so weit hergerichtet haben, dass wieder eine Ausstellung gezeigt werden kann“, sagt Tilo Böhmer.

Das Heimatmuseum war gleich zweifach von der Flut betroffen. Zum einen stand das Wasser bis zu 40 Zentimeter hoch im Museum. Zum anderen drang das Wasser in den Lagerraum im ehemaligen Ambulatorium an der Bahnhofstraße. Hier entstand der größere Schaden. Zahlreiche historische Möbelstücke wurden vernichtet. „Sehr viele Gegenstände, die wir für das Theaterstück ausgeliehen hatten, lagerten hier unten“, berichtet Marita Böhmer. Die wenigen Dinge, die die Böhmers und ihre freiwilligen Helfer vom Ostritzer Heimatverein retten konnten, sind derzeit im Obergeschoss des Museums zum Trocknen ausgebreitet. „Es tut einem in der Seele weh, wenn man die kaputten Sachen sieht“, sagt die Inhaberin des Ostritzer Antiquariats. Der ideelle Schaden sei höher als der materielle. Viele Möbelstücke und Gegenstände waren uralt und zudem Geschenke von Ostritzer Bürgern. Marita Böhmer bezeichnet es als unwiederbringlichen Schaden. „Wir sind zwar gegen Einbruch versichert, aber nicht gegen Hochwasser“, erzählt sie.

Den Lagerraum hat der Heimatverein, der das Museum betreibt, inzwischen leergezogen. Er wird künftig nicht mehr genutzt. Der Bestand wurde durch das Hochwasser so stark verkleinert, dass nun alles im Museum aufbewahrt werden kann. „Der Wiederbeschaffungswert liegt bei mehreren Tausend Euro“, sagt Tilo Böhmer. Froh ist er, dass der Großteil der Leihgaben der Fritz-Haselbach-Ausstellung bereits vor der Flut zurückgegeben wurden. Nur ein Haselbach-Bild sei in der dreckigen Brühe herumgeschwommen.

Der Schaden am Gebäude lässt sich noch nicht beziffern. Zum Glück, so meinen Böhmers, gibt es im Erdgeschoss keine Lehmwände. Sonst wäre der Schaden viel höher.

Quelle: SZ-Online, im Tagesarchiv vom 15.09.2010 zusammengestellte Beiträge.

Bürgerversammlung in Leuba und weitere Spenden aus Grimma

Bürgerversammlung zum Thema Neißeflut 2010 am Dienstag, 14.9.2010 um 19.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Leuba

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Off. Information der Stadt Ostritz – Donnerstag, 16.09.2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

Bürgerversammlung zum Thema Neißeflut 2010 am Dienstag, 14.9.2010 um 19.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Leuba

Unter dem Motto „Was ist geschehen - Wie kann es weiter gehen?" fand am Dienstag, 14.09.2010 im Dorfgemeinschaftshaus Leube eine Bürgerversammlung statt. Aktuelle Informationen wurden vermittelt und Gäste aus der Stadt Grimma, gaben wertvolle Tipps und Hinweise zur Bewältigung der Flutfolgen und sicherten ihre weitere Unterstützung zu.

Zur Bürgerversammlung wurden uns auch Grußworte der Feuerwehr Dietlikon, Schweiz übermittelt, welche Sie hier nachlesen können.

Weitere Informationen zur Bürgerversammlung werden folgen.

Soforthilfepauschale für Härtefälle

Bis Mittwoch, 08.09.2010 bestand die Möglichkeit, die Soforthilfeanträge bei der Stadtverwaltung Ostritz abzugeben. Am Donnerstag, 09.09.2010 und am Montag, 13.09.2010 tagt(e) das Gremium zur Verteilung des Anteiles der Stadt Ostritz an den Hochwasserhilfen. Bis Mittwoch, 15.09.2010 werden die geprüften Anträge dem Landkreis übergeben, welcher über die Verwendung der Landkreismittel entscheidet. Nach dessen Entscheidung werden durch die Stadt Ostritz an die Antragsteller die Zuwendungsbescheide und die schnellstmöglich finanziellen Mittel ausgereicht.

Sachspendenannahme durch das DRK

In der Turnhalle Lessingstraße werden noch immer durch das DRK Sachspenden angenommen und ausgegeben. Wir bitten ausdrücklich darum, dass nur saubere bzw. gereinigte Dinge abgegeben werden, welche auch gebrauchsfähig und in ordnungsgemäßem Zustand sind. Dringend benötigt werden noch immer Waschmaschinen, außerdem Winterbekleidung und Winterschuhe. Kontakt bitte unter Tel. 0170/7997054

Nachlese Ostritzer Stadtfest

Zum Ostritzer Stadtfest am 12.06.2010 sollte im Herbst eine Dankeschön-Veranstaltung für die zahlreichen Helfer organisiert werden. Aufgrund des Augusthochwassers wurde die Veranstaltung jedoch bis auf Weiteres lt. Beschluss des Vereinsstammtisches mit überwiegender Mehrheit verschoben. Die Stadtfest-DVD ist erhältlich bei Christian Schreiber zum Unkostenbeitrag von 1€, die Theater-DVD im Kulturbüro zum Kostenpunkt von 5€.

Spendenkonto für Ostritzer Spielräume

Ostritzer Spielräume wiederbeleben - eine Stimme für die Ostritzer Kinder!

An 4 Standorten in Ostritz sind Kindereinrichtungen durch das Wasser zerstört worden. Diese können bis auf Weiteres durch die kleinsten Ostritzer nicht genutzt werden. Hiermit soll ein Aufruf zur Wiederbelebung der Spielräume für Kinder und ihre Familien erfolgen. www.ostritzer-spielräume.de

Grimmaer sammeln weiter fleißig Spenden für Ostritz - In den nächsten Tagen erhält die Stadt weitere 30000 Euro aus Grimma.

Es wird wieder schön in Ostritz und Leuba nach dem August-Hochwasser. Davon ist Fred Urban aus Grimma fest überzeugt. „Die Flut wird ein Teil der Ostritzer Geschichte sein, der die Stadt voranbringt“, findet Urban. Auch in seiner Heimatstadt Grimma sei es nach dem Hochwasser 2002 so gewesen, wie er am Dienstag bei der Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Leuba erklärte. Die sächsische Kleinstadt sei heute schöner als vor der Flut.

Dies sei auch kein Ergebnis von wenigen Wochen gewesen. Grimma bearbeitet laut Urban noch heute Schäden von damals. Beim Wiederaufbau der Neißestadt leisten die Grimmaer einen großen Beitrag. Bereits vor einigen Wochen übergaben sie an Bürgermeisterin Marion Prange einen Spendenscheck über 15000 Euro sowie einen Lkw-Ladung voller Sachspenden. Nun kündigte Jens Zeidler, Präsident des Lions Club Grimma, eine weitere Spende über 30000 Euro an, die in den kommenden Tagen an Ostritz überwiesen wird. Das Geld war durch einen Spendenaufruf unter den Lions Clubs, die 2002 Grimma unterstützt hatten, zusammengekommen. Auch durch eine Flyer-Aktion seien einzelne Spenden eingegangen.

In den nächsten Wochen wollen die Grimmaer weiter für die Hochwasseropfer von Ostritz und Leuba Spenden sammeln. Im Rahmen des Grimmaer Stadtfestes am vierten Septemberwochenende gibt es einen Weinstand des Lions Club, dessen Einnahmen ebenfalls der Neißestadt zugute kommen sollen. „Wir wollen am Stand mit ein paar Hochwasserbildern von Ostritz um Spenden werben“, erklärt Zeidler.

Die Soforthilfe des Freistaates wird währenddessen voraussichtlich in der kommenden Woche an die ersten Ostritzer ausgezahlt. Dies sagte Karl Ilg, der Leiter des Kommunalamtes des Landkreises, bei der Bürgerversammlung.

Kerstin Woite wäre froh, ein bißchen Soforthilfe zu bekommen. An ihrem Haus im Neißeweg entstand durch das Hochwasser ein Schaden von 80000 Euro. Über ihre Hausversicherung kann sie keine Hilfe erwarten. Die Versicherung hat den Passus Elementarschutz im September 2009 rausgestrichen. Nach langer Suche hätte es in der Schweiz eine Versicherung gegeben, die auch den Hochwasserschutz einschloss. Doch als diese erfuhr, dass das Haus von Familie Woite unter Denkmalschutz steht, winkte auch sie ab.

In der Hausratsversicherung ihrer Schwiegermutter war der Elementarschutz samt Hochwasser noch drin. Diesen kündigte die Versicherung inzwischen aber auch. „Jetzt haben wir gar keinen Elementarschutz mehr“, berichtet die Ostritzerin. Im Rahmen der Bürgerversammlung forderte sie deshalb, dass alle, die sich gegen Hochwasser versichern wollen, auch eine Versicherung bekommen. Dafür erhielt sie von den anwesenden Ostritzer Bürgern Beifall.

Hilfreich fand Kerstin Woite den Hinweis von Steuerberater Elmar Schlosser, dass durch außergewöhnliche Belastungen nach dem Hochwasser steuerliche Rückzahlungen bis ins Jahr 2008 hinein möglich seien.

(SZ am 16.09.2010)

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 16.09.2010; anschließend SZ-Artikel vom 16.09.2010.

Aufräumen, Wiederaufbau und die ersten Auszahlungen

Die Trocknung des Sportfußbodens in der Turnhalle an der Schulstraße nach dem Hochwasser kostet 8000 Euro. Darüber informierte Bürgermeisterin Marion Prange den Stadtrat. Sie hatte kurz nach der …

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Aktuelle Informationen - 18.09.2010 (Quelle: sz-online.de)

Trocknung kostet 8000 Euro

Die Trocknung des Sportfußbodens in der Turnhalle an der Schulstraße nach dem Hochwasser kostet 8000 Euro. Darüber informierte Bürgermeisterin Marion Prange den Stadtrat. Sie hatte kurz nach der Flut einen Eilbeschluss gefasst. Ob mit dem speziellen Trocknungsverfahren ein Auswechseln des Bodens verhindern werden kann, sei aber noch nicht abzuschätzen.

Bauarbeiter machen Flut-Überstunden

Nach dem Hochwasser haben Baufirmen alle Hände voll zu tun. Die Preise steigen – Gemeinden drohen mit Baustopp.

Nach der Flut sind die Auftragsbücher der Bauunternehmen übervoll. Die Zittauer Baufirma Osteg (Oberlausitzer Straßen-,Tief- und Erdbaugesellschaft mbH) ist derzeit rund um die Uhr damit beschäftigt, im Auftrag des Kreises und der Landestalsperrenverwaltung Flutschäden zu beseitigen.

Um gleichzeitig die vielen Aufträge abzuarbeiten, die infolge des neuen Vergaberechts im Sinne des Konjunkturpaketes auch im Sommerloch erteilt wurden, schieben die Mitarbeiter Überstunden. „Die Preise werden aber nicht ins Unermessliche steigen“, sagt Geschäftsführer Frank Scholze. Gibt es sehr viele Bauaufträge, müssen Baufirmen zusätzliche Maschinen zum vorhandenen Fuhrpark mieten, Überstundenaufschläge zahlen und die steigenden Preise für Baumaterial ausgleichen.

Auch die Löbauer Firma STL (Straßen-, Tief- und Landschaftsbau) verzeichnet einen sehr hohen Auftragseingang, führt das laut Oberbauleiter Ullrich Wustmann aber auf den langen Winter zurück.

Große und mittelständische Baufirmen hatten schon vor der Flut viel Arbeit. Nun sind noch mehr Aufträge zu erledigen. Die Firma Biedermann Bau aus Bernstadt kümmert sich so verstärkt um die vielen gefluteten Privathäuser, deren Putz erneuert werden muss. Die Kommunen befürchten bei den neuen Baumaßnahmen einen weiteren Kostenanstieg.

„Das ist jetzt schon spürbar“, so der Bürgermeister von Neusalza-Spremberg, Matthias Lehmann (CDU). Die Oppacher Hauptamtsleiterin Bettina Natschke hatte bereits Mitte des Jahres festgestellt, wie sehr die Preise von 2009 zu 2010 gestiegen sind.

Bauvorhaben verschoben

Fürs aktuelle Jahr haben viele Kommunen ihre Bauangebote bereits bekommen – oder verschieben neue Bauvorhaben auf 2011. „Bei neuen Ausschreibungen müssen wir sehen, wie die Preise gestiegen sind. Wenn es zu teuer wird, wird man es ausfallen lassen“, so Bernstadts Bürgermeister Gunter Lange (parteilos).

Der Chef des Straßenbauamtes Bautzen, Roland Schultze, beobachtete zumindest während der vergangenen Monate keine nennenswerte Preiserhöhung. „Bei neuen Ausschreibungen werden wir natürlich vergleichen. Wenn die Preise weit über den erwarteten Kosten liegen, können Aufträge nicht vergeben werden, das ist klar“, sagt er.

Viele Gemeinden und das Straßenbauamt loben, dass die Fristen für die Bauaufträge trotz des Stresses in den Baufirmen meist eingehalten wer den. „Mir ist keine Verlän gerung bei Bauarbeiten bekannt“, so Bauamtschef Roland Schultze. Auch die Neugersdorfer Bürgermeisterin Verena Hergenröder und das Stadtoberhaupt von Neusalza-Spremberg bestätigen dies für ihre städtischen Baumaßnahmen. Am 30. Oktober sollen in Neugersdorf die Arbeiten am Thälmannplatz pünktlich fertig werden, die aufgrund der Flutfolgen zwei Wochen unterbrochen wurden. Die ausführende Baufirma Osteg war selbst Flutopfer und musste in den zwei Wochen dringende Flutschäden andernorts beseitigen.

Beton fehlt

Derzeit werden die Aufträge vor allem seitens der Baustoffhersteller verzögert. So kommen im Moment Betonwerke nicht nach, den hohen Bedarf an Stützplatten für Brücken und Wasserläufe zu stillen. Osteg-Geschäftsführer Frank Scholze sagt, dass neben den Flutaufgaben derzeit nicht allzu viele öffentliche Ausschreibungen laufen: „Aus unserer Sicht ist es nicht falsch, einige Vorhaben zu verschieben.“ Der Meinung ist auch Bernstadts Bürgermeister Gunter Lange: „Was oberste Priorität hat, wird zuerst ausgeschrieben. Wir packen nicht alles auf einmal.“

Danke Ihr lieben Helfer

Mit bunten Buchstaben hängt das Plakat im Schaufenster des Café Giersch in Ostritz. Ich bleibe einen Augenblick stehen und sehe mir die vier Kinderzeichnungen an – und bin angerührt. Das „Danke“ mit den Augen und Herzen eines Kindes spricht mich in meiner persönlichen Situation an. Vor meinen Augen erscheinen jene Helfer, die mir in den Tagen nach dem Hochwasser uneigennützig geholfen haben und die ein „Danke“ mehr als verdient haben.

Zugleich lässt das Bild im Schaufenster meine Gedanken zum Erntedankfest schweifen, das in den nächsten Wochen in unseren Kirchen gefeiert wird. Für die Orte an Neiße, Mandau und Spree, die vor sechs Wochen vom Hochwasser getroffen wurden, aber auch für die Bauern, die ihr Getreide nur mit großen Verlusten ernten können oder mancherorts ganz unterpflügen, ist der Dank verhalten, denn die Sorge um die Zukunft überlagert die Freude.

Diesen Sorgen Raum zu geben, ist eine sehr wichtige Seite gelebter Anteilnahme, mit der Botschaft: „Ihr seid nicht allein, wir fühlen mit euch!“ Die andere, nicht minder wichtige Seite der Anteilnahme ist, so ungewöhnlich es auf den ersten Blick klingen mag: das Festhalten am Danken. Solange ich noch das Wort „Danke“ über mein Leben sprechen kann, ist in mir Hoffnung. Und diese Hoffnung brauche ich, um zu leben. In der Bibel gibt es einen Mann namens Hiob. Innerhalb von zwei Tagen verliert er alles, was er hat, zuerst seinen Besitz und dann seine Familie. Sein Schicksal ist uns bis heute in der „Hiobsbotschaft“ gegenwärtig, die für nichts Gutes steht. Den wenigsten aber wird bekannt sein, dass es auch hier eine zweite positive (!) Seite gibt. Im Moment der größten Verzweiflung spricht Hiob die Worte: „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, gelobt sei der Name des Herrn“ (Hiob 1,21).

Dieser Dank, so absurd er klingen mag, bewahrt Hiob davor, dass er sich und sein Leben aufgibt. Denn bei allem, was ihm genommen wurde, bleibt die Gewissheit, dass in Gott alle Dinge geborgen sind, die guten wie auch die schweren.

So möchte ich all jene ermutigen, denen es gerade nicht so gut geht, sich Dinge in ihrem Leben zu suchen, für die sie danken können. Denn damit setzen Sie den ersten Schritt in Richtung Hoffnung – für sich selbst und für alle anderen, denen das Danken in ihrem Leben abhanden gekommen ist.

Ostritz beseitigt erste Hochwasserschäden

Auch vor der Gaststätte „Ostitzer Krug“ in Ostritz ist der Fußweg noch immer von den Flutschäden gezeichnet.Foto: Matthias Weber

Weit über drei Millionen Euro Schaden sind beim Augusthochwasser an den kommunalen Straßen und Brücken in Ostritz entstanden. Nun hat der Stadtrat die Beseitigung der ersten Flutschäden auf den Weg gebracht. Wenn die Planung und Bereitstellung der Fördermittel schnell erfolgen, könnten, so hofft Bauamtsmitarbeiterin Heidrun Wichary, in etwa vier Wochen die Arbeiten beginnen. Von den betroffenen Straßen sollen zuerst die Klosterstraße, die Edmund-Kretschmer-/Grunauer Straße und der Juteweg in Angriff genommen werden. „Hier ist der Schaden am größten“, erklärt Heidrun Wichary. An der Edmund-Kretschmer-Straße wurde durch die Flut der Gehweg aufgerissen und der Juteweg total ausgespült. Die drei Straßen wurden deshalb in der Prioritätenliste ganz oben angestellt.

Darlehen der SAB

Einen Teil des Juteweges erneuert die Landestalsperrenverwaltung (LTV), da dieser Abschnitt als Deichverteidigungsweg genutzt wird. Die Stadt lässt das Stück an der Schkola ausbessern. Für die notwendigen Eigenmittel will die Stadt ein Darlehen der Sächsischen Aufbaubank (SAB) in Anspruch nehmen – zumindest solange sich keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten ergeben, wie der stellvertretende Ostritzer Bürgermeister Steffen Blaschke erklärt.

Die kleineren Schäden an anderen kommunalen Straßen sollen laut Heidrun Wichary ebenfalls noch vor dem Winter beseitigt werden. Auch beim Turbinengraben werden erst mal nur die Hochwasserschäden in Angriff genommen. Für rund 117000 Euro soll unter anderem der Turbinengraben entschlammt und umgefallene Bäume entfernt werden. Die Sanierung der Bachmauer ist in der jetzt geplanten Maßnahme nicht mit drin. Die komplette Instandsetzung würde laut Wichary rund 645000 Euro kosten. Dieses Vorhaben werde in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr angegangen. Schon vor der Flut hatte die Stadt die Sanierung der Bachmauer

geplant, da bereits Schäden aufgetreten waren. In der Turnhalle an der Schulstraße läuft die Beseitigung der Hochwasserschäden bereits. Hier wird derzeit der Sportfußboden getrocknet.

Erst wenn die Trocknung abgeschlossen ist, können die Schäden im Sockelbereich beseitigt werden. Dann wird sich auch zeigen, ob die Trocknung erfolgreich war oder der Hallenboden doch ausgetauscht werden muss. In letzterem Fall belaufen sich die Kosten auf gut 100000 Euro.

Umfang noch festlegen

Sechsmal so viel kostet die Erneuerung des Sportplatzes. Darin beinhaltet ist aber auch eine Verbesserung der Anlage durch eine Kunststofflaufbahn. „Wir müssen noch festlegen, was wirklich notwendig und leistbar ist und gemacht werden soll“, so Wichary. Dementsprechend reduzieren sich die Kosten. Die Maßnahme wird frühestens im kommenden Jahr realisiert.

Kreis verteilt 900000 Euro Soforthilfe

Bis Ende nächster Woche sollen alle Anträge vom Tisch sein. Die Behebung der Infrastruktur-Schäden wird aber länger dauern.Über die Vergabe der Soforthilfe in Höhe von 2,6 Millionen Euro für die am schlimmsten vom Hochwasser Betroffenen im Landkreis Görlitz wird bis Ende nächster Woche entschieden sein. Bis Freitagabend hatte der Runde Tisch beim Landkreis rund 900000 Euro an mehr als 250 Antragsteller aus 21 Gemeinden zugesagt. Insgesamt liegen Anträge aus 36 Kommunen vor, erklärte der zuständige Finanzbeigeordnete des Kreises, Thomas Gampe. In Abstimmung mit den Gemeinden wurden rund 40 Anträge abgelehnt.Zugleich zeichnet sich ab, dass es rund 400 bis 500 Härtefälle gibt. Die Zahl der von der Flut betroffenen Haushalte liegt deutlich höher, nämlich bei 3047. Insgesamt hielt Landrat Bernd Lange gestern an den 425 Millionen Euro als Schadenssumme im Landkreis fest.

Soforthilfe: Anträge aus Kreissüden entschieden

Bislang sind die Anträge aus den Gemeinden Bernstadt, Schönau-Berzdorf, Neißeaue, Niedercunnersdorf, Sohland, Beiersdorf, Leutersdorf, Mittelherwigsdorf, Zittau, Löbau, Dürrhennersdorf, Großschönau, Lawalde, Oppach, Eibau, Großhennersdorf, Zittau, Jonsdorf, Oderwitz, Bertsdorf-Hörnitz und Olbersdorf entschieden.

Versicherungen: Sie helfen und sorgen für Ärger

Die Flutopfer sind zu einem großen Teil doch mit einer Elementarversicherung gegen Hochwasserschäden versichert. Darauf lassen erste Zahlen schließen, die von den Versicherungen angegeben werden. Nach Angaben von Landrat Bernd Lange soll danach die Allianz-Versicherung in Sachsen rund 270 Millionen Euro Schäden abdecken, die Hälfte der Summe rechnet Lange im Landkreis Görlitz. Allerdings gibt es auch gegenteilige Erfahrungen. So berichtete er von einer Familie aus dem Süden des Landkreises, die am 7. August einen Schaden von 2000 Euro hatte. Den beglich die Versicherung. Als dieselbe Familie am Wochenende darauf erneut

einen Hochwasserschaden in Höhe von 30 000 Euro hatte, half die Versicherung nicht. Grund: Im Vertrag stand, dass innerhalb von sieben Jahren nur einmal beim selben Schaden gezahlt wird. Auch sind bereits Fälle bekannt, wo die Versicherungen die Verträge jetzt kündigten. Lange bezeichnete dieses Verhalten als „Sauerei“ und sprach sich dafür aus, diese Versicherungen öffentlich zu benennen.

Sparkassen: 1,5Mio fürKreise Bautzen und Görlitz

Die Sparkassen Bautzen und Görlitz sowie weitere Sparkassenorganisationen haben 1,5 Millionen Euro gespendet. Sie sollen für gemeinnützige Vereine oder auch für die Umgebindehaus-Stiftung zur Verfügung stehen.

Neisseradweg: wieder befahrbar ab Frühjahr 2011

Die Wiederherstellung des Neißeradweges läuft unter Regie des Landkreises. Es soll nach Ansicht von Landrat Lange gewährleistet werden, dass der Neißeradweg ab nächstem Frühjahr wieder „in wesentlichen Teilen“ befahrbar ist.

Infrastruktur: Bis zu dreiJahre für Schadensbeseitigung

Lange rechnet damit, dass die meisten Schäden in der öffentlichen Infrastruktur erst nächstes Jahr behoben werden können. Zwei bis drei Jahre seien wahrscheinlich nötig, um alle öffentlichen Schäden zu beheben. Er hofft, dass die Neißetalbahn zwischen Görlitz und Zittau Mitte nächsten Jahres wieder fährt. Das sei auch für die Landesausstellung in Görlitz wichtig.

Quelle: SZ-Online, im Tagesarchiv vom 18.09.2010 zusammengestellte Beiträge.

Soforthilfen für Ostritz und Leuba festgesetzt

Off. Information der Stadt Ostritz – Donnerstag, 23.09. 2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

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Off. Information der Stadt Ostritz – Donnerstag, 23.09. 2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

Soforthilfepauschale für Härtefälle

Am Mittwoch, 22.09.2010 fand im Rahmen des Runden Tisches der AG Fluthilfe des Landkreises Görlitz die Verteilung der Mittel des Landkreises in Ergänzung der Mittel der Stadt Ostritz statt. Alle Ostritzer Anträge wurden beraten und die entsprechenden Summen der Soforthilfen für die Ostritzer und Leubaer Antragsteller festgesetzt. Mitte nächster Woche werden diese Unterlagen und die Gelder der Stadt Ostritz übergeben, welche dann nach Bescheiderstellung die Mittel sofort auszahlen wird.

Die Bescheide über die Soforthilfen sind mit einem sogenannten Rechtsbehelfsverzicht versehen, d.h. wer gegen den Bescheid keinen Widerspruch einlegen möchte und dies auch schriftlich umgehend der Stadt Ostritz bestätigt, erhält das Geld schnellstmöglich nach Eingang dieses Rechtsbehelfsverzichtes ausgezahlt. Sollte dieser Rechtsbehelfsverzicht nicht abgegeben werden, muss mit der Auszahlung bis nach Verstreichen der 4-Wochen-Frist für die Einlegung des Widerspruches gewartet werden. Erläuterungen dazu erhalten Sie aber auch in den Bescheiden über die Soforthilfen.

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 23.09.2010.

Spenden, Flut-Arbeitsgruppe und eine Ersatzkirche

Mit der Bäckerei Geißler verbindet die Herrnhuter Gartenfreunde vom Kleingartenverein „Am Birkenbusch“ die ein oder andere Leckerei: „Die Bäckerei Geißler hat uns bei Gartenfesten als Sponsor …

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Aktuelle Informationen - 24.09.2010 (Quelle: sz-online.de)

Herrnhuter Gärtner spenden Bäcker 100 Euro

Mit der Bäckerei Geißler verbindet die Herrnhuter Gartenfreunde vom Kleingartenverein „Am Birkenbusch“ die ein oder andere Leckerei: „Die Bäckerei Geißler hat uns bei Gartenfesten als Sponsor unterstützt“, sagt Gärtner Rainer Bieräugel. Die Bäckersleute hätten sich den Anliegen der Gärtner nie verschlossen. Deshalb habe man nach dem Augusthochwasser, das bei Geißlers in Ostritz sowohl in der Backstube als auch im Wohnhaus stand, über eine Spende nachgedacht. 100 Euro wollen die Kleingärtner nun morgen nach Ostritz bringen – dieses Geld stammt zunächst aus der Spartenkasse.

Bei den nächsten Vereinsfesten im Herbst und vor Weihnachten wird die Spende gewissermaßen rückwirkend wieder eingesammelt. „Wir haben einen Großteil unserer 80 Gartenfreunde angerufen und gefragt“, beschreibt Rainer Bieräugel die Meinungsbildung unter den Gärtnern. Viele begrüßten den Gedanken. Die Bäckersleute in Ostritz freuts. Noch immer leben sie gewissermaßen in einem Provisorium, haben das Firmenbüro jetzt einigermaßen wieder eingerichtet. „Drucker, Fax, Telefon, Laminiergerät, man merkt erst hinterher, was alles noch fehlt“, sagt Bäckersfrau Anett Geißler. Solche Geldspenden kann sie für diese wichtigen Dinge gut gebrauchen.

Generell ist sie von der Hilfsbereitschaft der Leute sehr überrascht – ganz egal, ob es sich dabei um Bäcker, Nachbarn oder völlig Fremde handelt, die Sach- oder Geldspenden bei ihnen abgeben. Denn auf die Soforthilfe vom Staat warten die Unternehmer auch sieben Wochen danach noch.

Kreis bildet eine Flut-Arbeitsgruppe

Seit Montag arbeitet beim Kreis in Zittau eine Arbeitsgruppe „Flut“. Sie wird geleitet von Birgit Weber, die für zwei bis drei Jahre für diese Aufgabe vom Freistaat an den Kreis abgeordnet wird. In der Landesdirektion Dresden war Frau Weber als Leiterin der Abteilung Raumordnung, Bauen und Wohnen tätig.

Die Arbeitsgruppe soll Kommunen bei der Behebung der Flutschäden begleiten. Das reicht von der Bilanzierung über Fördermittelantrag bis hin zur Abrechnung.

Hausmeister aus Döbeln zur Fluthilfe - Leserbrief

Iris Palme schreibt, dass die DKB Wohnungsgesellschaft Sachsen jetzt in Ostritz einen Beitrag geleistetet hat:

Die beiden Hausmeister, Maik Herrmann und Lothar Krieger, sind normalerweise für die DKB Wohnungsgesellschaft Sachsen mbH in Döbeln unterwegs. Nun hat sie der Vermieter vom 13. bis 17. September nach Ostritz geschickt, damit sie dort bei der Beseitigung der Flutschäden helfen. Das dortige kommunale Wohnungsunternehmen Bauen und Wohnen GmbH Ostritz hat sie an Stellen eingesetzt, wo sie am meisten gebraucht wurden.

„Gerade die Menschen in Döbeln wissen, wie sehr jede helfende Hand nach einer solchen Katastrophe gebraucht wird und haben sicher Verständnis, wenn eine Woche lang zwei Hausmeister weniger in Döbeln unterwegs sind.“, meint Christian Rokosch, Geschäftsführer der DKB Sachsen. Besonders aufgrund der eigenen Flut-Erfahrungen brauchte niemand Herrn Krieger und Herrn Herrmann lange zu überzeugen.

Ostritz

In der Turnhalle Lessingstraße werden vom DRK weiter Sachspenden angenommen und ausgegeben. Sie sollten aber sauber und gebrauchsfähig sein. Dringend benötigt werden Waschmaschinen sowie Winterbekleidung sowie -schuhe. Ab Oktober werden die Öffnungszeiten geändert, bis dahin ist wochentags von 9 bis 18 und sonnabends von 9 bis 14Uhr geöffnet.

Hofkapelle ist „Ersatz-Kirche“ - St.Marienthal

Die durch das August-Hochwasser schwer beschädigte Klosterkirche kann auf unbestimmte Zeit nicht genutzt werden. Um weiterhin gemeinsam Gottesdienste in einem entsprechend großen Raum feiern zu können, wurde in den letzten Wochen der Raum des Brauereigebäudes, in dem sich bis zum Hochwasser die Dauerausstellung „Ora et labora“ befand (diese wurde leider durch das Hochwasser vernichtet), zu einem Gottesdienstraum umgestaltet. Dieser Raum wird für die Dauer seiner Funktion umbenannt zur „Hofkapelle“.

Die Hofkapelle ist zugleich ein Andachtsraum, der auch tagsüber geöffnet ist, um den Besuchern weiterhin die Möglichkeit zu bieten, dort zum stillen Gebet, zur Anbetung oder Besinnung zu verweilen. In der Hofkapelle kann man – wie vorher in unserer Klosterkirche – an der Pieta (Schmerzensmadonna) Opferkerzen entzünden. Die Klosterschwestern bitten Besucher, die Würde des Ortes durch entsprechendes Verhalten zu respektieren.

In der Hofkapelle wird ab diesem Sonntag jeweils um 9 Uhr das sonntägliche Hochamt abgehalten. Das Kloster verweist auf die wöchentliche Gottesdienstordnung, die im Vorraum aushängt.

Kreis entscheidet über Soforthilfe

Görlitz. Der Runde Tisch Flut des Landkreises hat am Mittwoch weitere 115 Anträge auf Soforthilfe gebilligt. Das erklärte eine Sprecherin des Landkreises gestern. Damit entschied der Runde Tisch auch über Anträge aus Seifhennersdorf, Hainewalde, Ebersbach, Neugersdorf, Rosenbach, Neusalza-Spremberg und nochmals – nach notwendigen Rückfragen – Löbau und Oderwitz. Im Fokus der Beratungen des Vergabegremiums standen zudem Härtefälle aus Görlitz, Ostritz, Rothenburg, Krauschwitz und Bad Muskau. Vergeben wurden rund 1,06 Millionen Euro, damit sind rund 2 der 2,6 Millionen Euro Soforthilfe im Kreis verteilt.

Quelle: SZ-Online, im Archiv unter 24.09.2010 zusammengefasste Meldungen.

Merkel und Wulff lehnen Besuch im Flutgebiet ab

Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werden das Hochwassergebiet in der Oberlausitz nicht besuchen. Sie haben die Einladung vom Landtagsabgeordneten Stephan …

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Merkel und Wulff lehnen Besuch im Flutgebiet ab

Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werden das Hochwassergebiet in der Oberlausitz nicht besuchen. Sie haben die Einladung vom Landtagsabgeordneten Stephan Meyer (CDU) ausgeschlagen (die SZ berichtete). Wulff teilte mit, dass er sich bei seinem Antrittsbesuch am 1. September in Dresden von der Landesregierung informieren ließ. „Der Bundesminister des Innern hat sich bereits am 9. August einen persönlichen Eindruck von der Lage vor Ort verschafft“, begründete Bundeskanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) die Absage der Kanzlerin.

Pofalla kündigt an, dass die Regierung die Lage weiter beobachten und Hilfsmöglichkeiten ausloten will. Wulff sieht dagegen keine Chance, für Hilfe zu sorgen, weil er nur wenige Möglichkeiten hat, sich einzumischen.

Meyer zeigte sich gestern gegenüber der SZ enttäuscht von den Absagen. Vor allem, dass sein Bittbrief die Bundeskanzlerin offenbar nicht persönlich erreicht hat, ärgert ihn. „Die Verwaltung sieht die Flut im Dreiländereck offenbar nicht als prioritär an“, sagte er.

Quelle: SZ-Online am 25.09.2010

Quelle: SZ-Online, 25.09.2010.

Erneuter Dauerregen: Die Hochwasserlage spitzt sich zu

In Zittau ist die Warnstufe 3 erreicht, Warnstufe 4 nur noch Stunden entfernt. Momentaner Pegelstand 3,14 m, Warnstufe 4 bei 3,20m!

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Montag 27.09.2010

Hochwasserlage in der Oberlausitz spitzt sich zu

In Ostritz sind die Mobilen Hochwasserschutzanlagen montiert.

Aktueller Stand - Montag 22.25 Uhr:

In Zittau ist soeben die Hochwasserstufe 4 ausgerufen worden.

Aktueller Stand - Montag 21.15 Uhr:

In Zittau ist die Warnstufe 3 erreicht, Warnstufe 4 nur noch Stunden entfernt. Momentaner Pegelstand 3,14 m, Warnstufe 4 bei 3,20m!

Aktueller Stand - Montag 20.55 Uhr:

Die Spree in Bautzen erreicht Warnstufe 2 (Kontrolldienst) - Pegel steigen langsam weiter. Kritisch wird es in BZ ab Warnstufe 3 (noch 50cm)

Aktueller Stand - Montag, 18.30 Uhr:

Bei der Hochwasserlage im Landkreis Görlitz deutete sich keine Entspannung an. Entgegen vorherigen Voraussagen hat sich das Niederschlagsgebiet ausgeweitet. Bis in den Mittwoch hinein muss mit Niederschlagsmengen zwischen 50 bis 80 Millimeter pro Quadratmeter, stellenweise sogar bis 100 mm, gerechnet werden. Das gab der am Mittag eingerichtete Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) im Landkreis Görlitz in den späten Nachmittagstunden bekannt.

Für die Neiße bei Zittau ist in den Nachtstunden Alarmstufe vier vorausgesagt. Derzeit gilt von Zittau bis Ostritz Alarmstufe drei mit einem Wasserstand von etwa 3,00 Meter. Vor allen die östlich aus Tschechien und Polen kommenden Bäche lassen die Pegel der Lausitzer Neiße weiterhin ansteigen. Auch die Mandau zeigte steigende Tendenz.

Für die Neiße bei Görlitz wird in den Nachtstunden Alarmstufe drei erwartet. Gegen 17 Uhr galt Stufe zwei mit etwa 3,65 Meter.

Im Unterschied zum Augusthochwasser sind dieses Mal vor allem Orte im Binnenland betroffen. Kleine Bäche und Gräben können das Wasser nicht mehr aufnehmen. Das Wasser auf Feldern und Wiesen läuft nicht mehr ab, da der Boden keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann. Städte und Gemeinden sind alle informiert und stehen mit dem SAE in Verbindung. In vielen Orten sind inzwischen die Freiwilligen Feuerwehren vor Ort

Die hautamtliche Wehr in Zittau hat sich Verstärkung von den Freiwilligen Wehren in der Umgebung geholt. Unter anderem wurden Schlauchboote klar gemacht und die Ausgabe von Sandsäcken zur Sicherung von Deichen vorbereitet.

Besonderes Augenmerk wird entlang der Lausitzer Neiße auf die Kontrolle von Deichanlagen entlang der Neiße gelegt, vor allem im Raum Drausendorf und Ostritz. Dort wurde nach dem Augusthochwasser an mehreren Stellen Schäden behoben.

Bundes- und Landespolizei sind im Hochwassergebiet unterwegs.

Der SAE macht darauf aufmerksam, dass Bürger, die Sandsäcke benötigen, sich an ihre Gemeinde, beziehungsweise an die Freiwillige Feuerwehr wenden. Für den örtlichen Hochwasserschutz sind die Gemeinden, beziehungsweise die Freiwilligen Feuerwehren zuständig.

Der SAE ist rund um die Uhr in Bereitschaft.

27.09.2010 18.00 Uhr

Deutscher Wetterdienst warnt vor weiteren Starkregen in der Oberlausitz

Der Deutsche Wetterdienst hat am Nachmittag seine aktuelle Unwetterwarnung ausgeweitet:

Zu den zwischen Sonnabend und Montag 13 Uhr MESZ gefallenen Niederschlagsmengen werden zusätzlich bis Mittwoch früh verbreitet 50 bis 80, stellenweise bis 100 l/qm Niederschlag erwartet.

ACHTUNG! Hinweis auf mögliche Gefahren: Infolge des Dauerregens ist Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen möglich. Es können Erdrutsche auftreten. Schließen Sie alle Fenster und Türen!

27.09.2010 12.00 Uhr

Die Pegelstände der Gewässer in den Landkreisen liegen wieder im Alarmstufenbereich. Durch anhaltenden Niederschlag kommt es in den letzten 24 Stunden wieder zum bedrohlichen Anschwellen der Flüsse und der Gräben sowie bei kleineren Bachläufen. Das Wasser sammelt sich auch auf Feldern und Wiesen, da der Boden keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann. Im Landkreis Bautzen sind zurzeit die Schwarze Elster (Alarmstufe II steigend) und die Große Röder (Alarmstufe I stark steigend) stark betroffen. Die Experten rechnen mit der Alarmstufe III und schließen nicht aus, dass sich im Verlauf des Tages die Situation weiter zuspitzen kann.

Im Landkreis Görlitz wird am Nachmittag mit Alarmstufe vier an Mandau und Neiße gerechnet. Vor allem das aus Polen und Tschechien kommende Wasser sorgt für steigende Pegel. Auf diese Situation bereiten sich vielerorts die Feuerwehren vor. Die hauptamtliche Wehr in Zittau hat sich Verstärkung von den Freiwilligen Feuerwehren in Hirschfelde und Zittau geholt. Unter anderem werden Schlauchboote organisiert und die Ausgabe von Sandsäcken vorbereitet. In Ostritz ist die freiwillige Feuerwehr zu Sicherungsarbeiten in die Bahnhofstraße ausgerückt.

Quelle: Zeitgenössische Lageberichte vom 27.09.2010; enthalten ist die Warnung des Deutschen Wetterdienstes.

Erneuter Katastrophenalarm und erste Entspannung im Süden

Der Katastrophenalarm für den südlichen Landkreis (Gebiet des ehemaligen Landkreises Löbau-Zittau) ist 13.30 Uhr aufgehoben worden.

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Dienstag, 28.09.2010

Der Katastrophenalarm für den südlichen Landkreis (Gebiet des ehemaligen Landkreises Löbau-Zittau) ist 13.30 Uhr aufgehoben worden.

Letzter Stand - Dienstag 17.00 Uhr

Vor allem im Bereich der Zittauer Neiße hat sich die Situation entspannt. Der Pegel weist mit derzeit 3,20 Meter weiterhin fallende Tendenz auf. Zudem ist nach der angekündigten Wetterprognosen von Norden her in den nächsten Stunden mit nachlassendem Regen zu rechnen.

Für den nördlichen Landkreis und die Stadt Görlitz gilt der Katastrophenalarm weiterhin.

Das Gesundheitsamt informiert: Trinkwasser abkochen

Auf Grund der erneuten Hochwassersituation kann es zu Beeinträchtigungen der Trinkwasserqualität kommen. Dies betrifft den gesamten Versorgungsbereich der Stadtwerke Görlitz AG.

In diesem Bereich sollte das Trinkwasser, bis auf Weiteres, nur im abgekochten Zustand verwendet werden. Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung wird abgepacktes Wasser empfohlen.

Zum Duschen, Baden, Geschirrspülen und Waschen kann das Wasser genutzt werden.

Letzter Stand - Dienstag 10.00 Uhr

Katastrophenalarm für den Landkreis Görlitz ausgerufen

Am Pegel Zittau/ Lausitzer Neiße werden weiterhin gleichbleibende Wasserstände verzeichnet. Am Pegel Görlitz kommt es hingegen u. a. bedingt durch erhebliche Zufluss aus aus östlich gelegenen Zuflüssen noch zum Wasserspiegelanstieg. In den Oberläufen des Weißen und Schwarzen Schöpses entspannt sich die Lage leicht.

Zuzüglich zum Abflussverhalten der Gewässer werden bedingt durch die anhaltenden Regenfälle bis zu 100 mm in 48 Std. breite Überschwemmungen in der Fläche in den Flachlandgebieten registriert. Ein Schwerpunkt bildet derzeit die Ortlage Horka. Dort ist der Neugraben an vier Stellen über die Ufer getreten. Dort sind verstärkt Freiwillige Feuerwehren und THW im Einsatz. Die Kindertagesstätte in Horka bleibt geschlossen.

Am gesamten Abschnitt der Lausitzer Neiße werden die Deiche weiterhin ständig kontrolliert.

Es kam zu zahlreichen Straßenüberflutungen. In Hagenwerder fährt kein Schulbus. In Schöpstal-Ebersbach ist die Schule nicht erreichbar.

Die ODEG hat den Schienenersatzverkehr eingestellt.

Aktueller Stand - Dienstag 9.10 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst hebt seine Unwetterwarnung auf

Die Unwetterwarnung vor Ergiebigem Dauerregen, ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am Montag, 27.09.10, 12:40 Uhr, wird am Dienstag, 28.09.10, 08:54 Uhr aufgehoben.

Die Unwetterwarnung wird zwar aufgehoben, bis heute Abend fallen aber noch zwischen 10 und 15 l/qm Regen.

Aktueller Stand - Dienstag 6.00 Uhr

Bürgertelefon zum Hochwasser wird eingerichtet. Ab 8 Uhr wird für den heutigen Dienstag unter den Tel.-Nr. 03588 285-940 und -941 ein Bürgertelefon eingerichtet.

Die Situation im Landkreis Görlitz ist aufgrund des Dauerregens weiterhin angespannt.

Pegelstände 28.09.2010 um 04:00 Uhr

Lausitzer Neiße, Pegel Zittau: 356cm gleichbl. - AS 4

Lausitzer Neiße, Pegel Görlitz: 560cm steigend - AS 4

Mandau, Pegel Großschönau: 178cm fallend - AS 2

Pließnitz, Pegel Rennersdorf: 280cm gleichbl. - AS 3

Am Pegel Zittau/ Lausitzer Neiße werden seit ca. 3 Stunden gleichbleibende Wasserstände verzeichnet, die auf ein Erreichen des Hochwasserscheitels für diesen Flussabschnitt hindeuten. Am Pegel Görlitz kommt es hingegen u. a. bedingt durch erhebliche Abflüsse in den östlich gelegenen Zuflüssen noch zum Wasserspiegelanstieg. In den Oberläufen des Weißen und Schwarzen Schöpses wurde bereits vor 5 bzw. 4 Stunden eine AS 4 erreicht. Es deutet sich an, dass die HW-Scheitel an den Pegeln Holtendorf/Weißer Schöps und Krobnitz/ Schwarzer Schöps derzeit erreicht sind.

In den Unterläufen steigen die Wasserstände kontinuierlich an.

Zuzüglich zum Abflussverhalten der Gewässer werden bedingt durch die anhaltenden Regenfälle bis zu 100 mm in 48 Std. breite Überschwemmungen in der Fläche in den Flachlandgebieten registriert

An allen Hochwasserschutzanlagen wurden bereits in den gestrigen Nachmittags- und Abendstunden die gefährdeten Stellen kontrolliert.

Es kam zu zahlreichen Straßenüberflutungen.

Auf folgenden Straßen kommt es deshalb zur Zeit zu Sperrungen bzw. zu Behinderungen:

B 99 Ortsausgang Görlitz/ Weinhübel - Hagenwerder

B 99 in der Ortslage Leuba, Hagenwerder bis Ostritz

Görlitz, Schlaurother Straße

S 111 Reichenbach - Gersdorf

S 143 Ortsdurchfahrt Bischdorf

K 8635 Eckartsberg - Radgendorf

S 133 Zittau - Olbersdorf

Aufgrund der Straßensperrungen kommt es zu einem eingeschränkten Betrieb beim öffentlichen Personennahverkehr. Nutzen Sie für Ihre Nachfragen bitte das ZVON-INFO-TELEFON 0800-9866-4636 von 6.30 bis 19 Uhr.

Wer Hilfe in seiner persönlichen Lebenssituation benötigt, kann sich an die Leitstellen des Landkreises wenden. Von dort wird ein Kontakt zu den Kriseninterventionsteams vermittelt.

Leitstelle Weißwasser: 03576 207575

Leitstelle Löbau: 03581 406776

Leitstelle Görlitz: 03585 441445

Aktueller Stand - Dienstag 5.30 Uhr

Nach Rücksprache mit den anliegenden Gemeinden können die Ortsfeuerwehren die Lage derzeit allein bewältigen. Das Ausrufen des Katastrophenalarms war daher bisher nicht erforderlich

Aktueller Stand - Dienstag 1.00 Uhr

Wegen der Hochwasserlage aufgrund der starken Regenfälle der letzten zwei Tage wurde am 27. September um 24 Uhr Uhr Katastrophenalarm für den gesamten Landkreis Görlitz ausgerufen. Der Katastrophenschutzstab wird in der nächsten Stunde seine Arbeit in Niesky aufnehmen.

Die Niederschlagssituation hat sich im Laufe des Montags weiterhin verschärft. Bis Dienstagabend muss mit Niederschlagsmengen bis 80 Millimeter pro Quadratmeter, stellenweise sogar bis 100 mm, gerechnet werden. Der gesamte Landkreis ist nicht nur von einem Hochwasser an den Fließgewässern sondern vor allem auch in der Fläche betroffen. D.h., das Niederschlagswasser kann nicht mehr abfließen.

In Zittau hat die Neiße bereits den Hochwasserpegel A 4 erreicht, in Görlitz besteht momentan die A3.

Personen im Gefahrenbereich werden durch die örtlichen Feuerwehren informiert.

Aufgrund der Straßensperrungen kommt es zu einem eingeschränkten Betrieb beim öffentlichen Personennahverkehr.

Quelle: Zeitgenössische Lageberichte, Behördenmitteilungen und Wetterwarnung vom 28.09.2010.

Katastrophenalarm aufgehoben – Leuba erneut schwer betroffen

Der Katastrophenalarm wurde um 10 Uhr für den Bereich des ehemaligen Niederschlesischen Oberlausitzkreises aufgehoben, so das für den gesamten Landkreis Görlitz kein Katastrophenalarm mehr …

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Mittwoch, 29.09.2010

Katastrophenalarm im gesamten Landkreis Görlitz aufgehoben

Aktueller Stand - Mittwoch 15.30 Uhr

Der Katastrophenalarm wurde um 10 Uhr für den Bereich des ehemaligen Niederschlesischen Oberlausitzkreises aufgehoben, so das für den gesamten Landkreis Görlitz kein Katastrophenalarm mehr besteht. Der Katastrophenschutzstab ist jedoch weiterhin koordinierend tätig und reagiert auf die weitere Lage in den Gemeinden.

In Görlitz geht der Pegel weiter zurück, der Scheitel bewegt sich zwischen Sagar und Bad Muskau. Im Unterdorf Sagar ist gegen 10.20 Uhr ein Deich auf einer Länge von 20 Metern gebrochen, das Wasser läuft über einen Umfluter wieder in die Neiße zurück. Die Brückenbaustelle in Sagar stellt auch wieder ein Problem dar. Ein Damm auf einer Länge von 100 Metern läuft über. In Bad Muskau läuft erstes Wasser in den Park, die Technische Einsatzleitung vor Ort denkt, ohne zusätzliche Kräfte die Situation zu beherrschen.

Aktueller Stand - Mittwoch 10.30 Uhr

Die Hochwassersituation im Landkreis Görlitz entspannt sich trotz einzelner Schwerpunkte weiter. Der Katastrophenalarm wurde deshalb für den Bereich des ehemaligen Niederschlesischen Oberlausitzkreises zu 10 Uhr aufgehoben, so dass jetzt für den gesamten Landkreis Görlitz kein Katastrophenalarm mehr besteht.

Aktueller Stand - Mittwoch 8.30 Uhr

Die Hochwassersituation im Landkreis Görlitz entspannt sich weiter. Der Katastrophenalarm in der Großen Kreisstadt Görlitz wurde heute zu 8 Uhr aufgehoben.

Aktueller Stand - Mittwoch 5.30 Uhr

Die Bundesstraße B 99 ist zwischen Görlitz und Zittau wieder durchgängig befahrbar. Die Sperrung der Straße wegen Überflutung konnte aufgehoben werden.

So schlimm war das September-Hochwasser

Das Hochwasser im Dreiländereck hat gestern den Scheitelpunkt erreicht und geht zurück. Die Neiße hatte in Zittau am Vormittag einen Pegelstand von 3,57 Metern erreicht und damit die höchste Alarmstufe 4 deutlich überschritten. Vom Höchststand im August mit 4,89 Meter war sie allerdings weit entfernt.

In der Nacht zu gestern rief der Kreis wie schon beim August-Hochwasser Katastrophenalarm aus. Gestern Nachmittag wurde er für den Südkreis wieder aufgehoben.

Menschen wurden nicht verletzt. Auch Tiere kamen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden. „Diesmal ist der Kelch wirklich an uns vorübergegangen“, sagte Andreas Stegemann, Geschäftsführer des Zittauer Tierparks.

Die Schäden halten sich in Grenzen. Einige Straßen wurden überflutet (s. Kasten). Dadurch ist der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt. Bei Radgendorf ist eine Böschung der B178-Nordspange abgegangen. Die Kläranlage in Hirschfelde wurde wieder überspült. „Das ist diesmal nicht so problematisch“, sagte Michael Kuba, Chef des Betreibers Sowag. Das erst vor wenigen Tagen in Betrieb genommene Provisorium arbeite normal.

Zudem wurden wieder Wiesen und Gärten überflutet. Auch Keller liefen voll. Die Rettungskräfte waren im Dauereinsatz.

Leuba am stärksten betroffen

Am härtesten hat es Leuba getroffen – über 20 Häuser auf der Neißeseite vom Ortseingang aus Richtung Zittau bis zum Autohaus Thomas. Die Leute seien verzweifelt, denn die Räume sind jetzt nach der August-Flut halbwegs trocken, so dass einige dieser Tage mit der Renovierung beginnen wollten, sagte Wehrleiter Frank Kretschmer.

In Ostritz bleiben die mobilen Hochwasserschutzwände auf alle Fälle bis heute stehen. Die Bahnhofstraße ist in der Nacht vollgelaufen. Die Wohnungen im Erdgeschoss sind laut der Bürgermeisterin Marion Prange ohnehin noch nicht wieder bewohnbar. Da die im August zerstörten Pumpstationen noch nicht ersetzt sind, muss alles manuell abgepumpt werden.

In Hirschfelde wurde das Gelände der Landfrauenbegegnungsstätte wieder überflutet. „Aber ins Gebäude ist das Wasser noch nicht eingedrungen“, sagte Gisela Sprenger gestern Nachmittag.

Mittelherwigsdorf hatte Glück

„Wir sind weit nicht so schwer betroffen wie im August“, sagt Lutz Richter vom Bauamt. Allerdings setzte von den Felder hereinströmendes Wasser Straßen unter Wasser, so zum Beispiel im Gewerbegebiet Oberseifersdorf. Die Bauarbeiten auf der Schenkstraße mussten unterbrochen werden. „Wir versuchen aber das Möglichste, dass sie ab Montag halbseitig befahrbar ist“, so Richter. Oderwitz und Leutersdorf blieben diesmal weitestgehend verschont. In Großschönau kam es am Ziegelei-Teich zu Überflutungen. Rund vier Stunden hatte am Abend bis 19.52 Uhr die Feuerwehr zu tun, bei der Damino GmbH ein etwa zehn Meter langes Gerüst zu demontieren. „Es stand genau in der Lausur. In ihm hatte sich durch das Hochwasser schon allerlei Treibgut verfangen“, schildert Wehrleiter Dieter Neumann. Über 800 Sandsäcke sind im Ort verteilt worden. Vorsorglich wurden auch welche im Oberdorf Feldstraße, am Oberen Mandauweg, und am Hutberg aufgestapelt. Auch Seifhennersdorf wappnete sich mit Sandsäcken genau wie Olbersdorf, wo nachts die August-Bebel-Straße gesperrt werden musste. Hier trat bei der Nummer 29 der Dorfbach über die Straße. Auch im Niederdorf kam es zu Überflutungen.

Bogatynia schließt Schulen

In Bogatynia haben die Pegel der Neiße und der Miedzianka die kritischen Pegelstände überschritten, es wurde Hochwasseralarm ausgelöst. Laut Marcin Kiersnowski, Sprecher der Stadtverwaltung, sind sie aber nicht über die Ufer getreten. Dennoch gibt es im Stadtgebiet und in den Ortschaften Sieniawka und Porajow lokale Überschwemmungen. Bis ins Erdgeschoss sei das Wasser aber nirgendwo gestiegen. Gestern wurde vorsorglich der Unterricht in drei Schulen abgesagt. Ab heute sollen aber alle Kinder wieder in die Schule gehen.

In Hradek war die Situation ähnlich.

Ein Haus, das des Feuerwehrchefs, wurde vom Wasser eingeschlossen. Eine Brücke musste gesperrt werden. Weitere werden demnächst auf ihre Standfestigkeit geprüft. Auch aus den anderen Orten wurden keine schlimmen Verwüstungen bekannt. Allerdings wurden in Visnova, östlich von Ostritz, vorsorglich 50 Menschen evakuiert.

Hoffentlich ist es nun überstanden

Ist es das nun gewesen? Hoffentlich. Das Hochwasser hat gestern und in der Nacht zuvor zum Glück nicht so viel Schaden angerichtet, wie zu befürchten war. Trotzdem hat es aber wieder Hochwasseropfer – vor allem in Ostritz und Leuba – gegeben. Die, die diesmal nicht betroffen waren, werden dennoch nicht so richtig aufatmen können. Jeder kleine Regenschauer wird sie noch auf Jahre hinaus verängstigen und schreckliche Erinnerungen wecken. Zu viel haben sie an dem einen Tag verloren und gelitten. Bis alle Hochwasseropfer wieder richtig Mut schöpfen können, fließt noch viel Wasser die Neiße, Mandau und die anderen Flüsse und Bäche runter. Das kann es auch, aber bitte innerhalb des Flussbettes.

Der Wettlauf mit der Zeit beginnt

Der Südkreis ist nur um einige Zentimeter einer neuerlichen Katastrophe entgangen. Mit Glück. Denn auch wenn die Städte und Gemeinden diesmal schnell und sehr vorsorglich reagiert haben, lag es am Ende nicht nur in ihrer Hand.

Nun beginnt für alle ein Wettlauf mit der Zeit: Bereits begonnene Reparatur- und Sicherungsarbeiten müssen so schnell wie möglich in die Gänge kommen, manche Flutopfer sitzen noch ohne Heizung oder in kahlen Räumen, die neuen Türen sind noch nicht angekommen.

Da viele Handwerker schon wegen der Augustflut kaum noch mit den Aufträgen hinterherkommen, werden die Wartezeiten nun wohl eher noch ansteigen. Was im August nicht so dramatisch war, verschärft nun aber der nahende, kühle Herbst. Und auch für die angegriffenen Dämme bleibt bis zum Frühling nicht sehr viel Zeit.

Straßen überflutet und gesperrt

Die Regenfälle der vergangenen Tage haben auch zu Einschränkungen im Nahverkehr geführt.

Landkreis. Auf der B99 zwischen Görlitz, Hagenwerder, Ostritz und dem Eigen ging gestern nichts mehr: Die Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG) hatte den Fahrbetrieb in Hagenwerder eingestellt, weil die Straße wegen des Hochwassers nicht mehr zu befahren war. Betroffen war vor allem der Bereich zwischen Hagenwerder und Ostritz.

Ebenfalls bis auf weiteres eingestellt wurde der Schienenersatzverkehr der Odeg zwischen Zittau und Görlitz. Der Schülerverkehr, so informierte das Landratsamt, sei trotz allem abgesichert worden.

Allerdings war nicht nur die Bundesstraße von Überflutungen betroffen. Auch die Verbindungsstraße nach Bischdorf musste in der Nacht zum Dienstag gesperrt werden. Außerdem hatte die Pließnitz in Schönau-Berzdorf zu Einschränkungen auf der Kleinen Seite geführt. Im Raum Kittlitz waren Teilbereiche ebenfalls schwer oder gar nicht zu erreichen.

Quelle: Zeitgenössische Lageberichte und Presseschau vom 29.09.2010.

Sinkende Pegel und die Hoffnung auf Hochwasserschutz

Donnerstag, 30.09.2010 --- Die Neisseregion ist knapp an einer erneuten Hochwasserkatastrophe vorbeigeschrammt ---

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Donnerstag, 30.09.2010 --- Die Neisseregion ist knapp an einer erneuten Hochwasserkatastrophe vorbeigeschrammt ---

Aktueller Stand - Donnerstag

Bei der Lausitzer Neiße hat in den gestrigen Abendstunden der Scheitel Bad Muskau erreicht, in Görlitz ist bei sinkendem Pegel die Alarmstufe 2, der Pegel Zittau fällt auch weiterhin bei derzeit Alarmstufe 1.

Aktuelle Informationen - 30.09.2010 (Quelle: sz-online.de)

Leubaer hoffen auf baldigen Hochwasserschutz

So stand gestern noch das Wasser im Hof des Autohauses Thomas, zeigt Kfz-Mechatroniker Falko Müller. Das Autohaus hat aber geöffnet. Foto: Dornich

Für Bernd Lange und seine Frau Kerstin gab es am Dienstag eine jähe Urlaubsunterbrechung. Sie wollten sich eigentlich seit Mitte vergangener Woche bis diesen Sonnabend in Passau etwas von den Strapazen nach dem August-Hochwasser erholen. „Dienstag um sieben Uhr hat unsere Tochter angerufen“, erzählt Frau Lange. Da konnte sie nichts mehr halten. Und da die B99 gesperrt war, gab es nur die Möglichkeit, über Bernstadt und Kiesdorf und dann die Betonstraße lang nach Leuba zu fahren. Tochter, Schwiegersohn, Kerstin Langes Mutter Christa Scheibe, Nachbarn und die Feuerwehr hatten die ganze Nacht zuvor gegen das erneute Hochwasser gekämpft. „Wir sind nervlich und körperlich am Ende“, sagt Christa Scheibe. Zumal die von den August-Hochwassern betroffenen Räume jetzt soweit getrocknet waren, dass sie hätten wiederhergerichtet werden können. Langes Haus liegt am tiefsten zwischen Neiße und der Hauptstraße, so drückt das Wasser von zwei Seiten auf das Grundstück. Durch den Einsatz dreier Pumpen konnte aber das erneute Eindringen ins Haus weitgehend verhindert werden. Die Fußböden wurden „nur“ feucht.

Nebenan schleppt Harald Hüttig gerade die vollgesogenen Sandsäcke aus dem Haus. 120 bis 150 werden es sein, schätzt er. Auch er hat von Montagabend an bis Dienstag früh gemeinsam mit seinem Sohn gepumpt, um das Wasser halbwegs in Griff zu kriegen. „Die Versicherung zahlt bestimmt kein zweites Mal“, sagt er – und: „Zum Glück wohnen wir oben.“ Insgesamt sind über 20 Häuser betroffen, besonders auch wieder der Reiterhof Menge. Das Wasser steht noch im ganzen Hof. Die Pferde wurden allerdings schon im August weggebracht und der Besitzer ist bei Verwandten untergekommen.

Klaus-Dieter Gothan vom Autohaus Thomas und seine Mitarbeiter laufen auch alle in Gummistiefeln herum. Der Hof ist noch voller Wasser, im Verkaufsraum stand es Dienstag früh etwa fünf Zentimeter hoch, in der Werkstatt circa 20 Zentimeter. In einem Büroraum läuft der Trockner. „Am Dienstag hat eine Frau von der Handwerkskammer angerufen und gefragt, ob ich ihn noch brauche“, erzählt er. Ja, habe er gesagt, jetzt wieder und: „Sie können froh sein – er ist nicht abgesoffen.“

Leuba ist in diesem Jahr bereits zum fünften Mal vom Unwetter betroffen, berichtet Wehrleiter Frank Kretschmer. Das erste Mal Pfingstmontag, dreimal im August und nun wieder. Der Damm ist zum zweiten Mal arg beschädigt. Egal, mit wem man redet, alle sagen: „Wir hoffen, dass nun endlich der Hochwasserschutz Priorität hat.“

Hochwasserlage entspannt sich langsam

Ausdauernder Nieselregen und schlechte Sicht auf den Straßen erforderte gestern erhöhte Aufmerksamkeit von den Autofahrern, wie hier auf der B178 bei Ottenhain. Foto: Weber

Seit Sonnabendnachmittag regnet es in der Region. Ab heute soll damit vorerst Schluss sein, berichtet der Deutsche Wetterdienst. Die Linienbusse der KVG fahren laut Auskunft des Verkehrsunternehmens seit gestern früh überall wieder planmäßig. Alle gesperrten Straßen im Altkreis Löbau-Zittau sind nach Auskunft des Landkreises ebenfalls wieder befahrbar. Nun können auch die Bürger von Bernstadt wieder auf der B99 Richtung Görlitz und Zittau fahren.

Frank Halang, der in Neugersdorf täglich das Wetter beobachtet, atmet ebenfalls auf: Seit Beginn des aktuellen Niederschlagsmarathons ab Sonnabend hat er 107,5 Liter Wasser pro Quadratmeter in Neugersdorf gemessen. Seither hatte es ununterbrochen geregnet. „Der langjährig gemessene Mittelwert für September liegt eigentlich bei knapp 58,5 Liter pro Quadratmeter“, so Halang. Somit ist diesen Monat bereits über das Doppelte an der normalen Niederschlagsmenge gefallen. Insgesamt tröpfelten bis zum gestrigen Tag im September 143,5 Liter herunter. Das entspricht laut Halang 245 Prozent vom normalen Niederschlagswert des 9. Monats. Allein Montag hat er fast 44Liter gemessen. Noch schlimmer war es allerdings im September 2001, als über 178 Liter auf die Erde prasselten.

Im Vergleich zur August-Flut sei der Regen jetzt allerdings gemäßigt ausgefallen: Im August waren in Neugersdorf 305,5 Liter Regen gefallen. Das ist laut Halang der mit Abstand höchste Wert in der 50-jährigen Betrachtungszeit der Schulwetterwarte. Heinz Schuster, der seit 50 Jahren das Wetter in Neugersdorf beobachtet, hat in seinen Unterlagen nach ähnlichen Katastrophen in der Region geblättert. „Ganz schlimm war die Flut am 14. Juni 1880, die Niedercunnersdorf, Bernstadt, Schönau-Berzdorf und Zittau betraf“, entnimmt Schuster seinen Unterlagen. 80 Menschen ertranken, als Mini-Bäche anschwollen. Die Bernstädter Pließnitz vernichtete 14 Häuser. Auch 1931 und 1978 kam es zu großen Unwettern mit umfangreichen Regenfällen und Schäden.

Quelle: Zeitgenössischer Lagebericht und SZ-Online-Beiträge vom 30.09.2010.