Ostritz · Leuba · St. MarienthalAugust — September 2010
Chronik · Oktober bis Dezember 2010

Nach der Flut.

Die damaligen Meldungen in zeitlicher Reihenfolge. Berichte, Hilfsangebote und persönliche Einschätzungen bleiben als historische Dokumente lesbar.

Archiv von 2010. Historisches Dokument aus dem Jahr 2010. Warnungen, Termine, Kontakte, Spendenkonten und Hilfsprogramme geben den damaligen Stand wieder und sind keine aktuellen Handlungs- oder Spendenhinweise.

Landkreis will sich für einen Deich in Leuba einsetzen

Im Landratsamt geht man derzeit davon aus, dass die Schadenshöhe des September-Hochwassers unter derjenigen der Augustflut liegt. Landrat Bernd Lange (CDU) betonte gestern in Richtung des …

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Aktuelle Informationen - 01.10.2010 (Quelle: sz-online.de)

Landkreis will sich für Deich in Leuba einsetzen

So stand das Wasser im August in nbsp; Foto: Jens Bergmann

Im Landratsamt geht man derzeit davon aus, dass die Schadenshöhe des September-Hochwassers unter derjenigen der Augustflut liegt. Landrat Bernd Lange (CDU) betonte gestern in Richtung des Freistaates, dass jetzt dringend für Leuba und Krauschwitz der Hochwasserschutz verbessert werden müsse. In Leuba ist der lange geplante Hochwasserschutzdeich bislang nicht realisiert worden. Der Ort wurde in diesem Jahr bereits mehrfach überschwemmt.

Lange geht davon aus, dass das Hochwasser zu bedeutenden landwirtschaftlichen Schäden geführt hat. Wie Carola Henke vom Umweltamt des Landkreises sagte, seien innerhalb von 48 Stunden etwa 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, so viel wie es sonst in manchen Monaten nicht regnet.

Es geht auch ohne Bürokratie

Endlich, am 18.September, konnten wir den polnischen Nachbarn in Bogatynia den lange erwarteten Möbeltransport bringen. Wir, das sind eine Gruppe von Menschen, die sich aktiv für die vom Hochwasser geschädigten Menschen hinter unserer Grenze einsetzen. Wir danken der Firma Bergmann GmbH Fachgroßhandel Heizung/Sanitär aus Seifhennersdorf für die kostenlose Bereitstellung eines Lkw sowie dem Autohaus Röthig für Betten und diverse Möbel und dem selbst durch das Hochwasser geschädigten Internationalen Bund aus Hirschfelde für die Abgabe von 16 Polsterbetten und allen Beteiligten möchte ich ganz herzlich danken.

Es gibt aber auch ein paar kritische Bemerkungen. Bereits Anfang September bin ich bei der Stadtverwaltung Zittau gewesen und habe mein Anliegen Herrn Mauermann, Hauptdezernent, vorgebracht. Sofortige Hilfe mit telefonischem Rückruf wurde mir zugesichert. Eine Mitarbeiterin sollte mit mir umgehend Kontakt aufnehmen. Leider war nur alles Schall und Rauch, ich warte heute noch auf den Rückruf. Würden solche Personen, wenn sie selbst betroffen wären, auch so handeln? Unsere Aktion konnte innerhalb von einer Woche durch die Vermittlung von Frau Bykowska vom Kloster Marienthal mit der Stadtverwaltung von Bogatynia realisiert werden.

Leserbrief - Eckhard Beier, Seifhennersdorf

Quelle: SZ-Online, Tagesarchiv vom 01.10.2010.

Soforthilfe für Gewerbetreibende und weitere Unterstützung

Am 01.10.2010 wurden die Bescheide über die Spforthilfen für die Gewerbetreibenden erstellt und auch an die Betroffenen verteilt. Nach Rückgabe der Rerchtsbehelfsverzichte an die …

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Off. Information der Stadt Ostritz – Montag, 04.10. 2010 ( Quelle. www.ostritz.de)

Soforthilfepauschale für Härtefälle

Am 01.10.2010 wurden die Bescheide über die Spforthilfen für die Gewerbetreibenden erstellt und auch an die Betroffenen verteilt. Nach Rückgabe der Rerchtsbehelfsverzichte an die Stadftverwaltung Ostritz ist eine Auszahlung noch am selben Tag möglich. In der Woche vom 04.10. - 08.10.2010 werden die Soforthilfebescheide für die Privaten erstellt und verteilt.

Die Bescheide über die Soforthilfen sind mit einem sogenannten Rechtsbehelfsverzicht versehen, d.h. wer gegen den Bescheid keinen Widerspruch einlegen möchte und dies auch schriftlich umgehend der Stadt Ostritz bestätigt, erhält das Geld schnellstmöglich nach Eingang dieses Rechtsbehelfsverzichtes ausgezahlt. Sollte dieser Rechtsbehelfsverzicht nicht abgegeben werden, muss mit der Auszahlung bis nach Verstreichen der 4-Wochen-Frist für die Einlegung des Widerspruches gewartet werden. Erläuterungen dazu erhalten Sie aber auch in den Bescheiden über die Soforthilfen.

Bürgerversammlung am 14.09.2010 - Rückblick

Was ist geschehen – wie geht es weiter....

Am 14. September 2010 lud die Stadtverwaltung Ostritz alle Flutbetroffenen zu diesem Thema in das Dorfgemeinschaftshaus Leuba ein. Mehr als 120 Einwohner waren der Einladung gefolgt. Zu Gast waren Herr Karl Ilg (Leiter Kommunalaufsicht), Vertreter der Stadtverwaltung Ostritz und der Feuerwehren Ostritz und Leuba, die Bürgermeisterin Frau Marion Prange, Herr Steffen Blaschke als stellvertretender Bürgermeister und Gäste aus Grimma unter Leitung von Dr. Fred Urban (Lions Club Grimma).

Weiterhin konnten wir Experten verschiedener Sachgebiete begrüßen, die im zweiten Teil der Veranstaltung Fragen zu Steuern, rechtlicher Art, den Finanzen, versicherungstechnische Fragen, vor allem jedoch der Bauwerkstrockenlegung beantworteten.

Zur Einleitung gab die Bürgermeisterin eine kurze Zusammenfassung von den Tagen der Flut. Im Anschluss zeigte Grimma mit einem beeindruckenden Video einen kurzen Rückblick auf ihr verheerendes Hochwasser von 2002. In bewegenden Bildern sahen die Gäste die Stadt Grimma während der Flut und im imposanten Vergleich dazu Bilder von heute. Dr. Fred Urban fand bewegende Worte des Zuspruchs und des Mutmachens für die Betroffenen, angesichts der Situation zusammenzuhalten und es als große Chance zu verstehen, einen neuen Anfang zu wagen, auch wenn die Schwierigkeiten für viele derzeit unüberwindbar scheinen. Der Lions Club Grimma kündigte weitere finanzielle Hilfe für die Flutopfer an, deren Verteilung zur Stunde in Grimma beraten wird. Die Gäste waren sich in der folgenden Diskussion darüber einig, dass seitens der Politik und auch im Vergleich zur Elbeflut 2002 teils unverständlich, zögerlich, ja sogar mit unverhältnismäßig geringen Hilfszusagen reagiert wurde und brachten ihren Unmut darüber zum Ausdruck. Da jedoch unter den Gästen niemand die akuten Probleme abschließend lösen konnte, ist es dringend geboten, diese Fragen wie auch das Unverständnis über die Vorgehensweisen übergeordneter Instanzen nachdrücklich zu formulieren und an verantwortlicher Stelle zu Gehör zu bringen.

Aber dazu bedarf es der aktiven Mitwirkung aller Betroffener, denn ein Rechtsanspruch auf Hilfe „von oben“ bestehe nicht, ebenso wie Schimpfen allein nichts bewirke, daran erinnerte mehrfach der Rechtsanwalt aus der Grimmaer Team, Herr Daniel Finsterbusch. Axel Heidkamp, der auch in den Tagen nach der Flut mit Personal, umfangreichen Hilfslieferungen und tatkräftiger Unterstützung in Ostritz tätig war, bot dazu seine Unterstützung an. Die Stadt Ostritz wird ebenfalls nötige Hilfestellungen geben, wenn es darum geht, den formulierten Willen der Bürger an die verantwortlichen Stellen auf kommunaler und politischer Ebene weiterzuleiten.

Zum Ausklang der Veranstaltung dankte die Bürgermeisterin Frau Prange, die es sich trotz ihres angeschlagenen Gesundheitszustandes nicht hatte nehmen lassen zu kommen, den vielen namenlosen Helfern dieser schweren Tage, den Feuerwehren, der Stadtverwaltung, Polizei und Grenzschutz, und all den anderen für ihren selbstlosen Einsatz. Ein besonderes Grußwort der Feuerwehr Dietlikon/Schweiz, das noch am Vormittag in der Stadtverwaltung eintraf und in ganz besonderer Weise die Anwesenden berührte, rundete den Abend ab. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken.

Mit Fotoimpressionen von der Flut und den Hilfsaktionen vor Ort von Christian Schreiber konnten die Gäste im Anschluss in individuellen Gesprächen ihre Erfahrungen austauschen und neue Kontakte knüpfen. Herzlichen Dank an alle mitwirkenden Organisatoren des Abends, vor allem an unseren Moderator, Herrn Mario Friedrich (Löbau), für seinen kurzfristigen Einsatz.

i.A. der Stadtverwaltung

Maren Anton

Ostritzer Stadtfest

Zum Ostritzer Stadtfest am 12.06.2010 sollte im Herbst eine Dankeschön-Veranstaltung für die zahlreichen Helfer organisiert werden. Aufgrund des Augusthochwassers wurde die Veranstaltung jedoch bis auf Weiteres lt. Beschluss des Vereinsstammtisches mit überwiegender Mehrheit verschoben. Die Stadtfest-DVD ist erhältlich bei Christian Schreiber zum Unkostenbeitrag von 1€, die Theater-DVD im Kulturbüro zum Kostenpunkt von 5€.

Quelle: Stadt Ostritz, amtliche Mitteilung vom 04.10.2010.

Klosterschwestern danken den Helfern

Die Schwestern vom Kloster St. Marienthal möchten sich heute um 14Uhr mit einem festlichen Dankgottesdienst in der Hofkapelle bei allem Helfer und Spendern, die nach dem August-Hochwasser die …

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Aktuelle Informationen - 06.10.2010 (Quelle: sz-online.de)

Klosterschwestern sagen Danke

So stand das Wasser im August im Kloster

Die Schwestern vom Kloster St. Marienthal möchten sich heute um 14Uhr mit einem festlichen Dankgottesdienst in der Hofkapelle bei allem Helfer und Spendern, die nach dem August-Hochwasser die Abtei unterstützt haben, bedanken. 16 Uhr wird der Philharmonische Kinderchor aus Dresden im Ehrenhof ein Benefizkonzert geben.

Zwei Monate nach der Katastrophe sind die Aufräumarbeiten abgeschlossen und die Weichen für die Schadensbehebung gestellt. Mit Hilfe der Spendengelder ist schon wieder ein großes Stück Normalität im Kloster eingekehrt. Die Bäckerei und die Waschküche sind wieder in Betrieb, und auch der Klosterladen kann geöffnet werden. Ebenso ist noch rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit die Heizungsanlage notdürftig in Betrieb genommen worden. Die Reparatur des Personenaufzuges nach Totalschaden wurde inzwischen auch beauftragt. Andere wichtige Bereiche, wie etwa die Klosterküche, bedürfen noch geraumer Zeit. Am schwersten traf die Schwestern, dass die Klosterkirche auf unbestimmte Zeit nicht benutzbar sein wird. Die Hofkapelle dient derzeit als Ersatzkirche.

Neißetal-Bahn soll im Dezember wieder fahren

Nach Plänen der Deutschen Bahn könnten Mitte Dezember wieder Züge auf der Strecke Görlitz–Zittau verkehren. Wie der Görlitzer Bürgermeister Michael Wieler nach einer Sitzung des regionalen Verkehrsverbundes Zvon mitteilte, müssten aber Bund und Land schnell Fördermittel zur Verfügung stellen. Das ist bislang offen und nicht sicher. Bahnsprecherin Änne Kliem bestätigte auf SZ-Anfrage Finanzierungsgespräche mit der sächsischen Staatsregierung. Einen Termin für die Inbetriebnahme der Strecke nannte sie nicht.

Die polnische Seite plant, die Instandsetzung ihrer Streckenabschnitte der Neißetalbahn bereits Ende Oktober/Anfang November abzuschließen. Die Bahnstrecke war durch das August-Hochwasser beschädigt worden.

Quelle: SZ-Online, Tagesarchiv vom 06.10.2010.

Bearbeitungsstand zum Hochwasserschutz in Leuba

Off. Information der Stadt Ostritz – Donnerstag 07.10. 2010 ( Quelle: Mail-Kontakt - Bürgm. M. Prange)

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Off. Information der Stadt Ostritz – Donnerstag 07.10. 2010 ( Quelle: Mail-Kontakt - Bürgm. M. Prange)

Bearbeitungsstand von Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Leuba nördlich Ostritz

Am Donnerstag, den 30.9. gab es im Kloster St.Marienthal ein Treffen mit Herrn Staatssekretär Dr.Wilhelm. Im Anschluß an diesem Termin habe ich in einem persönlichen Gespräch mit Herrn Dr.Wilhelm noch einmal auf die schlimme Lage von Leuba im Zusammenhang mit der gaplanten und bisher nicht umgesetzten HWS-maßnahmen aufmerksam gemacht.

Die letzten Ereignisse mit dem 5-maligen Überschwemmen der Ortlage sind nicht mehr zu vertreten, die Schäden in den privaten Haushalten und Firmen immens. Abgesehen davon ist die phsychische Belastung und die Hilflosigkeit bzw. das die Anwohner all dem machtlos gegenüberstehen, nicht mehr zu vertreten.

Ich habe darum gebeten, die HWS-maßnahme für Leuba schnellstmöglich zu forcieren um hier in kurzer Zeit eine Lösung für den Ortsteil Leuba herbeizuführen. Herr Dr. Wilhelm versprach hier noch einmal tätig zu werden, was in unten stehender Mail erfolgreich am Dienstag im Lenkungsausschuß in Dresden umgesetzt wurde. Dies zur Information welche öffentlich ist. Welch ein Erfolg!!! für Leuba und seine Einwohner! Eine schöne Überraschung für die bevorstehende Kirmes.

In diesem Sinne viele Grüße von M.Prange

Email- Kontakt mit dem Büro des Staatssekretärs

Gemäß u. a. Anfrage informieren wir zum Bearbeitungsstand von Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Leuba nördlich Ostritz

1. HWSM Leuba:

Die Ortslage direkt an der Neiße wird gegenwärtig bereits bei HQ 5-Ereignissen überflutet, der vorhandene Teilschutzdeich (HQ 2 bis HQ 5) schützt nach Information der Landestalsperrenverwaltung hauptsächlich angrenzende Wirtschaftsflächen.

Die Vorschläge für Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Leuba waren nach landesweiter Priorisierung aller 1603 Hochwasserschutzmaßnahmen mit mittlerer Priorität einzuordnen (siehe Prioritätenliste seit 12/2005 im Internet).Die trotzdem 2006 begonnene Planung zur Deichertüchtigung endete 12/2007 mit dem Abbruch der Entwurfsplanung aufgrund der Feststellung der Nicht-Genehmigungsfähigkeit dieser Lösung.

Nunmehr ist die alternative Planung für einen ortsnahen Deich soweit vorbereitet und vorabgestimmt, verzögernd wirkte hier auch ein erheblicher Klärungsbedarf der Anwohner, Fachplaner, Genehmigungsbehörde hinsichtlich der Binnenentwässerung und Grundwasserkommunikation.

Dazu wurden im Juli und August 2010 Grundwassermesstellen errichtet, deren Ergebnisse ab Oktober in die Genehmigungsplanung eingehen sollen (Verzögerungen durch Hochwässer 2010).

Beschreibung der Maßnahme siehe Anlage, Kosten ca. 1. Mio. €. Die Genehmigungsplanung soll im Januar 2011 bei der LD D eingereicht werden.

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Dr. Michael Wilhelm

Aktuelle Informationen - 06.10.2010 (Quelle: sz-online.de)

Grenzbrücke bleibt weiterhin gesperrt

Die Grenzübergangsbrücke in Ostritz bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Das Bauwerk wurde beim August-Hochwasser durch hängen gebliebenes Treibgut in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadt Ostritz hat deshalb aus sicherheitstechnischen Gründen die Sperrung der Brücke veranlasst, wie Hauptamtsleiter Dirk Ullrich erklärt.

Für die Unterhaltung und somit auch die Überprüfung der Brücke ist die polnische Seite verantwortlich. Inzwischen wurde das beschädigte Geländer an der Brücke entfernt. Allein aus diesem Grund, so Ullrich, bleibt die Brücke weiterhin verschlossen. Auch liegen der Ostritzer Stadtverwaltung noch keine genauen Angaben über eine statische Prüfung der Brücke vor. Die Brücke führt zum Bahnhof in Krzewina Zgorzelecka, der von der Neißetalbahn bedient wird. Aufgrund der Flut gibt es derzeit allerdings keinen Zugverkehr zwischen Zittau und Görlitz.

2010 hat Leuba fünfmal eine Flut getroffen

Im Ostritzer Ortsteil Leuba spricht man in diesem Jahr nicht nur vom Hochwasser oder Flut, sondern von Hochwässern. Es gibt fünf Grundstücke mit Wohn- beziehungsweise Geschäftshäusern an der B99, die seit Juni bis Ende September fünfmal betroffen wurden: Schellins, das Autohaus Thomas, Thomas’ selbst, Wolfs und Menges, zählt Ortswehrleiter Frank Kretschmer auf.

„Wenn der Pegel der Neiße in Zittau zwischen 2,20 und 2,40Meter steht, wissen wir, dass in fünf bis sechs Stunden bei uns Gefahr in Verzug ist“, sagt er. Das trat zum ersten Mal am 3. Juni ein. Ein großer Einsatz war zwar nicht nötig, aber die Leute, die es bei Hochwasser am ehesten trifft, wurden sofort gewarnt und mit Sandsäcken versorgt. Tatsächlich wurden genannte Grundstücke auch überflutet. Bei Schellins zum Beispiel stand es 25 bis 30 Zentimeter hoch am Haus. Damals aber hat keiner vermutet, dass es noch wesentlich schlimmer und mehrmals kommt.

Den 7. August wird auch in Leuba keiner vergessen. „Niemand kann sich daran erinnern, dass das Hochwasser jemals über die Straße gelaufen ist“, sagt Kretschmer. Doch an diesem Sonnabend stieg es innerhalb von anderthalb bis zwei Stunden so an, dass die B99 überflutet wurde. „Uns lief es in die Fenster rein“, erzählt Gisela Schellin noch immer fassungslos.

Nur eine Woche später, am 14. August wurde es für sechs bis acht Häuser wieder ernst. Da lag der höchste Pegel in Zittau laut Kretschmer bei 2,58 Meter. „Wir haben hier keine Möglichkeit zum Messen“, sagt er.

Trotz des ganzen Hochwasserstresses und der zu beseitigenden Schäden hatten sich die Leubaer entschlossen, am 28. August ihren traditionellen Wettkampf zwischen dem Ober- und Niederdorf auszutragen. Weil der Sportplatz noch überschwemmt war, kam man dazu in der Reithalle Basita zusammen, erzählt Ortsvorsteher Nobert Kern. „Zu Mittag sind wir schon gar nicht mehr hinten rausgekommen, weil wieder Land unter war.“

Ortsnaher Deich in Planung

Hochwasser gibt es an der Neiße jedes Jahr. Aber nicht so, dass es bis an und in die Häuser kommt. Und erst recht nicht ein fünftes Mal wie am 27. September. Im Niederdorf erwischte es wieder über 20 Häuser. Der vor dem Ortseingang aus Richtung Zittau ziemlich nahe an der Neiße liegende Damm brach zum zweiten Mal, er ist einfach ausgespült und von Mäusen zerlöchert. Es ist auch kein richtiger Hochwasserschutzdamm, sondern ein Leitdamm, der in den 1920er Jahren gebaut wurde, um die Felder zu schützen. Auf dem jetzigen polnischen Gebiet gab es früher auch einen Flutgraben, der inzwischen zugewachsen ist, berichtet Kern. Die Leubaer warten schon seit Jahren auf einen Hochwasserschutz.

„Eigentlich wollte ich sie zur Kirmes am Wochenende überraschen“, sagt die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange. Als nämlich der sächsische Staatssekretär Michael Wilhelm am 30. September im Kloster St. Marienthal war, hat sie ihn in einem anschließenden Gespräch noch einmal auf die schlimme Lage in Leuba, die psychische Belastung und Hilflosigkeit der Betroffenen aufmerksam gemacht. Am Dienstagabend erhielt sie nun eine Reaktion: Der Lenkungsausschuss hat das Eine-Millionen-Vorhaben Bau eines ortsnahen Deiches forciert. Alles ist jetzt soweit vorbereitet und vorabgestimmt, dass die Genehmigungsplanung im Januar 2011 bei der Landesdirektion Dresden eingereicht werden soll.

Quelle: Stadt Ostritz, Mitteilung von Bürgermeisterin Marion Prange vom 07.10.2010 (im Archiv als Mail-Kontakt bezeichnet).

Hotelier gibt den „Neißeblick“ auf

Nach dem August-Hochwasser schrubbten die Mitarbeiter den zentimeterhohen Schlamm vom Innenhof - Foto: Matthias Weber

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Aktuelle Informationen - 08.10.2010 (Quelle: sz-online.de)

Hotelier gibt „Neißeblick“ auf

Nach dem August-Hochwasser schrubbten die Mitarbeiter den zentimeterhohen Schlamm vom Innenhof - Foto: Matthias Weber

Mehr als 100 E-Mails und Anrufe von Gästen und Reiseveranstaltern hat Hans-Peter Fischer seit dem August-Hochwasser erhalten. Sie alle gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass das Ostritzer Hotel nach der Flut bald wieder öffnet. Dieses Ziel verfolgte anfangs auch Hans-Peter Fischer. Allerdings hoffte er zu diesem Zeitpunkt noch, staatliche Unterstützung zu bekommen. Eine Hochwasserversicherung bekam er für sein Hotel, in dem im Vorjahr über 10000 Gäste übernachteten, nicht.

Den Traum von staatlicher Hilfe hat der Hotelier zwei Monate nach der Hochwasserkatastrophe begraben. Aus dem Hilfsfond für Härtefälle wurden ihm gerade einmal 5000 Euro bewilligt. Der Gesamtschaden beläuft sich jedoch auf mehrere Millionen. „Wir hatten jetzt einen Gutachter da, der von dreieinhalb bis vier Millionen Euro Schaden ausgeht“, berichtet Hans-Peter Fischer.

Aus eigenen Mitteln kann er diesen Schaden nicht beheben, denn in den zurückliegenden Jahren investierte er sämtliche Gewinne gleich wieder in den Hotelkomplex an der Bahnhofstraße. Auf über 2,5 Millionen Euro belaufen sich die Investitionen.

All dies machte das August-Hochwasser zunichte. Fußböden, Türen, Fenster, der Maschinenpark der hauseigenen Tischlerei und Schlosserei – alles wurde durch die Wassermassen zerstört. Das 30000 Quadratmeter Areal war zudem von einer zentimeterhohen Schlammschicht bedeckt. Diese beseitigten die Mitarbeiter des Hotels in den ersten Tagen nach der Flut. Auch die durchnässten Gipswände wurden abgekloppt und die stinkenden Teppiche beseitigt.

Ende September standen nach den langanhaltenden Regenfällen der gesamte Innenhof, die Schlosserei sowie die Festhalle erneut unter Wasser. „Seit dem Bau der Ostritzer Hochwasserschutzanlage ist der Pegel der Neiße 50 bis 80 Zentimeter höher als vorher“, meint der Hotelier. Fischers Wut auf die Behörden ist deutlich zu spüren. Seiner Verärgerung – auch über die ausbleibende Staatshilfe – hat er gestern in Dresden Luft gemacht. Zusammen mit einem Teil seiner Mitarbeiter nahm er an einer Protestdemonstration vor der Staatskanzlei teil.

Derweil ist es auf dem Hotelkomplex sehr ruhig. Die Räume im Erdgeschoss sind leergeräumt und wirken verwaist. Daran wird sich auch nichts mehr ändern. Denn Hans-Peter Fischer hat sich entschieden, das Hotel „Neißeblick“ aufzugeben. Die Mitarbeiter sind auf Kurzarbeit gesetzt, in einigen Wochen werden sie die Kündigungen erhalten.

Ganz ohne Wehmut verlässt Fischer die Neißestadt nicht. „Es tut mir leid für meine 20 Mitarbeiter“ sagt er. Auch den zahlreichen guten Kontakten und Freundschaften, die über die Jahre entstanden, trauert er hinterher.

Ein wenig Hoffnung hat Hans-Peter Fischer noch auf ein Gespräch mit Vertretern der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gesetzt. Auch dieses endete jedoch ohne Erfolg. „Der Zuschuss ist ebenfalls nur ein getarnter Kredit“, spielt Fischer auf das Umsiedlungsprogramm an. Mit einer solchen Förderung hätte er einen Hotelneubau finanziert. Allerdings nur in Görlitz. Hier hatte er bereits vor Jahren an der B115 ein Grundstück erworben und die dortige Ruine zum Gasthof umgebaut.

Nun wird wohl nichts aus dem neuerlichen Bauvorhaben in der großen Neißestadt. Denn einen Kredit kann sich der umtriebige Hotelier nicht leisten.

Quelle: SZ-Online, Tagesarchiv vom 08.10.2010.

Flutbetroffene danken ihren Helfern

Das in diesem Jahr fünfmal vom Hochwasser betroffene Ehepaar Gisela und Sepp Schellin möchte auch einmal öffentlich der Ortsfeuerwehr Leuba und den vielen freiwilligen Helfern danken. So auch …

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Aktuelle Informationen - 12.10.2010 (Quelle: sz-online.de)

Leuba - Flutbetroffene danken Helfern

Das in diesem Jahr fünfmal vom Hochwasser betroffene Ehepaar Gisela und Sepp Schellin möchte auch einmal öffentlich der Ortsfeuerwehr Leuba und den vielen freiwilligen Helfern danken. So auch den Frauen und Kindern, die mit Sand in die Säcke eingefüllt und für die Versorgung gesorgt haben, sagten beide bei einem SZ-Vor-Ort-Termin am Dienstag. Beim August-Hochwasser wurden sie selbst nachts um drei Uhr nicht allein gelassen. Gefreut habe es sie ebenfalls, dass Wehrleiter Frank Kretschmer auch nach den akuten Situationen immer wieder nachgefragt hat, wie es geht und ob sie noch Hilfe brauchen.

Ostritz erhält 2000 Euro von Ex-Partnerstadt

Der Rotary Club Gütersloh hat für die Hochwasseropfer in Ostritz und Leuba 2000 Euro zur Verfügung gestellt. Ein Teil der Summe – 500 Euro – stammen von der Volksbank Bielefeld, 1500 euro kommen vom Rotary Club selbst. Im Rahmen des Volksfestes „Verler Leben“ Anfang September wurden Bücher gegen eine Spende verkauft. Rund 750 Bücher seien dabei an den Mann gebracht worden, schätzt Clubpräsident Max Bracht.

Die Spendensumme nahm in der vergangenen Woche Hubert Erichlandwehr, der Bürgermeister von Schloß Holte-Stukenbrock und selbst Rotarier, entgegen. Schloß Holte-Stukenbrock ist die ehemalige Partnerstadt von Ostritz. Direkt nach dem Hochwasser hatten die Schloß Holte-Stukenbrocker bereits mit Möbeln und Elektrogeräten in Ostritz ausgeholfen. Auch künftig will sich die Kleinstadt in der Nähe von Gütersloh für ihre frühere Partnergemeinde einsetzen. Ein konkretes Projekt soll in Abstimmung der beiden Bürgermeister noch gefunden werden.

Ostritz/Leuba - Schäden belaufen sich auf rund 170000 Euro

Die Schäden, die das erneute Hochwasser im September in Ostritz und Leuba angerichtet hat, belaufen sich derzeit auf etwa 170000 Euro. Rund 150000 Euro Schaden sind davon an privaten Gebäuden und Grundstücken entstanden, 20000 Euro an kommunalen. Diese Zahlen nannte die Ostritzer Stadtverwaltung auf SZ-Nachfrage. Die Ermittlung der Schadenshöhe vom September-Hochwasser sei aber noch nicht abgeschlossen.

Bäckerladen soll bald wieder öffnen

Das Weihnachtsgeschäft gehörte jedes Jahr zu den umsatzstärksten der Bäckerei Geißler. So wurden zum Beispiel Hunderte Stollen in alle Ecken Deutschlands sowie nach Österreich und in die Schweiz versandt. Dieses Jahr wird das Geschäft nicht so umfangreich ausfallen. Denn noch immer kämpft die Ostritzer Bäckerei mit den Folgen der August-Flut.

„Der Landkreis hat uns von der Soforthilfe etwas zugesagt“, erzählt Bäckermeister Jörg Geißler. Ausgezahlt wurde die Summe aber noch nicht. Um das Weihnachtsgeschäft nicht zu gefährden, musste der Ostritzer deshalb einen Kredit über 50000 Euro aufnehmen. Weitergehende Hilfe als die zugesagte Soforthilfe des Kreises hat Jörg Geißler vom Staat nicht bekommen. „Ich bin maßlos enttäuscht von der Regierung“, sagt er. Er vermisst die Gleichberechtigung mit den Hochwasseropfern von 2002. Immerhin hängen an seiner Bäckerei etwa 30 Arbeitsplätze.

Allein über Kredite wird er diese nicht absichern können. Doch die Sächsische Aufbaubank hat noch nicht entschieden, ob sie der Bäckerei einen Zuschuss gewährt. Zumindest von privater Seite erhielt Jörg Geißler Unterstützung. Bei privaten Spendenaktionen wurde für die Ostritzer Bäckerei gesammelt und auch Bäckerkollegen sowie die Landesinnung halfen in der Not.

Die Probleme bleiben. Ein Teil der Maschinen ist zwar repariert, aber noch nicht bezahlt. „Die Firmen lassen mir etwas Zeit“, erklärt der Bäcker. In einigen Wochen muss er die Rechnungen allerdings bezahlen. Genauso wie die neue Klima- und Kältetechnik. Die allein kostet 200000 Euro und ist damit der größte Brocken. Die Kältetechnik benötigt die Bäckerei vor allem für die Spezialbrötchen und Spezialbrote. Deren Angebot ist derzeit eingeschränkt. Auch, weil mit den vorhandenen Maschinen nicht alle Produkte hergestellt werden können. „Die Produktion läuft bei 70 Prozent gegenüber den Stand vor dem Hochwasser“, so Geißler.

Dringend wartet er deshalb auf die neue Brotmaschine. Die Maschine, mit der er derzeit backt, hat er sich von einem Kollegen geborgt. Diese sei aber oft kaputt. Wie er die neue Brotmaschine bezahlen soll, weiß er noch nicht. Auch die Weihnachtszutaten müssen finanziert werden. Mandeln und Rosinen kosten jetzt noch dazu mehr als vor einigen Wochen.

Vier volle Container an Vorräten mussten nach der Flut entsorgt werden. Die Kartonage für die Weihnachtsbestellungen wurde ebenso völlig vernichtet. Hinzu kommen nun wieder die Löhne der Mitarbeiter, die ihre Kurzarbeit beendet haben. An die Schäden am Fußboden oder den Wänden in den Räumen an der Bahnhofstraße will er gar nicht denken – die seien erst mal zweitrangig. Eigene Mittel kann er dafür nicht einsetzen – die sind alle aufgebraucht. Dennoch hat der Bäckermeister ein festes Ziel: Bis Mitte November soll der Laden auf der Klosterstraße wieder zum Laufen gebracht werden. Denn die dortigen Umsätze fehlen enorm. Mit ihnen könnte der Bäckermeister zumindest die ein oder andere Maschine bezahlen.

Intensiv arbeitet er mit seiner Familie daran, erstmals das Büro in Gang zu kriegen. Hier liefen früher alle Bestellungen zusammen. Im Verkaufsraum will der 50-Jährige mit seinen Söhnen diese Woche die alten Fliesen abhacken und neu fliesen. Von einem Kollegen kann er später die gebrauchte Ladenausstattung übernehmen. Ein weiterer Schritt, um den Zustand wie vor der Flut zu erreichen.

Quelle: SZ-Online, Tagesarchiv vom 12.10.2010.

Tischlerei arbeitet unerledigte Aufträge ab

Die Verärgerung bei den Opfern des August-Hochwassers war groß, als der Freistaat Sachsen ihnen Darlehen beziehungsweise Kredite zur Behebung ihrer Schäden anbot. Denn viele der Geschädigten …

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Aktuelle Informationen - 19.10.2010 (Quelle: sz-online.de)

Tischlerei arbeitet unerledigte Aufträge ab

Die Verärgerung bei den Opfern des August-Hochwassers war groß, als der Freistaat Sachsen ihnen Darlehen beziehungsweise Kredite zur Behebung ihrer Schäden anbot. Denn viele der Geschädigten können sich einen Kredit nicht leisten. Auch der Ostritzer Tischler Peter Ebermann kann sich einen neuen Kredit eigentlich nicht erlauben. Dennoch hat er nun ein Darlehen bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) aufgenommen, um seinen von der Flut schwer beschädigten Betrieb wieder zum Laufen zu bringen. „Es wird schwierig, dieses abzubezahlen“, gibt der 43-Jährige offen zu.

Aber eine Alternative gab es nicht. Die Flut-Soforthilfe sei nach seinen Worten nur ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ gewesen. Nur gut zwei Prozent seines Gesamtschadens – 380000 Euro – kann Peter Ebermann damit regeln. Zu wenig, um die zahlreichen kaputten Maschinen zu ersetzen. „Vom Staat hätte ich mir mehr erwartet“, sagt der Ostritzer Tischler enttäuscht. Retten konnte er die riesigen Maschinen nicht, dafür kam das Wasser viel zu schnell. Nur Handwerkszeug und Kleinmaschi-nen konnte der Tischler vor dem Untergang bewahren.

Mittlerweile verfügt sein Betrieb wieder über eine Grundausstattung an Maschinen. „Mein Maschinenzulieferer aus Dresden ist mir dabei sehr entgegengekommen“, berichtet Peter Ebermann. So kann er mit einigen gebrauchten Maschinen jetzt die unerledigten Aufträge abarbeiten. Viele Geschäftspartner seien bereit gewesen, etwas länger auf die Erledigung ihrer Aufträge zu warten. Auch der Holzzulieferer zeigte sich kulant: die Tischlerei Ebermann durfte neues Holz einkaufen, muss dieses allerdings erst später bezahlen.

Mit seinen vier Mitarbeitern, von denen er keinen nach der Flutkatastrophe entlassen wollte, erledigt Peter Ebermann nun die Aufträge Stück für Stück. Nicht alles wird sofort werden. Denn die Fräsmaschine für die Fenster ist zurzeit beispielsweise noch in Jonsdorf zur Reparatur. Die Elektronik war durch die Überschwemmung hin. Dies kostet Peter Ebermann noch mal eine „ganze Stange“ Geld. Mit der Hilfe von Familie, Freunden und Bekannten wird er sicher auch dies meistern.

Die „vielen guten Freunde“ waren ihm bereits in den Wochen nach dem Hochwasser eine wichtige Unterstützung. „Es war ein harter Kampf, dass wir wieder so dastehen“, sagt der Ostritzer Tischler, der seinen Beruf in den 80er Jahren in Görlitz erlernt hatte.

Es war auch deshalb hart, weil die Flut nicht der einzige Schicksalsschlag für seine Familie in den vergangenen Wochen war. Anfang September starb zudem sein Vater Christian, mit dem er 1992 die Tischlerei an der Heinrich-Kretschmer-Straße aufgebaut hatte.

Beide arbeiteten schon vorher in dem Betrieb, der zu einer Baufirma gehörte. In einer Nacht- und Nebelaktion privatisierten sie im Jahr 1992 die Tischlerei. „Wir fragten damals bei mehreren Versicherungen nach einem Schutz bei Hochwasserschäden und bekamen jedes Mal eine Absage“, erzählt Peter Ebermann.

An diesem Donnerstag trifft sich der Stadtrat zu seiner nächsten Sitzung im Ratssaal. Auf der Tagesordnung stehen mehrere Beschlüsse zur Vergabe von Bauleistungen für die Beseitigung von Hochwasserschäden. Darüber hinaus beschliessen die Räte, ob die Dachfläche des Heizwerkes für Photovoltaikanlagen verpachtet wird. Die Stadtratssitzung beginnt um 19.30 Uhr.

Der Stützpunkt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für die Annahme und Ausgabe von Sachspenden für die Hochwasseropfer zieht von der Turnhalle Lessingstraße in den ehemaligen Baumarkt „An den Schrebergärten“ um. Das DRK bittet darum, dass nur saubere bzw. gereinigte Dinge abgegeben werden, welche auch gebrauchsfähig und in ordnungsgemäßem Zustand sind. Dringend benötigt werden noch immer Waschmaschinen, außerdem Winterbekleidung und Winterschuhe. LKW-Lieferungen von Hilfsgütern sind unbedingt vorher anzumelden und sortimentsgerecht abzustimmen.

Kontakt unter 0170/7997054

Quelle: SZ-Online, Tagesarchiv vom 19.10.2010.

Bund fördert den Wiederaufbau von St. Marienthal

Um die Schäden nach der Flut zu beheben, stellt der Bund Fördermittel aus dem Städtebauprogramm zur Verfügung.

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Aktuelle Informationen - 02.11.2010 (Quelle: sz-online.de)

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Bund fördert Wiederaufbau vom Kloster St. Marienthal

Um die Schäden nach der Flut zu beheben, stellt der Bund Fördermittel aus dem Städtebauprogramm zur Verfügung.

Für Schwester Elisabeth war es eine der besten Nachrichten der vergangenen Wochen: Der Bund stellt für das Kloster St. Marienthal Fördermittel aus dem Städtebauprogramm zur Verfügung. Wie hoch die Fördersumme ist, steht derzeit noch nicht fest.

Das Bundesinnenministerium hat einen Projektkoordinator beauftragt, die durch das August-Hochwasser entstandenen Schäden an den Gebäuden und der Infrastruktur im Kloster sowie im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) aufzunehmen. Das Kloster selbst geht nach derzeitigem Stand von einem Gesamtschaden in Höhe von 8,5 Millionen Euro aus. Neben der Schadenssumme ist die Höhe der Förderung auch davon abhängig, wie viele Städtebaufördermittel in anderen Bundesländern nicht abgerufen werden. Diese sollen dann dem Kloster zugute kommen.

Um überhaupt in den Genuss der Förderung zu kommen, musste jetzt der Ostritzer Stadtrat eine Erhaltungssatzung für Marienthal beschließen. Das Satzungsgebiet umfasst nicht nur das Gelände innerhalb der Klostermauern, sondern auch die ehemalige Klostergärtnerei und den angrenzenden Rad- und Gehweg.

Der Beschluss der Satzung stieß allerdings bei einigen Stadträten, wie Frank Konewka und Sebastian Bergmann auf Kritik. So wurde kritisiert, dass für das Kloster Fördermittel des Bundes zur Behebung der Hochwasserschäden zur Verfügung stehen, für private Flutopfer jedoch nicht.

Die Stadt Ostritz hat darauf keinen Einfluss, der Bund stellt die Gelder ausdrücklich dem Kloster St. Marienthal als „nationales Kulturgut“ zur Verfügung. „Wenn der Bund ein Zeichen setzt, diesen kulturellen Leuchtturm zu retten, dann sollten wir dies mit unserem Beschluss befördern“, findet Stadtrat Thomas Göttsberger. Auch seine Ratskollegin Ines Fabisch sprach sich dafür aus, die Chance nicht ungenutzt zu lassen.

Denn hätte der Stadtrat die Erhaltungssatzung nicht beschlossen, wäre das Kloster St. Marienthal auch nicht in den Genuss der Fördermittel gekommen. Und mit ihm vier weitere Gebietskulissen. Eine davon ist auch die Stadt Ostritz, die anderen drei ebenfalls vom Hochwasser betroffenen Gebiete liegen alle im Freistaat.

Dieser Fall tritt nicht ein: Der Stadtrat stimmte bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung mehrheitlich für die Erhaltungssatzung. Die Satzung wird nach Aussage der Ostritzer Stadtverwaltung wieder aufgehoben, sobald alle Hochwasserschäden im Kloster behoben sind. Bis Ende November müssen die Schäden aufgenommen und systematisiert sein, da bis Ende des Jahres die Fördermittelbescheide erstellt werden müssen.

Dienstag, 2. November 2010

Spenden helfen Flutschäden im Kinderhaus zu beseitigen

Kinderhausleiterin Katrin Franke (mit Scheck) freut sich zusammen mit den Kindern über die Spenden von Toom und Rewe. Insgesamt übergaben beide Unternehmen 2000 Euro an die Ostritzer Einrichtung. Foto: Jan Lange

Kinderhausleiterin Katrin Franke (mit Scheck) freut sich zusammen mit den Kindern über die Spenden von Toom und Rewe. Insgesamt übergaben beide Unternehmen 2000 Euro an die Ostritzer Einrichtung. Foto: Jan Lange

Für die Kinder in Deutschland wird viel zu wenig getan. Findet zumindest Egon Richter, Gesamtbetriebsrat der Toom-Baumärkte. Deshalb war es für ihn ein wichtiges Anliegen, das deutsch-polnische Kinderhaus in Ostritz mit einer 1000-Euro-Spende zu unterstützen. Die Kindereinrichtung war beim August-Hochwasser arg in Mitleidenschaft gezogen worden.

Flut schadet Statik nicht

Neben zahllosen Spielsachen, die die Flut mit sich riss, wurden die Außenanlagen zerstört. Im Erdgeschoss des Kinderhauses beschädigte das Hochwasser die Betreuungszimmer für die Krippen- und Kindergartenkinder. „Das gesamte Bastelmaterial wurde vernichtet“, berichtet Kinderhausleiterin Katrin Franke. Der Statik des vor knapp zehn Jahren neu errichteten Gebäudes schadeten die Wassermassen zum Glück nicht.

Mittlerweile sind die Trockenbauwände und Fußböden herausgerissen. Am Freitag voriger Woche begann nun der Wiederaufbau. „Das Austrocknen dauerte länger als gedacht“, berichtet Franke weiter. Deshalb wird aus dem Ziel, bis Weihnachten in das Haus zurückzukehren, voraussichtlich nichts.

Zumindest hofft sie, dass bis zum Ende des Jahres die Beseitigung der Hochwasserschäden abgeschlossen ist und die Kinder Anfang des neuen Jahres ihr Kinderhaus an der Neiße wieder in Besitz nehmen können. „Wir haben nämlich ein paar Neuanmeldungen ab Januar und es wäre nicht gut, wenn sich die Kinder an unser Übergangsdomizil gewöhnen und wenige Wochen später wieder umziehen müssen“, sagt die Kindererzieherin.

Unterschlupf haben die Kinder der katholischen Einrichtung im Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde gefunden. Hier können sie Räume nutzen, in denen sonst die Kinderstunden und Frauenkreise stattfanden. Diese sind übergangsweise in das katholische Gemeindehaus ausgewichen.

Mehrere größere Spenden

Damit die Rückkehr in die alten Räume so schnell wie möglich erfolgen kann, kommt die jüngste Spende genau richtig. Neben dem Toom Baumarkt spendet auch der Betriebsrat der Rewe Markt GmbH weitere 1000 Euro. Das Geld wurde beim alljährlich stattfindenden Hallenfußballturnier des Betriebsrates, dem Internationalen Rewe Cup, gesammelt. „Wir haben seit der Flut einige größere Spenden erhalten, unter anderem 2000 Euro von der Kirchgemeinde St. Barbara und knapp 1300 Euro von DHL.

Mit der Rewe-Spende will sich das Kinderhaus einen neuen Sportgerätewagen anschaffen. Das Geld von Toom soll in Gartensitzbänke für die Kinder investiert werden.

Quelle: SZ-Online, Tagesarchiv vom 02.11.2010; der erste Beitrag trägt das Artikeldatum 28.10.2010.

Spendenflut ist beeindruckend

National und international ist bei Weitem nicht so viel gespendet worden wie bei der Jahrhundertflut 2002. Aber regional ist die Hilfsbereitschaft phänomenal. Wenn man Dankeslisten von einigen …

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Spendenflut ist beeindruckend - Über die gegenseitige Hilfe nach dem Hochwasser

National und international ist bei Weitem nicht so viel gespendet worden wie bei der Jahrhundertflut 2002. Aber regional ist die Hilfsbereitschaft phänomenal. Wenn man Dankeslisten von einigen betroffenen Firmen und Privatleuten, aber vor allem von Vereinen liest, kommen allein in Einzelfällen schnell Dutzende Spender zusammen.

Insgesamt ist bereits ein siebenstelliger Betrag gesammelt worden. Der größte Spender mit weit über einer Million Euro dürften die Sparkassen sein. Aber auch andere Firmen wie die SZ – unter anderem mit der Stiftung Lichtblick oder der Vereinsförderung – oder Banken wie die Volksbank unterstützen die Opfer.

Richtig anrührend sind aber die kleinen Geschichten am Rand. Dazu gehören die vielen Kuchenbasare von Schulklassen, die geschlachteten Sparschweine von Kindern, spontane Arbeitseinsätze und die weltweiten Hilfsaufrufe von Privatleuten im Internet. Das alles zeigt, dass es doch noch Hilfsbereitschaft gibt.

Quelle: SZ-Online am 13.11.2010

Quelle: SZ-Online, 13.11.2010; zeitgenössischer Kommentar.

Besuch von Ramsauer und Tillich im Kloster

Off. Information der Stadt Ostritz – Donnerstag 16.11. 2010 ( Quelle: Mail-Kontakt - Bürgm. M. Prange)

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Off. Information der Stadt Ostritz – Donnerstag 16.11. 2010 ( Quelle: Mail-Kontakt - Bürgm. M. Prange)

Besuch von Bundesbauminister Peter Ramsauer und Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich am 12.11.2010 im Kloster St. Marienthal

Am 12.11.2010 besuchten der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Herr Peter Ramsauer, sowie Sachsen Ministerpräsident Herr Stanislaw Tillich das Kloster St. Marienthal.

Freudiger Anlass des Besuches war nicht nur eine Fördermittelübergabe in Höhe von einer halben Million Euro an das Kloster St. Marienthal und das IBZ, sondern auch die Übergabe eines Zuwendungsbescheides für Fördermittel aus dem Bund-Länderprogramm „Städtebaulicher Denkmalsschutz“ für das bereits bestehende Fördergebiet „Historische Altstadt“ der Stadt Ostritz in Höhe von fast einer Million Euro. Damit bekommt auch die Stadt Ostritz ein Finanzinstrument in die Hand, um vor allem die vom Hochwasser betroffenen privaten Haushalte und Unternehmen innerhalb des Fördergebietes bei der Sanierung ihrer Häuser und Wohnungen zu unterstützen. Aber auch die Schäden in der kommunalen Infrastruktur innerhalb des Fördergebietes können mit diesen Geldern behoben werden. Dazu gab es erste Absprachen mit der Sächsischen Aufbaubank und dem für Ostritz zuständigen Sanierungsträger.

Bundesbauminister Ramsauer übergab außerdem Sachsens Ministerpräsidenten Tillich einen Förderbescheid über insgesamt 5 Millionen Euro Bundeshilfe für die Beseitigung der Hochwasserschäden in Sachsen. Diese Gelder gehören zu einem Paket, das Bund und Freistaat jetzt geschnürt haben. Der Freistaat stockte diese Summe um weitere 6,25 Millionen Euro auf, so dass nunmehr insgesamt 11,25 Millionen Euro für Gebäudesanierungen in den Hochwassergebieten von Sachsen zur Verfügung stehen.

Dankesrede der Bürgermeisterin:

Sehr geehrter Herr Bundesminister Ramsauer,

sehr geehrter Herr Ministerpräsident Tillich,

sehr geehrter Herr Landrat Lange,

sehr geehrte ehrwürdige Frau Äbtissin,

meine sehr verehrten Gäste,

ganz kurz und offiziell noch einmal ein herzliches Willkommen hier im Kloster St. Marienthal und damit ein herzliches Willkommen in der Stadt Ostritz.

Das Kloster St. Marienthal und die Stadt Ostritz haben in der Nacht vom 7. zum 8. August die größte Flutkatastrophe in ihrer Geschichte erleben müssen und nichts schien auf den ersten Blick mehr so wie es vorher war.

Die Schäden belaufen sich in den privaten Haushalten, den Unternehmen der Stadt, der kommunalen Infrastruktur und dem Klosterensambel auf insgesamt rund 41 Millionen Euro.

Viele von uns stehen vor der größten Herausforderung ihres Lebens, sowohl im finanziellen Bereich, personell und vor allem auch physisch und psychisch.

Aber wir haben alle gemeinsam nur eine Chance, diese Katastrophe als Herausforderung anzunehmen und gemeinsam vorwärts zu schauen.

Sie sehr geehrter Herr Bundesminister und Sie sehr geehrter Herr Ministerpräsident, setzen dafür mit ihrem heutigen Besuch nicht nur ein Zeichen für das Kloster, sondern auch für die Stadt Ostritz und das gesamte vom HWS betroffene Gebiet.

Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie es nunmehr ermöglichen können, uns bei der Beseitigung der Flutschäden zu unterstützen und das Erhaltungsgebiet Marienthal in das Bund- Länderprogramm aufgenommen haben.

Vielen herzlichen Dank.

Damit tragen Sie einen großen Anteil dazu bei, die Gesamtentwicklung der Stadt Ostritz großzügig zu unterstützen.

Besonders möchte ich Ihnen danken, dass Sie mir und dem Stadtrat mit der Zuweisung der zusätzlichen Finanzmittel für das bestehende Erhaltungsgebiet der Stadt Ostritz, ein Instrument in die Hand gegeben haben , welches es uns ermöglicht vor allem die vielen privaten Betroffenen bei der noch ausstehenden Sanierung ihrer Häuser zu unterstützen. Dafür vielen herzlichen Dank.

Ich möchte Ihnen hiermit versichern, dass der Stadtrat und ich dafür sorgen werden, dass diese Mittel umsichtig, maßvoll und vor allem nachhaltig eingesetzt werden.

Sehr geehrter Herr Bundesminister, sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

Gestatten Sie mir bitte noch ein kleines Dankeschön an dieser Stelle,

denn ich denke dies dürfte auch für Sie von großem Interesse sein.

Ich möchte hiermit auch einmal die Gelegenheit nutzen, um all Denjenigen aus und um Ihrem Haus zu danken, die in den letzten Tagen und Wochen mit uns gemeinsam hervorragend zusammengearbeitet haben, um die heutige Übergabe der zusätzlichen finanziellen Zuwendungen im Städtebauprogramm in kürzester Zeit vorzubereiten und abzusichern.

Gestatten Sie mir daher ein herzliches Dankeschön auch an Herrn Staatssekretär Dr. Willhelm, an Herrn Köppel vom SMI, an den Direktor der Sächsischen Aufbaubank, Herrn Mühlberg und natürlich dem Sanierungsträger der Stadtbau Freiberg GmbH und deren Mitarbeitern.

Vielen herzlichen Dank aber auch an Alle die uns bisher so toll unterstützt haben und uns hoffentlich auch weiter zur Seite stehen werden.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Kraft, Mut und Zuversicht, um die riesigen Aufgaben und die damit verbundenen Herausforderungen, welche für einen längeren Zeitraum vor uns allen stehen, gemeinsam zu meistern.

Ich wünsche mir aber auch für die Zukunft, dass dabei die Hilfsbereitschaft und vor allem die Verbundenheit der Menschen, wie wir sie in den ersten Tagen der Flut hier erleben konnten und die Freude über jeden einzelnen Erfolg auch des Anderen, unsere gemeinsame Arbeit bestimmen möge.

Und das sollte auch jeder einzelne Bürger von Ostritz und Leuba für sich beherzigen.

Sehr geehrter Herr Bundesminister, sehr geehrter Herr Ministerpräsident noch einmal vielen Dank an Sie für Ihren heutigen Besuch hier in Ostritz und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich aus dem gegebenen Anlass in das Goldene Buch der Stadt Ostritz eintragen würden.

Vielen Dank auch an Sie, ehrwürdige Frau Äbtissin und an die Schwestern des Klosters, dass wir heute hier alle Ihre Gäste sein durften.

Quelle: Stadt Ostritz, Mitteilung von Bürgermeisterin Marion Prange; Bericht über den Besuch am 12.11.2010.

Widersprüchliche Datierung im Original: Textkopf 16.11.2010 (mit unpassendem Wochentag Donnerstag), HTML-Titel 15.11., Navigation 17.11. Der geschilderte Besuch fand laut Text am 12.11.2010 statt.

Kloster erhält 4,6 Millionen Euro Fördermittel

Sachsens Innenminister Markus Ulbig hat gestern an die Bürgermeisterin der Stadt Ostritz, Marion Prange, einen Fördermittelbescheid über 4,6 Millionen Euro zur Beseitigung von Flutschäden an der …

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Aktuelle Informationen - 09.12.2010 (Quelle: sz-online.de)

Kloster erhält 4,6 Millionen Fördermittel

Sachsens Innenminister Markus Ulbig hat gestern an die Bürgermeisterin der Stadt Ostritz, Marion Prange, einen Fördermittelbescheid über 4,6 Millionen Euro zur Beseitigung von Flutschäden an der Klosteranlage St. Marienthal übergeben. Darüber hinaus unterstützen Bund und Land die Stadt Ostritz bei der Beseitigung von Flutschäden in ihrer historischen Altstadt. Im November wurden dafür 945000 Euro zur Verfügung gestellt. Dem Freistaat Sachsen wurden durch den Bund im Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ wegen der beiden Hochwasser 2010 zusätzlich fünf Millionen Euro im Jahr 2010 zugewiesen. „Die beiden Hochwasser haben große Schäden im Freistaat hinterlassen. Dabei sind viele Menschen, aber auch wertvolle Kulturgüter zu Schaden gekommen. Deshalb ist es wichtig, dass der Freistaat hier ein Zeichen setzt und diese Güter in altem Glanze erstrahlen können“, so Minister Ulbig.

Außerdem stellt der Freistaat Fördermittel über 420000 Euro für die Sanierung der katholischen Kirche in Ostritz zur Verfügung. Im Oktober wurde diese Summe zwischen dem Innenministerium und der Stadt vereinbart.

Katrin Franke ist sichtlich glücklich über den Besuch von Jürgen Staupe. Immerhin kam der Staatssekretär im sächsischen Kultusministerium gestern nicht mit leeren Händen aus Dresden in das deutsch-polnische Kinderhaus „St. Franziskus“ nach Ostritz. Er brachte einen Spendenscheck über 5000 Euro mit.

Diese Summe hatten die Mitarbeiter der Plauener Firma Philips Technologie GmbH gespendet. Vermittelt wurde die Hilfe durch den Landtagsabgeordneten Frank Heidan (CDU) aus Plauen. Er fragte bei seinem Fraktionskollegen Peter Schowtka (CDU) nach, welcher sozialen Einrichtung in seinem Wahlkreis die Spende zugute kommen kann.

Große Schäden nach der Flut

Das Ostritzer Kinderhaus hat die finanzielle Unterstützung aber auch dringend nötig. Durch das August-Hochwasser in diesem Jahr entstanden an dem Gebäude, das direkt am Neißeufer liegt, Schäden von über 20000 Euro. „Das Geld fließt mit in die Reparatur ein“, sagt Katrin Franke.

Ende Januar 2011 wollen sie gern in ihr Domizil an der Antonstraße zurückkehren. Derzeit sind die Kinder im evangelischen Gemeindehaus in der Kirchstraße untergebracht, ein Teil wird zudem in der DRK-Kindertagesstätte in der Lessingstraße betreut.

Auch Romeo und Monika Zielinski haben nach dem August-Hochwasser finanzielle Hilfe dringend nötig. Die Leubaer Familie steht vor einem Gesamtschaden von 22000 Euro, davon entstanden 15000 Euro Schaden im Wohnhaus selbst, der Rest im Nebengebäude.

Aufgrund der Feuchtigkeit löste sich im Haus der Fußboden auf. Er muss rausgerissen und neu verlegt werden. Da sich unter der Küche und dem Flur ein ehemaliger Keller befindet, der vor Jahren zugeschüttet wurde, kämpfen die Zielinskis hier noch immer mit Wasserschäden.

Vorher nie Wasser im Haus

Von der Not der Leubaer Familie erfuhr der Rotary-Club Zittau, der den Zielinskis vor Kurzem 1000 Euro übergab. Für Romeo und Monika Zielinski war es die erste Spende nach dem verheerenden Hochwasser. „Das Geld stammt aus Spenden unserer Mitglieder und Partnerclubs“, erklärt Rotarier Günter Vallentin, der der Leubaer Familie das Geld persönlich überbrachte. Insgesamt unterstützte der Rotary-Club flutgeschädigte Familien in der Neißestadt mit 4000 Euro.

Neben Familie Zielinski erhielten auch drei Familien aus Ostritz jeweils 1000 Euro. „Wir suchten über die Stadt nach Familien, die keine Versicherung haben oder andere Spenden bekamen“, so Vallentin weiter.

Romeo und Monika Zielinski dachten bei ihrem Einzug in das Leubaer Haus vor vier Jahren nicht daran, eine Versicherung gegen Hochwasser abzuschließen. Denn die Vorbesitzer hatten noch nie Wasser im Haus. Seit August ist dies Geschichte. Da stand das Wasser bis zu 60 Zentimetern bei den Zielinskis im Haus.

Quelle: SZ-Online, Tagesarchiv vom 09.12.2010.